Israel schränkt Zugang zum Tempelberg wieder ein - Neue Gewalt befürchtet

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Mag nicht mehr: Inge Hügenell aus Giesing. Foto: Bodmer

Ältestes Bezirksausschussmitglied

Münchens älteste aktive Politikerin hört auf

München - Mit 89 lässt die Sozialexpertin Inge Hügenell (SPD) vom Bezirksausschuss Obergiesing „jetzt mal die Jungen ran“.

Inge Hügenell, Münchens ältestes Bezirksausschussmitglied, hat sich am vergangenen Dienstagabend aus der Kommunalpolitik verabschiedet. „Mit 89 Jahren wird es Zeit, dass man aufhört“, sagt sie. Zumal es ihr gesundheitlich nicht mehr so gut gehe. „Es tut mir leid, aber jetzt sollen mal die Jungen ran.“

Von 1960 bis 1972 und wieder seit 2002 gehörte die SPD-Politikerin dem Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten an. Dazwischen saß sie von 1972 bis 1996 als Stadträtin im Rathaus. „Da habe ich aufgehört, weil ich damals schon alt genug war“, erinnert sie sich. Doch als die Mitglieder für die Stadtteilparlamente dann direkt gewählt wurden, ließ sie sich noch einmal aktivieren. „Bloß daheim rumsitzen kann ich auch nicht.“

1927 in Ramersdorf geboren und in Obersendling aufgewachsen, hat Inge Hügenell während des Kriegs bei der Firma Siemens ihre Lehre absolviert. Nach dem Krieg trat sie in die Gewerkschaft und die SPD ein. Giesing ist Inge Hügenells Heimat. Hier lebte sie glücklich mit ihrem Ehemann, hier kamen ihre drei Kinder zur Welt, hier kämpfte die Sozialdemokratin mit viel Herzblut unter anderem um Altentagesstätten, um Kindergarten- und Schulprojekte, um den Ankauf der ehemaligen Neue-Heimat-Wohnungen und um den Erhalt des Giesinger Bahnhofs.

Für soziale Themen hat sie sich stets stark engagiert. Als Verwaltungsbeirätin des Stadtjugendamts, als Vorsitzende des Münchner Seniorenbeirats und sogar mehrere Jahre im Bundesseniorenbeirat. Sehr am Herzen liegt ihr der Verein zur Erhaltung und Pflege des Perlacher/Grünwalder Forstes, den sie mitgegründet und bis 2015 geleitet hat. Nach einem Beckenbruch und mehreren Operationen ist die 89-Jährige nun ins Harlachinger Münchenstift-Heim umgezogen. Kaum vorstellbar, dass die Seniorin künftig nicht mehr kämpferisch in Giesing aktiv ist. „Ich lebe noch und hab‘ Telefon“, beruhigt Hügenell, „gottseidank fehlt mir ja im Kopf nichts.“

Carmen Ick-Dietl

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