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Die zukünftige CSU-Parteizentrale (Gebäude links unten) ist im Stadtteil Parkstadt Schwabing vor den Highlight-Towers zu sehen.

Neue Parteizentrale

CSU kauft sich „Vereinsheim“ in Schwabing

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München - Die CSU-Parteispitze beschließt den Wegzug aus dem Franz-Josef-Strauß-Haus an der Nymphenburger Straße in Richtung Parkstadt Schwabing - und legt einige Millionen drauf.

Die CSU nimmt Reißaus aus dem Hinterhof. Die engste Parteispitze hat gestern einstimmig den Umzug aus der Nymphenburger Straße in einen schmucken Bürobau in der Parkstadt Schwabing beschlossen. In den nächsten Wochen wird der Kaufvertrag unterschrieben. Vom alten Areal trennt sich die Partei.

Von einer neuen Heimat träumt die CSU schon lang. Ihr Rückgebäude ist, entgegen den Polit-Klischees, mitnichten protzig, sondern veraltet, verwinkelt und miefig. Mitarbeiter schwitzen seit vier Jahrzehnten in kaum klimatisierten Büros, der Generalsekretär haust unter einer Dachschräge. Der triste Hof ist regelmäßig die Kulisse für TV-Statements am Rande von Vorstandssitzungen. Für Pressekonferenzen muss die CSU meist externe Säle anmieten. Auch war das Haus kaum zu sichern, neulich wurde es von jungen Kurden mühelos besetzt.

Ausziehen, verkaufen, neu kaufen – die CSU hat sich damit auf die radikalste Lösung geeinigt. Eine Sanierung an der Nymphenburger Straße wäre aber teuer und ineffizient gewesen, sagen Beteiligte. Nun bezieht die Partei in einigen Monaten das gerade leerstehende Bürohaus an der Mies-van-der-Rohe-Straße 1.

„Es ist eine gute Investition für eine Volkspartei, wenn sie so etwas wie ein Vereinsheim hat“, erklärte CSU-Chef Horst Seehofer. Die finanziellen Details will die Partei vorerst geheim halten. In Branchenkreisen wird der Kaufpreis auf 20 bis 30 Millionen Euro geschätzt. Nach Informationen unserer Zeitung muss die CSU eine Millionensumme auf den Verkaufserlös drauflegen. Gut ein Drittel des neuen, hellen Gebäudes nahe an der Auffahrt zur A 9 will die CSU vermieten und so Zins und Tilgung finanzieren. An die 4000 Quadratmeter nutzt die Partei selbst. Geplant sind viele Einzelbüros, Konferenzräume, ein Café und eine Presselounge. Eröffnung: Ende 2015, wenn alles perfekt läuft, schon zum 100. Strauß-Geburtstag im September.

Mit einem allerdings muss die CSU klarkommen: dem Straßennamen, benannt nach dem deutsch-amerikanischen Stararchitekten Ludwig Mies van der Rohe. Der baute die Neue Nationalgalerie in Berlin, aber auch das Denkmal für Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, beide der CSU eher nicht nahestehend.

Eine Umbenennung (vielleicht in Edmund-Stoiber-Allee oder Alois-Glück-Wegstrecke?) kommt nicht in Frage. Das werde vom Ältestenrat des Stadtrates nur „aus zwingenden Gründen“ vorgenommen, sagt ein Sprecher des Kommunalreferats. Zudem müsste der Namensgeber schon mindestens ein Jahr tot sein, auch wird aus Quotengründen jetzt primär nach Frauen benannt.

Dass es bei der Staatskanzlei 1993 gelang, sie an einen „Franz-Josef-Strauß-Ring“ zu bauen, war eine glückliche Fügung für die CSU-Regenten: Die Verkehrsführung wurde geändert, ein kleines Stück Straße war noch namenlos.

Christian Deutschländer

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