Fans traurig: Warum ist Jopies Grab so trist?

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München - Es ist ein trauriger Anblick, den das Grab des großen Entertainers Johannes "Jopie" Heesters († 108) am Münchner Nordfriedhof bietet. Unsere Zeitung hat bei seiner Witwe Simone Rethel nachgefragt.

Die Erde ist zertrampelt, die Steinskulptur vermoost und verwittert, der eisige Wind hat Papierreste und altes Laub in eine Ecke des monumentalen Rundgrabes geweht. Es ist ein trauriger Anblick, das Grab des großen Entertainers Johannes „Jopie“ Heesters († 108) am Münchner Nordfriedhof.

Hier, wo Jopie vor vier Wochen, am 30. Dezember, mit großer Anteilnahme beigesetzt wurde, herrscht nur noch Einsamkeit und Tristesse. Verschwunden all die üppigen Kränze mit den letzten Grußbotschaften, der prächtige Blumenschmuck, die Kerzen. Warum ist Jopies Grab, der am 24. Dezember für immer die Augen schloss, nur so trist?

Große Anteilnahme an Jopie Heesters Trauerfeier

Große Anteilnahme an Jopie Heesters Trauerfeier

Unsere Zeitung fragt nach bei Witwe Simone Rethel. „Die Kränze, die Blumen wurden natürlich jetzt weggenommen, es ist ja alles verwelkt.“ Eigentlich wollte sie gleich nachdem die Gärtner alles entsorgt hatten, das Grab bepflanzen lassen, „doch bei der Kälte und dem Schnee ging das noch nicht.“

Für die nächsten kalten Monate will sie das Grab schlicht schmücken. „Ich habe den Auftrag gegeben, alles mit Tannenzweigen abzudecken. Auch soll eine Schale mit winterharten Blumen aufgestellt werden.“ Ausdrücklich hat sich Rethel „weiße Christrosen“ gewünscht.

Ihr selber tut es im Herzen weh, wenn das Grab so ungeschmückt ist. Im Sommer will sie es in ein Blumenmeer verwandeln. „Es wird alles ganz schön gemacht.“

Noch immer pilgern viele Fans zu dem Grab mit der zwei Meter hohen Rundmauer. Ursprünglich war es die Grabstätte eines Münchner Schuhmachermeisters, der es als repräsentatives Familiengrab anlegen ließ. Gibt es keine Angehörigen mehr, laufen die Nutzungsrechte aus. 2004 gab die Stadt das Grab zum Verkauf frei.

Rethel selbst wirkt einen Monat nach dem Tod ihres geliebten Mannes sehr gefasst. Eine geplante Ausstellung mit ihren Bildern hat sie verschoben, „dafür hatte ich jetzt natürlich keinen Kopf.“ Im Mai wird sie in Sachsen ihre Werke zeigen, im September im Sauerland. Und natürlich wird sie ihr Weg immer wieder auf den Nordfriedhof führen – auch wenn einmal keine Blumen das Grab schmücken werden. Die Erinnerung blüht in ihrem Herzen.

Maria Zsolnay

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