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Das neue Pferdegebiet: Wenige Kilometer südlich der Arena liegt das Gelände, auf dem sieben Jahre Apassionata ansässig sein wird.

Teurer Touristenmagnet

Pferde-Gala „Apassionata“ kommt neben Arena

München - Nach einer jahrelangen Hängepartie ist nun beschlossen, dass die wandernde Pferde-Erlebniswelt „Apassionata“ südlich der Allianz Arena einen festen Standort bekommt. Das lässt sich der Chef der Pferde-Show dutzende Millionen kosten – und eine sechsstellige Jahrespacht.

Peter Massine, Erfinder, Produzent und Geschäftsführer der Pferde-Gala Apassionata, ist eine bekannte Größe im Showgeschäft. Er war es, der zum Beispiel David Copperfields ersten Deutschland-Auftritt 1993 in München organisierte. Und von 1993 bis 1997 leitete er das Schiller-Theater in Berlin. Mit der Kraft der Inszenierung hat er also Erfahrung. Sein Vorbild sind US-amerikanische Shows, ähnlich spektakulär wie einst Siegfried und Roy. Mit 3-D-Effekten und Illusionen wird er nun in Fröttmaning mit Apassionata sesshaft, einer Gala, die bislang durch Europa wanderte. „Wir bringen die Show von Las Vegas nach München“, sagt Massine.

Das hofft auch Münchens Wirtschaftsreferent, Bürgermeister Josef Schmid (CSU). 14,1 Millionen Touristen kämen jährlich in die Stadt – jetzt bekomme man eine „europaweit einzigartige Attraktion“ hinzu. Ein Erlebnis sei die Tier-Show allerdings auch für Stadtkinder. „Ich werde sie mit meiner Tochter anschauen.“

Streichelzoo, Hufschmied, Pferdemuseum und Fohlenhaus

So soll der Showpalast aussehen, das künftige Pferdetheater. Die Ausschreibung für das Projekt gewann das Architekturbüro Graft.  

Massine plant mit 2000 Besuchern pro Tag. Der Eintritt für die Pferde-Gala „Der Traum“ kostet ab 28 Euro für Kinder und ab 38 Euro für Erwachsene. Das Stück wird voraussichtlich sechs Mal pro Woche aufgeführt. 1650 Plätze fasst der geplante Showpalast. Hieraus sollen die Haupteinnahmen fließen. Die Karten für die Vorstellungen ab 17. März 2017 sind bereits zu kaufen. Doch die Show ist keine Pflicht. Streichelzoo, Hufschmied, Pferdemuseum, Fohlenhaus: Rundherum sollen zwölf Themenpavillons auf dem fünf Hektar großen Areal entstehen, an denen Eltern mit ihren Kindern entlangschlendern können. Diese Pavillons werden voraussichtlich etwas später, ab Juni 2017 eröffnet.

Seit 2012 hat sich Peter Massine um einen festen Standort für seine Familienunterhaltungsshow bemüht. Nachdem sich Münchner Stadtpolitiker skeptisch gezeigt hatten, verzögerte sich das Projekt. Sie befürchteten ein Verkehrschaos in den U-Bahnen an Fußballtagen in der Allianz Arena. Durch angepasste Showzeiten möchte Massine das Chaos vermeiden.

Futuristisches Pferdetheater für 55 Millionen

Seit kurzem stehen südlich der Arena bereits ein Bagger und Bauzäune auf dem Areal. Der erste Spatenstich soll noch im Juni stattfinden. Massine übernahm auch die Abrisskosten für den Rest des Deutschen Theaters, das dort provisorisch bis 2014 stand, während das Haupthaus an der Schwanthalerstraße restauriert wurde. „Die 3,4 Millionen Euro habe ich gerne gezahlt“, sagt Massine. Ohnehin ist das nur ein kleiner Teil seiner Investitionen in das Fröttmaninger Gelände. Rund 55 Millionen Euro beträgt die Summe, die Massine ausgeben muss, um das futuristische Pferdetheater errichten zu lassen – plus 360 000 Euro jährliche Pacht. Sieben Jahre Nutzung garantiert das Kommunlareferat für Apassionata. Eventuell kommen fünf weitere Jahre hinzu.

Das gesamte neue Areal auf einen Blick.

„Die Investition lohnt sich“, sagt Massine. „Wir sind weltweit einzigartig.“ Betrachtet man die europaweiten Besucherzahlen, wird Massines Investitionsmut nachvollziehbarer: Rund 500 000 Besucher verbucht die bislang wandernde Show jährlich. In München rechnet der Veranstalter mit 400 000 Besuchern pro Jahr – und hofft, dass er irgendwann dauerhaft in der Stadt bleiben kann.

Mehr Info unter www.apassionata.com.

Hüseyin Ince

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