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Architektonisch und landschaftlich einmalig: Die Stadt will bei der Unesco beantragen, dass der Olympiapark in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wird.

“Wir sind guter Dinge“

Olympiapark: Das sportlichste Kulturerbe der Welt? Jetzt wird es ernst

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Der Olympiapark soll Weltkulturerbe werden. Der Stadtrat wird am Mittwoch den formellen Beschluss fassen, bei der Unesco zu beantragen, in die Denkmalliste aufgenommen zu werden. Doch es gibt eine Bedingung.

München - Chance oder Last? Das war lange Zeit die Kernfrage bei der Diskussion um den Adelstitel Weltkulturerbe. Kritiker der Idee äußerten die Befürchtung, dass eine Art Käseglocke über den Olympiapark gestülpt und dessen lebendiger Charakter beeinträchtigt werden könnte. Doch diese Bedenken wurden bei einer Expertenanhörung im Münchner Rathaus Ende 2017 zerstreut. Kerngehalt des Olympiaparks sei doch gerade der Sport sowie der Veranstaltungs- und Erholungscharakter, hieß es. Die Stadt wurde ermutigt, die Chance zu ergreifen. Zumal die Erfolgsaussichten groß seien, weil es bisher weltweit nur wenige Sportdenkmäler gibt. Denkmalrechtlich geschützt ist das landschaftlich und architektonische Ensemble schon seit 1998. Die Eintragung als Weltkulturerbe hat keine größeren rechtlichen Auswirkungen als der bestehende Status. Allerdings behält sich die Unesco ein Mitspracherecht bei künftigen Entwicklungen vor.

Architektonisch und landschaftlich einmalig: Die Stadt will bei der Unesco beantragen, dass der Olympiapark in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen wird.

Der Antrag für die Aufnahme in die Weltkulturerbeliste stammt von der Fraktionsgemeinschaft Linke/ÖDP. Außerdem setzt sich eine Initiative „Weltkulturerbe Olympiapark“ für die Umsetzung der Idee ein. Prominentester Fürsprecher ist Alt-OB Hans Jochen Vogel (SPD). Das Planungsreferat teilt die Meinung: Es biete sich die große Chance, dem Olympiapark-Ensemble seiner weit über München hinausreichenden Bedeutung als städtebauliches, kulturelles, architektonisches, gesellschaftspolitisches, geschichtliches, künstlerisches Kulturerbe dauerhaft gerecht werden zu können. 

Olympiapark: Münchner Rathaus vollzieht Kehrtwende

Die Rathaus-Regierungsparteien CSU und SPD haben ihre anfängliche Skepsis abgelegt und werden den Antrag unterstützen. Auch Marion Schöne, Geschäftsführerin der Olympiapark GmbH, hat Gefallen am Titel Weltkulturerbe gefunden. „Wir sind guter Dinge, dass uns dieses Label nützen wird“, sagte sie unlängst. Gleichwohl müsse eine Weiterentwicklung des Parks möglich sein. „Wir wollen das weltweit am besten nachgenutzte Olympiagelände bleiben.“ Eine Mischung aus Veranstaltungsstätte und Erholungsoase für die Bürger.

Den Olympiapark besuchen jährlich etwa 2,8 bis 3,5 Millionen Besucher. Im Durchschnitt finden 400 Veranstaltungen statt. Die größte Veränderung in den kommenden Jahren wird der Bau der Multifunktionshalle von Red Bull sein, in der die Eishockeyprofis des EHC Red Bull und die Bundesliga-Basketballer des FC Bayern spielen sollen. Eröffnung der Halle auf dem früheren Areal des Radstadions ist wohl im Sommer oder Herbst 2021. Unklar ist, was mit dem bisherigen Eissportzentrum passiert, wenn die neue Multifunktionshalle fertiggestellt ist.

Bleibt das Olympiastadion bald jahrelang zu?

Der bürokratische Weg zum Titel Weltkulturerbe ist lang. Schöne rechnet mit einem Zeitraum von sieben bis zehn Jahren. Offiziell muss die Stadt den Antrag an den Freistaat richten, der sich bei der Unesco für die Aufnahme des Parks in die Welterbeliste einsetzt. Problem ist, dass deutschlandweit bereits zehn Anträge vorliegen. Vermutlich dauert es bis 2023, ehe diese Liste abgearbeitet ist. Erst dann gibt es eine neue Bewerbungsrunde, an der München teilnehmen könnte.

Kaiserdom und Eiszeithöhlen: Das sind die Weltkulturerbestätten

So exklusiv wie die sieben Weltwunder ist die Liste der Weltkulturerbestätten natürlich nicht. Aktuell umfasst die Liste nicht weniger als 1073 Kultur- und Naturdenkmäler in 167 Ländern. Deutschland ist mit 42 Stätten vertreten. Das erste deutsche Kulturgut, das Welterbe wurde, war 1978 der Kaiserdom zu Aachen. Als weitere Denkmäler sind etwa die Bamberger Altstadt (1993), die Speicherstadt und das Kontorhausviertel in Hamburg (2015) und zuletzt 2017 die Eiszeithöhlen auf der Schwäbischen Alb in die Liste aufgenommen worden. Der Olympiapark wäre Münchens erstes Weltkulturerbe. In Deutschland erstellt die Kultusministerkonferenz eine einheitliche Wunschliste. 

Liebliche Altstadtidylle: Bamberg mit dem Dom und dem Alten Rathaus (vorne).

Erster Schritt im weiteren Prozedere wäre somit, dass sich der Stadtrat beim Freistaat Bayern für eine Aufnahme in die Vorschlagsliste einsetzt. Die Kultusministerkonferenz trifft eine nationale Vorauswahl. Das World Heritage Committee berät einmal im Jahr über die Aufnahmeanträge der einzelnen Staaten. Weltweit gibt es zahllose Länder, die sich darum bemühen, den Titel Weltkulturerbe zugesprochen zu bekommen. Für viele Staaten ist dies von großer touristischer Bedeutung. Ein Motiv, das beim Olympiapark eine untergeordnete Rolle spielt, weil der ohnehin weltberühmt und von vielen Besuchern frequentiert ist.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebook -Seite „Schwabing – mein Viertel“.

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