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Teures Erbe Olympiapark

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München - Teures Erbe Olympiapark: Die Investitionen dürften sich binnen 15 Jahren auf mehr als 360 Millionen Euro summieren.

Die Olympischen Sommerspiele 1972 haben München ein gutes Stück vorangebracht und quasi in die Moderne katapultiert. Die Stadt brachte den Bau von U- und S-Bahn auf den Weg, die Fußgängerzone wurde geschaffen – und nicht zuletzt entstand der Olympiapark, der mittlerweile zum Wahrzeichen der Landeshauptstadt geworden ist. Ein billiges Erbe ist letzterer aber nicht. Die Kosten für die Sanierung und Neubauten schrauben sich in immer größere Höhen. Binnen 15 Jahren dürfte sich die Summe auf mehr als 360 Millionen Euro türmen – wenn nicht sogar mehr.

Der Stadtrat hat sich an die ständigen Kostenerhöhungen fast schon gewöhnt, ist aber trotzdem genervt. Die CSU erkundigte sich deshalb im Sommer vergangenen Jahres nach den angefallenen Preissteigerungen. Gestern erhielt sie eine Antwort der Stadtwerke, die zu Beginn des Jahres 2007 die Flächen und Gebäude des Olympiaparks von der Olympiapark-Gesellschaft übernommen hatten, um die anstehende Sanierung der Anlage vorzufinanzieren. Fazit: Die Kosten steigen abermals, aber im vergleichsweise überschaubaren Rahmen. Die weiteren Sanierungsmaßnahmen an der Olympiahalle kosten statt 30 nun 34,4 Millionen Euro. Und auch für den Asphaltbelag im Olympiastadion werden neuerdings „mindestens acht Millionen Euro“ einkalkuliert.

Vieles ist in den vergangenen Jahren bereits geschehen: Die Olympiahalle erhielt eine neue Decke, Kioske wurden eingebaut sowie ein neues Restaurant. Auch das Olympiastadion ist in den vergangenen Jahren auf Vordermann gebracht worden. Selbst eine neue kleine Olympiahalle, rund 30 Millionen Euro teuer, hat die Olympiapark GmbH mittlerweile in Betrieb genommen. Rechnet man alle Maßnahmen zusammen, so kam man bisher auf Kosten von rund 200 Millionen Euro.

Damit aber wird es nicht getan sein. Denn die nächste Sanierung ist absehbar – die des Zeltdachs, die voraussichtlich in zehn Jahren mit weiteren rund 80 Millionen zu Buche schlagen wird. Je nach Bauzustand sei auch mit einem bis zu dreistelligen Millionenbetrag zu rechnen, teilten die Stadtwerke jetzt mit.

Bereits absehbar ist ein weiterer dicker Brocken: der Bau einer neuen Mehrzweckhalle – dort, wo heute die Event Arena, das frühere Radsportstadion, steht. Ursprünglich sollte das Oval im Rahmen der Winterspiele 2018 mit Zuschüssen des Bundes gebaut werden. Die wird es nun nicht geben. Stadt oder Stadtwerke werden deshalb in die Bresche springen müssen. Bisher waren Kosten von knapp 80 Millionen Euro für das Projekt eingeplant. Unterm Strich sind also schon jetzt Gesamtkosten von 360 Millionen Euro in Sicht.

Mitte April soll der Aufsichtsrat der Olympiapark-Gesellschaft über die neue Halle beraten. Dann werde auch die Frage auf den Tisch kommen, was denn mit der alten Eishalle geplant sei, sagte CSU-Stadtrat Mario Schmidbauer und betonte: „Ich will keine Salamitaktik mehr.“ Denn für Olympia stand da noch eine Halle auf dem Wunschzettel – für weitere 38 Millionen Euro.

Von Matthias Kristlbauer

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