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Vier Meter in die Erde versenkt: Der Hochsicherheitsgerichtssaal in Stadelheim soll heuer in Betrieb gehen.

Serie: Das bringt das neue Jahr für den Stadtbezirk

Großprojekt 2016: Höchste Sicherheit für Justitia

München - Große Projekte im neuen Jahr: Obergiesing bekommt einen Hightech-Gerichtssaal und ein Krematorium.

Der Umzug erfolgt gut ein Jahr später als geplant: Im Frühjahr 2016 soll die neue Giesinger Mittelpunktsbibliothek in Betrieb gehen. Verzögerungen beim Bau an der Deisenhofener Straße sind schuld an dem Aufschub.

Die Stadtteilbüchereien, die bislang an der Tegernseer Landstraße und Schlierseestraße lagen, werden hier zusammengeführt. Auf mehr als 1200 Quadratmetern wird es rund 60 000 Medien geben, zudem ein Lesecafé, einen Lesegarten und einen Multifunktionsraum für Projekte mit Schulklassen.

In der ersten Jahreshälfte soll auch der neue Hochsicherheitsgerichtssaal in der Justizvollzugsanstalt Stadelheim eingeweiht werden. Angeklagte in Verfahren mit höchster Sicherheitsstufe können dann innerhalb der Giesinger Gefängnismauern unterirdisch zur Verhandlung geführt werden. Der Neubau im Innenhof von Stadelheim ist vier Meter in die Erde versenkt und hat 80 Zentimeter dicke Stahlbetondecken. Neben zwei Sitzungssälen, die auch zusammengeschaltet werden können, bietet er Büros, Beratungs- und Verhörzimmer, vergitterte Warteräume und einen Videovernehmungsraum. Gleich angrenzend gibt es eine neue Sporthalle für die Häftlinge. Die Kosten für den Gesamtkomplex: rund 15 Millionen Euro.

Die städtische Friedhofsverwaltung will im Frühjahr mit dem Bau des neuen Krematoriums auf dem Ostfriedhof beginnen. Das alte Gebäude am östlichen Rand des Gottesackers entspricht trotz mehrfacher Um- und Ausbauten nicht mehr den modernen Anforderungen. Der Neubau ist südlich der historischen Trauerhalle geplant. Nach der Fertigstellung 2017 sollen Sarganlieferungen und Aufbahrungen für Feuerbestattungen dann direkt am Krematorium erfolgen.

An der Chiemgaustraße baut das Münchner Studentenwerk in mehreren Bauabschnitten rund 700 neue Wohnungen. Der bisherige Gebäudebestand mit etwa 450 Wohnplätzen entsprach nicht mehr den Anforderungen und wird abgerissen. Im ersten Bauabschnitt entstehen nun circa 280 Wohnplätze sowie eine Kinderkrippe. In unmittelbarer Nachbarschaft, an der Pöllatstraße, wird ebenfalls abgerissen und neugebaut. Es trifft den so genannten Pöllat-Pavillon, der früher die Stadtbibliothek beherbergte und zuletzt kulturell zwischengenutzt wurde. Jetzt sollen auf dem Eckgrundstück ein Familien- und Beratungszentrum samt Kinderbetreuungseinrichtung, einer Anlaufstelle für ältere Menschen mit Pflegedienst sowie Pflegewohnungen auf Zeit durch die gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Gewofag errichtet werden. Neu gestaltet wird die dahinter liegende Grünanlage des Neuschwansteinplatz und durch eine Lärmschutzwand vor dem Verkehrslärm des vorbeifließenden Mittleren Rings geschützt.

Im September soll am neuen Quartiersplatz Perlacher Forst der Rohbau für den zentralen Bau mit Supermarkt, Restaurant, Büros und Wohnungen fertig werden. Die Eröffnung des Nahversorgers ist für Mai 2017 vorgesehen. Direkt gegenüber, beim so genannten Annex für die Europäische Schule München, soll im Juni der Grundstein gelegt werden. Der Erweiterungsbau, in den die Europa-Grundschule einziehen wird, soll zum Schuljahresbeginn 2019 fertig werden

Carmen Ick-Dietl

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