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Fototermin nach getaner Arbeit: Martin Tietjen (li.) und Martin Radons mit Maskottchen Lotte.

Fliegerbombe entschärft

Blindgänger in Obergiesing: Lotte bringt Sprengmeistern Glück

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München - Die Fliegerbombe wurde erfolgreich entschärft, 2000 Menschen mussten dafür am Donnerstag ihre Wohnungen verlassen. Mitgeholfen hat auch ein kleiner Hund.  

28 Minuten brauchen die Sprengmeister Martin Tietjen und Martin Radons im Schnitt, um eine Bombe zu entschärfen. Daran halten sie sich auch am Donnerstag in Obergiesing–Fasangarten: Von 14.43 bis 15.12 Uhr, also eine Minute länger als im Schnitt, dauert es, bis die beiden die 250 Kilogramm schwere amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft haben. Jack-Russell-Hündin Lotte, ihr Maskottchen, sitzt derweil wie bei jeder Entschärfung im Auto der Sprengmeister. Sie soll den Männern Glück bringen.

Das rostige US-Souvenir hatten Bauarbeiter am Mittwochmittag im Boden einer Baustelle auf Höhe der Lincolnstraße 74 entdeckt. Die zunächst für Mittwoch geplante Entschärfung wurde wegen der früh einsetzenden Dunkelheit auf den nächsten Tag verschoben.

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Obergiesing: Fliegerbombe ist entschärft

Am Donnerstagnachmittag liegt eine ungewohnte Ruhe über der Gegend an der Lincolnstraße nahe der Cincinnatistraße in der sogenannten Ami-Siedlung. Keine Menschen sind auf den Straßen unterwegs, keine Autos fahren, der S-Bahn-Verkehr ist unterbrochen. Etwa 2000 Menschen leben oder arbeiten innerhalb des 500-Meter-Sperrrings rund um die Fliegerbombe.

"Gelegenheit, mit den Nachbarn in Kontakt zu kommen"

Mussten überraschend aus ihrer Wohnung: Die 44-jährige Mutter Tina mit ihren Söhnen Leo (11, li.) und Max (13).

Der Unterricht in drei Schulen rund um das Fundstück endet an diesem Tag bereits um 11.30 Uhr. Ab 12 Uhr bitten Polizei und Feuerwehr die Menschen, die Gebäude zu verlassen. Viele Anwohner sind mittags in der Arbeit oder quartieren sich bei Freunden ein. Einige, die wegen körperlicher Beeinträchtigungen nicht alleine aus ihren Wohnungen kommen, holt der Arbeiter-Samariter-Bund ab. Bis die Entwarnung von Polizei und Feuerwehr kommt, müssen die Anwohner im Wirtshaus „Münchner Tram“ an der Lauensteinstraße ausharren.

„Wir sind Nachbarn, wohnen in einem Mehrfamilienhaus an der Balanstraße. Wir sind sicher, dass alles gutgeht und machen uns keine Sorgen“, sagen Alexander Sachstetter (41) und Michail Paloglou (42), die bei einem Glas Wasser in der bayerischen Wirtschaft sitzen. „Es ist sogar mal wieder eine Gelegenheit, mit den Nachbarn in Kontakt zu kommen und zu ratschen.“

"Die Buben hat's gefreut"

Unterhielten sich mal wieder mit den Nachbarn: Alexander Sachstetter (41, li.) und Michail Paloglou (42).

Das Ehepaar Brigitte (69) und Simon Riedelsheimer (81) sitzt zusammen mit dem Nachbarn Richard Hallhuber (82) ebenfalls in der Gaststätte. „Wir wohnen an der Frankenwaldstraße und haben gestern erfahren, dass wir unsere Wohnungen kurzfristig räumen müssen. Es ist schon eine ziemliche Aufregung und wir hatten auch ein mulmiges Gefühl. Aber wir haben nachts versucht abzuschalten und zu schlafen“, erzählen die Rentner. Die 44-jährige Mutter Tina musste mit ihren Söhnen Leo (11) und Max (13) ganz kurzfristig ihre Wohnung verlassen. „Wir haben gedacht, wir aus der Wikingerstraße sind nicht betroffen. Aber dann hat die Polizei geklingelt. Die Buben hat’s gefreut. Sie durften ihre Hausaufgaben unterbrechen. Meine Hausarbeit ist jetzt liegengeblieben.“

Um 15.40 Uhr dürfen alle Anwohner wieder in ihre Wohnungen zurück. Ab 15.56 Uhr fahren auch die S-Bahnen wieder regulär. „Es lief alles ohne Probleme“, erklären Radons und Tietjen beim anschließenden Fototermin mit der Bombe. Ein bisschen ein Kribbeln hätten sie vor einer Entschärfung schon immer – aber im Grunde sei es für die Sprengmeister ein Job wie jeder andere. 

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