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Florian Post. 

E-Mail-Affäre im Münchner Norden

Üble Verleumdungen: SPD-Kandidat Post erstattet Anzeige

SPD-Bundestags-Kandidat Florian Post wird in einem vorgeblich offenen Brief als untragbar verleumdet. 

Im Münchner Norden wird anscheinend Wahlkampf mit unfairen Mitteln geführt. Der Absender einer E-Mail, die an alle Münchner Zeitungen ging, gibt sich als Genosse aus und wirft dem SPD-Kandidaten Florian Post vor, „eine Schande für die Partei“ zu sein. Er belegt dies mit angeblichen Zitaten Posts – bis auf eines lässt sich deren Ursprung allerdings nicht nachvollziehen. Post ärgert sich: „Ich vermute hier den Versuch einer persönlichen und politischen Diffamierung!“ Der Bundestagsabgeordnete hat Anzeige gegen unbekannt erstattet.

Post gibt sich kämpferisch: „Vom Absender interessiert mich nur eins: die ladungsfähige Adresse!“ Die herauszufinden dürfte nicht ganz einfach werden. Wer versucht, mit dem Absender Kontakt aufzunehmen, bemerkt schnell, dass die Adresse nicht funktioniert. 

Der Seeheimer Kreis ist der konservative Flügel der SPD-Fraktion. Post war heuer Hauptredner beim „Jahresauftakt mit Kartoffelsuppe“ des Seeheimer Kreises in Oberbayern, Kritik aus diesem Lager wäre eher unwahrscheinlich. Außerdem ist der vorgebliche Absender – ein Friedrich Martens – nicht in der SPD-Mitgliederdatenbank zu finden.

Post sucht den Urheber beim politischen Gegner. „Ich habe einen konkreten Verdacht, bin aber schlau genug, den nicht zu verbreiten“, sagt er. Er ärgert sich: „Solche Methoden kannte ich bisher nur aus dem letzten US-Wahlkampf mit Donald Trump.“

Leonhard Agerer, der Wahlkampfleiter von Posts Konkurrent Bernhard Loos, weist jede Beteiligung von sich. „Die CSU greift nicht in die Schmuddelkiste“, sagt er. Solche Aktionen nutzten nur den politischen Rändern, das könne nicht im Interesse der Parteien sein. Loos selber betont sein entspanntes Verhältnis zu Post. „Ich führe den Wahlkampf für mich und die CSU. Unter Demokraten gehen wir auch demokratisch miteinander um.“

Innerhalb wie außerhalb der eigenen Partei hat sich Post mit seiner zupackenden Art nicht nur Freunde gemacht. Mit den bayerischen Jusos liegt er im Clinch. Sie hatten Post vorgeworfen, schuld daran zu sein, dass Juso-Chefin Johanna Ueckermann auf den aussichtslosen 26. Platz der Landesliste abgestürzt ist. Die SPD-Jugend hatte Post gar Hausverbot erteilt. Bei Facebook provoziert er oft mit seiner direkten Wortwahl. Etwa beim Wildbiesler-Streit: „Jetzt pass Du mal auf: wenn jemand in die U-Bahn pisst, dann werde ich das auch künftig als das bezeichnen, was es ist: nämlich asozial! Und wenn mich jemand angreift, bekommt er eine mit. So einfach ist das!“ Dieses Zitat kommt auch in der gefälschten E-Mail vor. „Um Authentizität vorzutäuschen“, meint Post. Die Aussage sei, die einzige, die er wirklich getroffen habe – und er stehe nach wie vor zu ihr. 

Lesen Sie hier: Bundestagswahl 2017 - Harter Kampf um den Wahlkreis im Münchner Norden

 Marc Kniepkamp

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