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Der Tegernseer Platz ist im Moment weder eine Augenweide noch ein Spaß für Radfahrer und Fußgänger.

Giesing

Tempo 20 am Tegernseer Platz

Aus dem Herzstück von Giesing, dem Tegernseer Platz, soll ein verkehrsberuhigter Bereich mit Tempo 20-Zone werden.

Einen richtig tollen Stadtteil-Mittelpunkt könnte man aus dem Tegernseer Platz eigentlich nur machen, wenn man den Verkehr komplett verbannen würde. Doch an den Gleisen der Trambahnlinie 25 aus Grünwald, die hier am Halt Silberhornstraße mit der U-Bahn verknüpft ist, ist nicht zu rütteln. Zumindest den Autoverkehr möchte die Stadt aber gerne aus dem Obergiesinger Zentrum raushalten.

Wie dies funktionieren soll, darüber wird seit vielen Jahren diskutiert. Fazit: Den Individualverkehr komplett zu verbannen, wird nicht klappen. Natürlich hätte man ohne Fahrbahn und Parkstreifen mehr Platz für Fußgänger und andere Nutzungen. So sehr dies wünschenswert wäre, die Sperrung der direkten Kfz-Durchfahrt vom Mittleren Ring nach Haidhausen würde erheblichen Verkehr in die umliegenden Straßen verdrängen. Die Stadt prognostiziert bis 2025 etwa 9000 Fahrzeuge, die täglich auf andere Routen ausweichen müssten.

Die Grafik links zeigt, wie sich das Planungsreferat der Stadt die Wegeführung künftig vorstellt. Die Tramgleise bleiben in jedem Fall, die beiden Buslinien sollen den Tegernseer Platz umfahren. Dort soll dann Tempo 20 gelten. Westlich der Tramgleise ist ein neuer Radweg geplant.

Deshalb soll aus dem Tegernseer Platz nun ein so genannter „verkehrsberuhigter Geschäftsbereich“ werden. Damit bleibt er befahrbar, allerdings mit weniger als 30 km/h. Die 60-Meter-Furt über den Platz wird auf einen Streifen reduziert. Kriegt man auch die beiden Buslinien 58 und 148 noch raus, braucht man für die Fahrgasse nur Mindestbreite. Die Stadt will daher prüfen, ob die Busroute über die Deisenhofener-, Heimgarten- und Werinherstraße laufen kann.

Die Parkplätze vor dem Postgebäude verschwinden. Indem auf Bordsteine, Markierungen und Schilder verzichtet wird, sollen die Autofahrer zu mehr Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer gezwungen werden. Auch dies dürfte die Anzahl der Fahrzeuge, die dann noch über den Tegernseer Platz fahren, deutlich verringern.

Auf jeden Fall soll es auf dem Platz westlich der Tramgleise einen neuen Radweg in Richtung Süden geben. Damit entfällt für die Radler stadtauswärts der lästige Umweg über die Ichostraße. Dort wird aus dem südlichen Fahrstreifen ein Zweirichtungsradweg. Als Ausgleich wird ein Rechtsabbiegestreifen für Linksabbieger ummarkiert und die Ampel in Richtung Humboldtstraße kriegt eine längere Grünzeit.

Ein ganz wichtiger Baustein für die Verkehrsneuordnung ist die vorhandene Unterführung am Giesinger Berg, die Verbindung zwischen Unter- und Obergiesing. Ein ebenerdiger Übergang wäre zwar komfortabel, aber mit Behinderungen für den Autoverkehr verbunden. Mit einer großen Wendelrampe könnte es künftig ohne Treppen durch die Unterführung nach Untergiesing gehen. Für einen barrierefreien Umbau wären allerdings erhebliche Eingriffe in die Isarhangkante nötig. Das Baureferat sieht den Plan kritisch, weil Aufwand und Kosten in keinem Verhältnis zum Nutzen zu stehen scheinen. Berücksichtigt man aber die geplanten 1400 Wohneinheiten auf den alten Paulaner-Betriebsflächen, wäre eine attraktive Wegebeziehung für den Fuß- und Radverkehr ins Stadtteilzentrum Giesing von hoher Bedeutung.

Im Bezirksausschuss Untergiesing fanden die Pläne bereits eine Mehrheit. Konkret wird für den Tegernseer Platz Tempo 20 vorgeschlagen. Zudem will man zwei Jahre lang beobachten, ob sich die Maßnahme bewährt und sich tatsächlich ein Bürgerplatz entwickelt. Die Giesinger Grünen wünschen sich, dass die Umgestaltung positive Auswirkungen auf das gesamte Einkaufszentrum Obergiesing hat.

Von Carmen Ick-Dietl

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