+
Schänke statt Lagerraum: Steffen Marx, Geschäftsführer des Giesinger Bräu, will einen Stehausschank an den Giesinger Berg bringen. Wer das Ganze per Crowdfunding mitfinanziert, bekommt sein Geld in Genussscheinen zurück.

Giesinger Bräu

Gibt's bald wieder einen Stehausschank für Giesing?

München - „Giesinger Bräu“ will die alte Tradition wiederbeleben – wer will, kann mit dem Kauf von Genussscheinen dabei helfen.

Der Stehausschank ist vom Aussterben bedroht. Ein Bier „auf die Hand“ gibt es nur noch in wenigen Münchner Wirtshäusern. In Giesing soll es jetzt bald einen neuen Stehausschank geben. Bezahlen wird ihn die Kundschaft – im Voraus.

Das Bräustüberl im „Giesinger Bräu“ ist meistens voll. So voll, dass viele Gäste, die spontan vorbeischauen, keinen Platz kriegen, wie Geschäftsführer Steffen Marx erklärt. „Aber wenn du am Dienstag Durst hast, willst du nicht für den Donnerstag reservieren“, fügt er an. Damit auch der „spontane Biertrinker“, wie es Marx nennt, immer einen Platz findet, kam dem Bräu die Idee, die Tradition des Stehausschanks wiederzubeleben. Und auch eine Bühne für Konzerte soll laut Marx entstehen.

Um den Stehausschank zu verwirklichen, hat das „Giesinger Bräu“ eine Crowdfunding-Kampagne gestartet. Dabei können Einzelpersonen bestimmte Geldbeträge spenden, die das Vorhaben dann finanzieren. Als Gegenleistung bekommen die Unterstützer Genussscheine. Wer zum Beispiel 200 Euro gibt, erhält einen Genussschein im Wert von 240 Euro – den er in Bier und Essen ummünzen kann.

Los ging die Kampagne am 10. August, das Ziel waren 40.000 Euro. Bereits neun Tage später, am Freitag, war das Geld beisammen. Für den Stehausschank und die Bühne rechnet man jedoch mit Kosten von 75.000 Euro. Jeder Euro mehr helfe deshalb, den Stehausschank schneller realisieren zu können. Mit Crowdfunding haben sie beim „Giesinger Bräu“ Erfahrung. Bereits den Umzug ins neue Bräustüberl finanzierten zahlreiche Unterstützer über Crowdfunding. Ende 2014 ging es vom Geburtsort der Brauerei, einer Doppelgarage in der Birkenau, in die heutige Brauerei mit Gaststätte am Giesinger Berg.

Den neuen Stehausschank könnten sie beim Giesinger Bräu auch selber stemmen, räumt Steffen Marx ein. „Aber die Leute, die bei der ersten Kampagne dabei waren, fragen immer, wann wir mal wieder ein Projekt machen, an dem sie sich beteiligen können.“ Der Stehausschank solle auch dazu beitragen, die Leute aus dem Stadtteil noch besser zu erreichen. Und: „Wer da mitmacht, kriegt ja auch Prozente.“ Wer den Stehausschank unterstützen will, findet weitere Informationen unter www.startnext.com/stehausschank.

Emil Nefzger

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Drogen, Gewalt, Straftaten: Der Horror am Hauptbahnhof
Es ist Münchens heftigste Ecke: Der Hauptbahnhof sowie das Umfeld zum Stachus und Alten Botanischen Garten. Ein absoluter Brennpunkt für die Polizei!
Drogen, Gewalt, Straftaten: Der Horror am Hauptbahnhof
So hilft Münchens Alt-OB Ude in Afrika
München - Jahrzehntelang hat Christian Ude in München die Geschicke geleitet. Nun kümmert sich die der Alt-OB um notleidende Mitmenschen in Afrika. Im Interview spricht …
So hilft Münchens Alt-OB Ude in Afrika
SPD-Stadtrat fordert: Turnhallen am Wochenende öffnen
Stadtratsmitglieder der SPD-Fraktion fordern die Verwaltung der Stadt München dazu auf, ein Konzept zu erarbeiten. Ziel: die Öffnung der Schulturnhallen auch am …
SPD-Stadtrat fordert: Turnhallen am Wochenende öffnen
Sendlinger Tor: Nasse Füße im U-Bahnhof  - Video
Nasse Füße gab es am Freitagnachmittag für die Fahrgäste am Sendlinger Tor. Während es oben ohne Unterlass regnete, kam unten das Wasser von der Decke.  
Sendlinger Tor: Nasse Füße im U-Bahnhof  - Video

Kommentare