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Das haus in der Wagnerstrasse 1 in Altschwabing soll abgerissen werden. Auch die Musik-Kneipe "Podium" muss dann weichen.

Mieter bangen um ihr Haus

Wagnerstrasse: Mit Menschlichkeit gegen den Abriss

München - Der Hausbesitzer, BMW-Vorstand Friedrich Eichiner, hält an einem Neubau der Wagnerstraße 1 in Schwabing fest – die Mieter planen Aktionen.

Die Mieter in der Wagnerstraße 1 in Schwabing bangen seit Monaten um ihr Haus. Als Ingenieure rund um das Gebäude Vermessungen durchführten, wurden die Bewohner skeptisch, Gerüchte über einen Abriss machten sich breit. Sie schrieben einen Brief mit der Bitte, nicht abzureißen, an den Hauseigentümer und BMW-Vorstand Friedrich Eichiner. Nun kam das ernüchternde Antwortschreiben von seinem Anwalt zurück. Der Betreff ist unmissverständlich: Von „Beendigung des Mietverhältnisses“ ist die Rede.

Der Anwalt verkündet im Schreiben, der Entschluss des Eigentümers, das Haus abzureißen, sei unumstößlich, weil eine Sanierung des Altbaus nicht wirtschaftlich sei. Zu diesem Ergebnis seien die Untersuchungen gekommen, die am Haus durchgeführt wurden. Die Hausbewohner sollten sich darauf einstellen, Ende 2015 das Haus räumen zu müssen, eine fristgerechte Kündigung werde noch per Post nachkommen. Der Kneipe Schwabinger Podium, die im Erdgeschoss beheimatet ist, sei eine Schonfrist bis Mai 2016 zugesagt worden, erzählt Marie Banck, Sprecherin der Mietergemeinschaft.

Die erste Wohnung steht in dem dreigeschossigen Haus bereits leer, weil der Vermieter keinen Nachmieter mehr sucht. Der jetzige Altbau soll laut Banck einem Neubau mit niedrigerer Deckenhöhe weichen, so dass zwei weitere Stockwerke eingezogen werden können.

Trotz der schlechten Nachrichten will die Wohngemeinschaft nicht aufgeben. „Wir wollen Eichiner nochmal schreiben“, sagt Banck, die selbst seit fünf Jahren in der Wagnerstraße 1 wohnt.

Die Bewohner wollen einerseits mit dem Altbau-Charakter des Hauses argumentieren. Zwar steht das Gebäude nicht unter Denkmalschutz, doch hatten die Anwohner einen Mitarbeiter des Denkmalnetzes Bayern eingeladen, der attestiert habe, dass das Haus aus der Gründerzeit schützenswert sei.

Ihr zweites Argument ist ein menschliches: „Unsere Hausgemeinschaft ist etwas besonderes, wir haben hier einen kreativen Geist, wie er für Alt-Schwabing steht und bundesweit bekannt ist“, sagt Marie Banck. Das wollen die Mieter im kommenden Jahr auch öffentlich zeigen. Sie planen, ihr Haus zu öffnen für Lesungen und Jam-Sessions, „immerhin leben tolle Musiker in unserem Haus“, betont Banck. Jeder solle sehen, dass kreative Leute durch Luxus-Sanierungen heimatlos werden. Gleichzeitig wollen die Hausbewohner damit aber auch ihre Gemeinschaft zelebrieren, so lange sie noch besteht.

Auf Facebook informiert die Wohngemeinschaft über den aktuellen Stand der Dinge. Ihre Seite „Rettet die Wagnerburg“ hat 135 „Likes“ (Stand: 4. Dezember).

Katharina Häringer

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