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Avdurahman K. während des Mordprozesses.

Mord mit Maschinenpistole: 48-Jähriger richtet Ehefrau hin

München - Er hat seine Ehefrau mit der Maschinenpistole erschossen. Aus Hass auf seinen Schwager. Das hat die Beweisaufnahme im Prozess gegen Avdurahman K., 48, ergeben. Das Verfahren will das Schwurgericht am 21. Dezember mit einem Urteil beenden.

Zuvor, am Donnerstag, sollen Staatsanwältin Nicole Selzam und Verteidiger Steffen Ufer plädieren.

Am 6. März hatte Avdurahman K. seine Frau Nusreta im Keller eines Mehrfamilienhauses am Frühlingsanger im Hasenbergl überrascht. Sie befüllte gerade den Trockner, als ihr Mann mit einer Maschinenpistole auf sie feuerte. Sechs Schüsse trafen die 46-Jährige. Sie brach in der Waschküche zusammen. Ihr Mann packte seine Waffe ein und machte sich auf die Suche nach seinem Schwager Senad B.

Der 37-Jährige, das hat Avdurahman K. vor Gericht erklärt, sei sein eigentliches Ziel an jenem Morgen gewesen. Denn Senad B. habe seine Schwester jahrelang ausgenommen und so das Geld der Familie vergeudet. Geld, das Avdurahman K. und seine vier Kinder selbst gebraucht hätten. Am Tattag habe er sich mal wieder mit seiner Frau über deren Bruder gestritten. Avdurahman K. habe sich „wahnhaft" in die Wut auf seinen Schwager hineingesteigert, erklärt Verteidiger Ufer.

Staatsanwältin Selzam glaubt anderes: „Aufgrund seiner Persönlichkeit hatte der Angeklagte ein Problem damit, dass überwiegend seine Frau die Familie unterhielt." Nusreta K. arbeitete als Reinigungskraft und verdiente den Großteil des Lebensunterhalts, während Avdurahman K. nur gelegentlich am Bau jobbte.

Der Bruder des Opfers berichtet außerdem, seine Schwester habe nicht ihn, sondern er seine Schwester finanziell unterstützt. Er habe zwei Geschäfte und zwei Autos, sagt Gastwirt Senad B., Geld von seiner Schwester habe er nie gebraucht. Er vermutet einen anderen Grund für Avdurahman K.s Hass: den Tod seines jüngsten Bruders. „Er war danach ein anderer Mensch."

Avdurahman K.s Bruder soll von Mitgliedern eines Drogen-Clans in Serbien ermordet worden sein. Die Gruppierung habe die Justiz bestochen und den Mörder aus dem Gefängnis freigekauft. Dieser sei mit drei Jahren auf Bewährung davongekommen, sagt Avdurahman K. Seiner Familie hätten die Mittel gefehlt, einen Anwalt zu bezahlen oder die Justiz ebenfalls zu bestechen. Und Schuld an dem finanziellen Engpass sei Senad B.

Daher hätte auch Senad B. am 6. März sterben sollen, nachdem Avdurahman K. seine Frau erschossen hatte. Weil der Schwager aber bei einer Freundin übernachtete, fand der Angeklagte ihn nicht und fuhr nach Hause zurück. Dort warteten bereits Ermittler. Ein Sohn hatte seine Mutter gefunden und den Notarzt informiert. Der wiederum entdeckte die Einschuss-Stellen und alarmierte die Polizei.

Bettina Link

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