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Hugo Bachmaier wird 60: Hier in seinem Lokal an der Leopoldstraße.

Bachmeier Hofbräu-Wirt feiert 60. Geburtstag

Kult-Wirt Bachmeier: „Ich feiere meine Falten, Ecken und Kanten“

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Er polarisiert: Kult-Wirt Hugo Bachmeier feiert an diesem Samstag seinen 60. Geburtstag und spricht im Interview über sein Leben, Tattoos und die Frauen. 

München - Irgendwie ist Hugo Bachmaier wie ein Cola-Weizen. Der eine liebt’s, der andere verzieht nur die Miene. Nein, der wilde Wirt aus Schwabing (Bachmaier Hofbräu) ist nicht jedermanns Geschmack, aber das will er auch gar nicht sein. „Ich verstelle mich nie“, sagt Hugo über sich selbst. Gut so! Denn wer den Wirt kennt, weiß: Der Typ ist wirklich nett, immer freundlich. Am Samstag feiert er 60. Geburtstag. Redakteur Armin Geier sprach mit ihm über sein Leben, seine Tattoos, über Falten und natürlich über Frauen. 

Hallo, Herr Bachmaier. Angst vor dem runden Geburtstag? 

Hugo Bachmaier: Nein, nicht wirklich. Ich kann es ja nicht ändern und hab auch einen passenden Spruch für meine Geburtstagsfeier… 

Der da lautet? 

Bachmaier: Ich feiere meine Falten, Ecken und Kanten – Diamanten sind auch nicht rund. 

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Ecken Sie gerne mal an? 

Bachmaier: Darum ging es mir nie. Ich feiere einfach gerne, ich liebe Partys. Da passe ich mich halt nicht an. Manche nennen das prollig. Das ist mir egal. Ich will Spaß haben. Was mich ärgert, sind Leute, die mich beurteilen – obwohl sie mich gar nicht kennen. 

Was wünschen Sie sich denn als Geburtstagsgeschenk? 

Bachmaier: Ein neues Tattoo. Was es genau wird, weiß ich aber noch nicht. 

Sie haben ja schon viele am ganzen Körper. Was sind die denn wert? 

Bachmaier: So gut 10.000 Euro hab ich schon investiert. 

Und welches ist ihr Lieblingstattoo? 

Bachmaier: Das ist wahrscheinlich mein Lebensbaum. Den habe ich mir vor rund zehn Jahren stechen lassen, und der hat 78 bunte Blätter. Ich bin ja auch ein bunter Vogel. Angeblich werde ich dadurch mindestens 78 Jahre alt. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mir mindestens 90 Blätter machen lassen (lacht). 

Hugo Bachmaiers Geisha: Sie gefällt ihm so gut, weil sie so schön geheimnisvoll und sensibel ist.

Das Boot am Oberarm ist schön… 

Bachmaier: Das ist auf Ibiza – mit dem Katamaran, den wir dort immer mieten. Einer meiner Lebensmittelpunkte. Wie natürlich München auch. Unsere Stadt habe ich drunter  – mit dem Monopteros und den Kirchtürmen. Ich habe München viel zu verdanken. Daher habe ich es immer mit dabei. 

Da sind gar keine nackten Frauen irgendwo…

Bachmaier (lacht): Nein, die liebe ich zwar bekannterweise, aber wenn’s um Frauen geht, habe ich nur eine große Geisha als Tattoo auf der Schulter. 

Warum eine Geisha? 

Bachmaier: Weil die geheimnisvoll ist. Sensibel wirkt. Das kann ich auch sein. 

Sensibel? 

Bachmaier: Ja, fragen Sie meine Freunde. 

Wie feiern Sie denn am Samstagabend Ihr Jubiläum? 

Bachmeier: Es kommen rund 250 Gäste in mein Lokal. Freunde, Verwandte. Dann gibt es zu Beginn eine Show. Unter anderem werden wir Dinner for One aufführen – und ich spiele die alte Frau, Miss Sophie, am Tisch. Mit meinen vielen Falten und der Perücke wirkt das richtig echt. Das wird ein Spaß! 

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Klingt lustig. 

Bachmaier: Für nackte Haut ist dann später natürlich auch gesorgt. Aber mit Stil und Klasse. Mehr will ich da noch nicht verraten.

Sie sind gut zwölf Jahre Chef im Bachmaier. Davor waren Sie auch schon Gastronom, immer am Mitfeiern. Wie hält man das durch? 

Bachmaier: Ich bin zäh. Bis auf meine Knie ist alles perfekt in Schuss an mir. Das Geheimnis ist, positiv zu denken. Zufrieden zu sein mit dem was man hat. Ich mache mir keine Gedanken – ich verprasse mein Geld. Das hat immer gut geklappt. 

2011 gab’s eine Drogenrazzia im Lokal und in der Folge einen Prozess… 

Bachmaier: Ja, aber das ist Geschichte. Ich hatte mir nichts zu Schulden kommen lassen und wurde daher auch freigesprochen. Da muss man nicht mehr drüber reden. Das hat mich stärker gemacht. Mehr will ich dazu gar nicht mehr sagen. 

Was ist Ihnen heute am wichtigsten?

Bachmaier: Meine Freiheit. Dass ich noch immer machen und lassen kann, was ich will. Da sind wir wieder bei den Tattoos. Deswegen habe ich mir nämlich vor gut zehn Jahren mehrere Schmetterlinge auf die Schultern stechen lassen. Die sind elegant, kennen keine Grenzen. Und sie sind auch bunt. Ich mag halt Farben. Aber: Wenn es um Personen geht, ist mir natürlich meine Familie am wichtigsten. 

Wer da im Besonderen? 

Bachmaier: Mein Bruder Dieter und dessen zwei Söhne. Für die würde ich alles tun. Ich habe ja keine eigenen Kinder. Fest steht halt: Auf die Familie kannst du immer zählen, sie bleibt dir bis zum Ende. Das habe ich mir deswegen auch auf den Unterarm tatöwieren lassen – in Spanisch: La Familia hasta el final. 

Also doch sensibel… 

Bachmaier: Sag ich doch. Treu bin ich auch – auch wenn sich das keiner vorstellen kann. 

Aber eine feste Frau gibt es derzeit keine im Leben? 

Bachmaier: Nein, ich bin Single. Das ist auch gut so. Aber ich beginne, auch reifere Frauen als attraktiv wahrzunehmen. Da entwickle ich mich derzeit weiter (lacht). Ich will ja mit den jungen Dingern nicht als Sugardaddy rüberkommen. Da muss man in meinem Alter schon schauen, dass man auch glaubwürdig bleibt. Aber jetzt am Wochenende wird erst mal gefeiert.

ag

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook-Seite„Schwabing – mein Viertel“!

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