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Das erhoffen sich die Fans: Ein Wiedererstarken des Vereins an seiner traditionellen Wirkungsstätte an der Grünwalder Straße. 

TSV 1860 München

Löwen zurück nach Giesing: So geht es jetzt weiter

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    Sascha Karowski
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Der TSV 1860 München darf wieder im Grünwalder Stadion spielen. Der Stadtrat befürwortet die Rückkehr der Löwen einstimmig. Einige Fragen werden sich wohl erst im Laufe der ersten Regionalliga-Saison klären. Auch, ob das Stadion noch ausgebaut wird.

München - Wer derzeit in Fröttmaning anruft, um sich nach Tickets für die neue Saison zu erkundigen, landet bei einer Bandansage, die Eintrittskarten für Heimspiele des FC Bayern und des TSV 1860 München ankündigt. Das muss kein schlechtes Omen sein. Aber tatsächlich ist nach wie vor offen, ob die Löwen in der kommenden Saison vertragsgemäß in der Allianz Arena kicken oder ins Grünwalder Stadion zurückkehren dürfen. Wie zu erfahren war, stehen die Zeichen zwischen den Vereinen auf Einigung, heute werden die finalen Gespräche geführt. Gut möglich, dass die Angelegenheit bereits dann besiegelt wird.

Stadtrat gibt grünes Licht

Am Stadtrat wird es jedenfalls nicht scheitern. Das Gremium hat am heutigen Mittwoch einstimmig den Weg für eine Rückkehr der Löwen an die Spielstätte in Giesing freigemacht. SPD-Fraktion-Vize Verena Dietl: „Wir haben uns ein drittligataugliches Stadion auf die Fahnen geschrieben, auch wenn abschließend noch nicht alle Fragen beantwortet sind.“ Das schreibt auch die Verwaltung in ihrer Vorlage. Zuschauerzahlen und Verkehrsbelastung könnten nicht vorhergesagt werden. CSU-Fraktions-Chef Manuel Pretzl merkte an, dass für manche Hochrisiko-Spiele die Kreuzung Grünwalder Straße/Tegernseer Landstraße gesperrt werden müsste „bis nach Grünwald und in die Innenstadt hinein“. „Auch Sicherheitsfragen sind noch zu klären“, sagte Ex-Löwen-Präsident und Grünen-Stadtrat Hep Monatzeder. „Das sind nicht immer friedliche Spiele.“ Er freue sich aber über das Signal: „Wenn Ihr zurückkommen wollt, dann werden wir das Nötige tun.“

Anwohner sind skeptisch

Thomas Ranft (FDP) mahnte, dass es wichtig sei, „stets den Bezirksausschuss und die Bevölkerung vor Ort einzubinden“. Zuletzt hatte es in Giesing einige Unmutsäußerungen gegeben. Anwohner fürchten 20 Tage Ausnahmezustand und randalierende Fans. Sportreferentin Beatrix Zurek: „Es gibt Gespräche mit dem Verein. Und es wird eine hohe Kooperationsbereitschaft signalisiert.“ Mario Schmidbauer (Bayernpartei) forderte den Stadtrat auf, „keine Horrorszenarien“ zu konstruieren. Man solle doch erst einmal die erste Saison in der Regionalliga abwarten „und schauen, worüber wir reden“.

Westkurve soll aufgestockt werden

Eine andere Frage wird sich zuvor ebenfalls nicht mehr klären lassen. Die Verwaltung hält es grundsätzlich für möglich, die Westkurve auszubauen und die Kapazität des Grünwalder Stadions somit auf 15.000 Besucher zu erhöhen. Doch da gibt es noch Gesprächsbedarf. Dietl: „Wir bedauern sehr, dass die Westkurve nicht ausgebaut wurde. Aber wir werden sie aufstocken. Wohl aber erst für die nächste Saison.“ CSU-Vize Kristina Frank: „Bei der Aufstockung wollen wir uns noch nicht festlegen.“ Offen ist, wer die bezahlt. Außerdem gebe es bereits negative Lärmgutachten. „Nicht passieren darf, dass wir das Stadion nicht in vollem Umfang nutzen können, weil der Lärm zu viel wird.“

Bedenken in Sachen Lärmschutz

Umweltreferentin Stephanie Jacobs erklärte, dass der Ermessensspielraum beim Thema Lärm bereits bei einer Kapazität von derzeit 12.500 Plätzen erschöpft sei. „Alles andere müssen wir tiefergehend prüfen.“ Sie glaube aber nicht, dass eine Aufstockung der Westtribüne ohne baulichen Lärmschutz zu realisieren sei. „Das wird dann wohl nicht genehmigungsfähig.“ Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD): „Wir werden alles tun, um die Probleme noch zu klären.“

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