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Für Radler und Fußgänger

Giesinger Berg: Bundesmittel für die Brücke?

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München - Arbeitskreis mahnt zur Eile: Förderprogramm könnte geplanten Fußgänger- und Radlsteg zu zwei Dritteln finanzieren. 

Die Idee einer Fuß- und Radwegbrücke über den Giesinger Berg könnte durch ein Förderprogramm des Bundes in greifbare Nähe rücken. Klaus Bäumler, Leiter des Arbeitskreises Öffentliches Grün, hat in einem Brief an OB Dieter Reiter (SPD) angeregt, das Projekt für das Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus 2016“ anzumelden. Dann könnten zwei Drittel der Kosten von Berlin getragen werden.

Forderungen nach einem Steg am Giesinger Berg gibt es schon seit 2002. Seit Oktober vergangenen Jahres kämpft die „Brückenallianz Giesinger Berg“, ein Zusammenschluss bürgerlicher Kräfte, für die Brücke, die nahe der Kirche Heilig Kreuz Fußgängern und Radlern helfen soll, die viel befahrene Verkehrsschneise Giesinger Berg zu passieren.

Im Stadtrat stießen sie von Anfang an auf Sympathie – schließlich klafft hier eine hässliche Lücke in der sonst sogar vom Fahrradclub ADFC hochgelobten Radwegverbindung zwischen der südlichen Stadtgrenze und dem Gasteig. Einen ersten handfesten Erfolg feierte die Allianz am 20. Januar: Da bescheinigte der Planungsausschuss des Stadtrats dem Projekt „städtebauliche Premiumqualität“ und sprach ihm höchste Priorität zu.

Nun gelte es schnell zu handeln, schreibt Bäumler. Bis zum 19. April könne sich die Stadt um Fördermittel aus einem brandaktuellen Programm bewerben. Das Programm, erst am 26. Januar von Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) bekannt gemacht, scheint wie gemacht für das Giesinger Projekt: Es setzt laut Bäumler „keine baureifen Planungen voraus“. Projektskizzen reichten aus.

„Die realistische Chance der Förderung des Brückenbaus durch den Bund, der zwei Drittel der Kosten tragen würde, sollte von der Stadt München unbedingt genutzt werden“, mahnt Bäumler. „Bei derzeit grob geschätzten Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro würde der Bund damit eine Million Euro tragen.“

Bäumler sieht den angestrebten Brückenschlag auch als symbolischen Akt: Es passe gut zum ökumenischen Aspekt des Lutherjahres 2017, wenn die evangelische Lutherkirche östlich des Giesinger Bergs und die katholische Heilig-Kreuz-Kirche auf der Westseite verbunden würden.

Auch als Beitrag Münchens zum Europäischen Kulturerbe-Jahr 2018 könne das Projekt verstanden werden. Schließlich stelle die Brücke den urbanen Naturraum der innerstädtischen Isar-Landschaft wieder her. Wie berichtet, hat das Architekturbüro Karl + Probst einen Entwurf für den Rad- und Fußweg erarbeitet, der mit rollstuhltauglichem Gefälle die Schneise überbrücken soll.

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