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Die Mountain­biker nutzen den Park zum Training.

Schreiben an die Stadt gesendet

Am Olympiaberg: Anwohner haben Ärger mit Radl-Rowdys!

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München - Als Fußgänger lebt es sich auf dem Olympiaberg unter Umständen gefährlich. Den Anwohnern sind die herumrasenden Mountainbiker schon lange ein Ärgernis.

Michel Mullebrouck am Olympiaberg.

Wurzel-Trails, "flowige" Gras-Abfahrten und eine schöne Aussicht bietet der Olympiaberg laut einer Internet-Seite für Mountainbiker. Was den Radlern gefällt, nervt die Anwohner vom Olympiagelände gewaltig! "Es wimmelt auf dem Berg und den Wiesn von Sportfahrern, die um Ecken und Kurven schießen, Steigungen hinunterrasen oder plötzlich zwischen Büschen auftauchen und mit einem Abstand von wenigen Zentimetern an Fußgängern vorbeibrettern", sagt Michel Mullebrouck (51). Der gebürtige Belgier lebt seit 2003 in der Nähe des Olympiabergs und beobachtet mit Sorge, dass die Mountainbiker jedes Jahr mehr werden.

Deshalb sammelt er jetzt Unterschriften, die er an die Stadt übergeben will. Innerhalb weniger Tage haben rund 120 Anwohner unterschrieben. "Wir wenden uns nicht gegen Radler, die das Gelände queren, sondern gegen Sportfahrer und deren rücksichtslose Art, den Olympiaberg als ihr Trainingsgelände in Besitz zu nehmen", heißt es in dem Schreiben an die Stadt.

Olympiaberg laut Rad Sport Gemeinschaft Olympiapark "nicht anspruchsvoll genug"

Die Rad Sport Gemeinschaft Olympiapark München e.V. hat zwar den Olympiapark im Namen. Doch der Vorsitzende Fritz Breig erklärt: "Wir trainieren nicht am Olympiaberg, weil der Berg nicht anspruchsvoll genug für uns ist. Das sind wahrscheinlich normale Radler, die auch mal ein Abenteuer erleben wollen."

Seit dem 24. Juni fahren die Mountain­biker sowieso legal: "Fahrrad frei"-Schilder kennzeichnen den Weg, den sie seit jeher herunter­rasen. "Entweder sperrt die Stadt den Olympiaberg für die Öffentlichkeit und reserviert ihn als offiziellen Trainingsberg oder sie setzt durch, dass diese woanders trainieren", fordern die Anwohner.

Das ist erlaubt

In Bayern ist Radeln in Feld, Wald und Flur "auf geeigneten Wegen" erlaubt. Das hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Urteil 2015 bestätigt. Soweit es der Erholung und nicht kommerziellen oder rein sportlichen Zwecken diene und sofern die Radfahrer mit Natur und Landschaft pfleglich umgingen, sei das Radfahren in der freien Natur von der Bayerischen Verfassung geschützt. Auch auf schmaleren Wanderwegen und Trails bestehe nicht von vornherein eine erhöhte Gefahr für Fußgänger.

Die Trail Rules der "Deutschen Initiative Mountain Bike" formulieren deutlich: 1. Fahre nur auf Wegen! Es ist verboten, querfeldein zu fahren. 2. Hinterlasse keine Spuren! 3. Halte dein Mountainbike unter Kontrolle! 4. Respektiere andere Naturnutzer! Kündige deine Vorbeifahrt frühzeitig an. Vermindere auf Schrittgeschwindigkeit.

Jasmin Menrad

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