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Stadelheim muss saniert werden: Der bayerische Landtag eine umfassende Erneuerung der Außenmauern beschlossen.

Baumaßnahmen

Stadelheim bröckelt: Sanierung für über 13 Millionen

München - Stadelheim braucht neue Mauern. Wetter und Streusalz haben der ausbruchssicheren Einfassung der Münchner Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Stadelheimerstraße in Giesing offenbar so stark zugesetzt, dass der bayerische Landtag nun eine umfassende Erneuerung der Außenmauern beschlossen hat.

Neben den baulichen Maßnahmen sollen auch die elektrotechnischen Anlagen des Gefängnisses auf modernsten Stand gebracht werden.

Das ganze Projekt wird in vier Abschnitte aufgeteilt. Ab August soll zunächst mit der Sanierung der Gefängnismauer begonnen werden. Ab September will man die Beleuchtung des Sicherheitsstreifens erneuern. Später werden noch der innere Sicherheitszaun, die Kameraüberwachungsanlagen sowie die Sicherheitszentrale überarbeitet. Zudem werden die Außenabschluss- und Innentüren auf Motortüren mit Transponder umgerüstet.

Bis Ende 2019 soll alles fertig werden. Die Kosten für die gesamte Maßnahme belaufen sich auf etwa 13,6 Millionen Euro. „Wir nehmen Sicherheit sehr ernst und sind deshalb auch bereit, die notwendigen Mittel dafür auszugeben“, erklärt der Giesinger Landtagsabgeordnete Andreas Lorenz (CSU).

Neben der Mauersanierung kommt aber noch eine Baustelle auf die Münchner JVA zu: Das Gefängnis braucht eine neue Löschwasserzentrale. Dazu muss in der Anstalt ein unterirdischer Wasserbehälter eingebaut werden – mit einem Fassungsvermögen von rund 400 Kubikmetern. Die Zentrale mit den Generatoren wird in einem neuen Gebäude neben der bestehenden Wäscherei untergebracht.

Die Maßnahme geht laut Thomas Pfeiffer, Sprecher des Justizministeriums, auf eine Initiative der Stadt zurück. Demnach sollen in München große Einrichtungen Löschwasservorräte in bestimmtem Umfang vor Ort vorhalten – getrennt vom Trinkwassernetz. Die Planungen für die neue Löschwasserzentrale in Stadelheim sind weitgehend abgeschlossen. Im Juni soll voraussichtlich losgebaut werden.

Im Gegensatz zu anderen bayerischen Justizvollzugsanstalten wie Bernau oder Aichach hat Stadelheim keine eigene Betriebsfeuerwehr. Bei Brandalarm wird die Münchner Feuerwehr verständigt. Je nach Brandort und -verlauf gibt es genau festgelegte Evakuierungspläne, für die das Personal in den Justizvollzugsanstalten regelmäßig geschult wird. Bei Bedarf rücken zusätzliche Polizeikräfte zur Unterstützung an. In jedem Gefängnis gibt es einen eigenen Brandschutzbeauftragten.

Für eine andere Baustelle in Stadelheim ist das Ende absehbar: Nach zwei Jahren Bauzeit soll bis zur Jahresmitte der neue Hochsicherheits-Gerichtssaal in Betrieb gehen. Der Freistaat hatte für rund 15 Millionen Euro auf dem Gelände ein Sitzungssaal-Gebäude für Strafverfahren mit hohen Sicherheitsanforderungen errichtet. Damit müssen die Häftlinge nicht mehr ins Strafjustizzentrum in der Innenstadt gebracht werden.

In dem zweigeschossigen Gebäude, das wegen der Sichtachsen von den Wachtürmen vier Meter tief in die Erde versenkt wurde, gibt es neben den zwei Sitzungssälen auch Büros und Beratungszimmer für Richter, Staatsanwälte und Schöffen sowie Verhörzimmer, einen Videovernehmungsraum, Räume für Justizangestellte und Häftlinge. Zudem ist angrenzend noch eine neue Sporthalle für Häftlinge und Vollzugsbeamte entstanden.

Carmen Ick-Dietl

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