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Nur ein leeres Grundstück liegt derzeit an der Feilitzschstraße – hier soll ein Luxus-Wohnhaus entstehen. Sechs Stockwerke umfasst das Modell für das Wohnhaus (kleines Bild). Wahrscheinlich müssen die Planer auf eines verzichten.

Luxusbau muss wohl schrumpfen

München - Mehrere Anwohner hatten gegen das Luxus-Wohnhaus geklagt, das auf dem Grundstück der ehemaligen „Schwabinger 7“ entstehen soll. Nach der Verhandlung spricht alles dafür, dass sie erfolgreich waren.

Der Luxusbau muss wahrscheinlich um ein Stockwerk schrumpfen.

Offiziell ist noch keine Entscheidung gefallen – die wird erst am Dienstagvormittag bekannt gegeben. In der Verhandlung zeichnete sich jedoch ab, dass Richterin Marion Pauli-Gerz wohl im Sinne der Kläger entscheiden wird. Das geplante Luxus-Wohnhaus an der Feilitzschstraße 7 und 9 müsste dann um ein Stockwerk schrumpfen.

Das Problem an dem Bau: Er überschreitet wegen seiner Höhe die erforderlichen Abstandsflächen zur Grundstücksgrenze. Die Stadt München hatte dem Projekt dafür eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Das Verwaltungsgericht zweifelt aber an deren Berechtigung. Die Stadt habe nicht das betroffene Grundstück betrachtet, sondern auch alle umliegenden. Die entsprächen zwar tatsächlich nicht den Bauregeln, aber daraus lasse sich noch kein Ausnahmefall für das leerstehende Grundstück herleiten – das man sehr wohl rechtmäßig bebauen könne.

„Mit einem Stockwerk weniger wäre man schon im erlaubten Maß“, so Pauli-Gerz. Damit müsste der Bau von sechs Stockwerken auf fünf schrumpfen. Auch mit fünf Etagen könne der Bauherr das Grundstück zur Genüge ausschöpfen. Zwar richtet sich die geplante Höhe des Wohnhauses nach der Höhe der angrenzenden Bauten. „Man kann aber auch durchaus abgestuft anbauen“, so die Richterin.

Auch die Stadt geht nach der Verhandlung davon aus, dass die Genehmigung wohl aufgehoben wird. „Wir sind aber der Ansicht, dass die Genehmigung rechtmäßig war“, sagt Sindy Meier, Juristin der Stadt. Über weitere Rechtsmittel werde man nachdenken, wenn die Entscheidung offiziell ist.

Gegen den Neubau hatten mehrere Anwohner der Marktstraße 1 und 3 geklagt, deren Wohnungen direkt neben dem leerstehenden Grundstück liegen. Darunter auch der 52-jährige Robert Pfrogner. Ihm gehört eine Wohnung an der Marktstraße 3. Dort wohnt seine Tochter seit dreieinhalb Jahren.

„Ich bin sehr zufrieden mit der Verhandlung“, sagt Pfrogner. Das Gericht habe klar gemacht, dass eine Ausnahme für den Bau nicht in Ordnung sei. Zwar wäre es ihm lieber, wenn der Bau noch niedriger werden würde – aber so sei das Projekt zumindest rechtlich einwandfrei. Es sei einfach Schwabinger Tradition, dass auf dem Grundstück niedrigere Gewerbebauten stünden – und keine hohen Wohnhäuser.

Sollte das oberste Stockwerk tatsächlich wegfallen müssen, wäre der federführende Investor „HIH Hamburgische Immobilien Handlung“ wohl kaum begeistert. Denn gerade die oberste Etage ist mit Penthouse und zwei Wohnungen mit jeweils über 200 Quadratmetern Fläche die prestigeträchtigste. Immerhin: Die drei Wohnungen sind offenbar noch nicht verkauft.

Moritz Homann

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