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Olympiapark: Sanierung für 200 Millionen?

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Mit dem Olympiapark leistet sich die Stadt ein fantastisches Wahrzeichen. Dessen Unterhalt könnte sie bis 2017 knapp 200 Millionen Euro kosten. gebhardt
Mit dem Olympiapark leistet sich die Stadt ein fantastisches Wahrzeichen. Dessen Unterhalt könnte sie bis 2017 knapp 200 Millionen Euro kosten. gebhardt

München - Der Olympiapark ist für die Stadt ein teurer Spaß. Ein sehr teurer. Nach Schätzungen könnte die Sanierung bis zu 193 Millionen Euro kosten. Das ist noch mehr, als bisher bekannt.

Er ist eines jener Wahrzeichen, die München unverwechselbar machen: Der Olympiapark von 1972 mit seiner fantastischen Zeltdach-Architektur. Doch so ein 300 Hektar großes Pracht-Ensemble hat auch seine Schattenseiten: Nach fast 40 Jahren sind die Bauten erheblich in die Jahre gekommen. Schon lange wird daher an verschiedensten Stellen saniert. Und bis 2017 sind noch zahlreiche weitere Bauarbeiten geplant. Der Park soll sich von seiner besten Seite präsentieren, falls München den Zuschlag für Olympia 2018 erhält. Und auch ohne Spiele haben viele Gebäude dringend eine Auffrischung nötig.

Die Gesamtkosten für das Projekt „Modernisierung Olympiapark“ bis 2017 werden kommenden Dienstag den Stadträten vorgelegt - und sie dürften ihnen abermals kalte Schauer über den Rücken jagen: Nach der aktuellen Schätzung könnten die Gesamtkosten bei bis zu 193 Millionen Euro liegen. Dabei ist noch nicht die Generalsanierung des Zeltdachs mit eingerechnet. Die wird spätestens 2021 nötig - und weitere 78 Millionen kosten. Auch die Kosten für zwei neue olympische Arenen sind noch nicht berücksichtigt - sie werden nur errichtet, wenn München den Zuschlag für die Spiele erhält.

Die geschätzten Kosten liegen damit noch etwas höher als bei der letzten Befassung des Stadtrats im März 2010 - damals nannte die Stadt eine Gesamtsumme von knapp 170 Millionen Euro (wir berichteten). Seinerzeit hatten die Zahlen für einen Eklat gesorgt: Die Stadträte hatten ursprünglich mit weit geringeren Kosten gerechnet - und sich beklagt, dass ihnen die Beträge nur scheibchenweise mitgeteilt würden. Ob die neue Schätzung abermals Zündstoff birgt, bleibt abzuwarten. Stadtrat Mario Schmidbauer (CSU) kündigte an, man werde die Zahlen „hinterfragen“.

Allein für die Erneuerung der Olympiahalle werden aktuell rund 98 Millionen Euro veranschlagt, zuletzt waren es noch 82 Millionen. Die Halle wurde seit 2007 umfassend umgebaut. Sie hat unter anderem neue Kioske und ein neues Restaurant erhalten. Doch bis 2017 müssen auch Betriebstechnik und Brandschutz erneuert werden. Die Kosten hierfür werden jetzt auf 30 Millionen geschätzt. Im neuen Zahlenwerk sind zudem nun zwölf Millionen für die neue Decke aufgeführt. Weil sie schon länger fertig ist, hatte die Stadt sie in der letzten Aufstellung nicht berücksichtigt.

Auch das Olympiastadion kommt um Modernisierungen nicht herum. Für Sanierung der Technik, des Brandschutzes, des Ehrengastbereichs und des ehemaligen Gesundheitsparks führt die Stadt Kosten in Höhe von 40 Millionen Euro auf. Immerhin: Diese Summe könnte weit geringer ausfallen, falls München den Zuschlag für Olympia nicht erhält. Für diesen Fall sei noch kein Szenario errechnet worden, hieß es. Kommt Olympia, könnten zudem Kofinanzierungen möglich sein.

Doch damit nicht genug: Auch am Olympiaturm müssen Beton und Betriebstechnik saniert werden. Und der Bau der neuen kleinen Olympiahalle schlägt mit 30 Millionen Euro zu Buche. Die Olympiapark GmbH ist seit 1972 ein Zuschussbetrieb. Im Jahr 2009 etwa flossen 12,6 Millionen Euro aus der Stadtkasse.

Johannes Patzig

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