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Das Herz von Poschners Hendlbraterei: Angela „Angie“ Ehegartner ist seit 50 Jahren in dem Münchner Traditionszelt im Einsatz. Um die 600 Enten und 800 Hendl trägt Ehegartner pro Tag raus, schätzt sie.

Seit 50 Jahren bedient sie beim Poschner

Angie, das Ententaxi - Seit 50 Jahren bedient sie beim Poschner

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Sogar einen Heiratsantrag hat sie mal während der Arbeit im Zelt bekommen: Angie Ehegartner (76) bedient seit 50 Jahren in Poschners Hühner- und Entenbraterei. Der Spitzname der Münchnerin: Ententaxi.

München - Die Angie ist eine sehr gefragte Frau. „I muaß d’Leid dazwischen bedienen“, sagt sie. „I kum glei.“ Und schon wuselt sie wieder durch die Gänge. Händeschütteln hier, einen Stammgast drücken dort. Dann stemmt die Angie wieder ein Tablett voller Hendl und Enten – und verteilt Teller für Teller.

Angela „Angie“ Ehegartner, 76, rote Brille, ist das Herz der Hühner- und Entenbraterei Poschner. Seit 50 Jahren schon bedient sie in dem Traditionszelt. Dafür ehrte sie nun Hacker-Chef Andreas Steinfatt. „Die Angie ist einfach der Wahnsinn“, sagte Steinfatt. „Sie führt ein straffes Regiment – und hat auch die Chefs vom Poschner voll im Griff.“

Die grinsen dazu nur. Ehegartner sei ungefähr im Alter seiner vor sieben Jahren verstorbenen Mutter, erzählt Poschner-Wirt Berni Luff (59). Nach ihr sei sie der Dreh- und Angelpunkt des Zelts gewesen. Eines sei ganz klar: „So lange die Angie mag, bleibt sie bei uns die führende Bedienung.“

Und die Angie mag. „Ententaxi“ nennen sie ihre Kollegen. Denn die geflügelte Köstlichkeit serviert Ehegartner am liebsten. „Sechs Leute seid’s ihr – also sechs Mal Ente“, sei ihr Standardspruch, erzählt ein Kellner. „Auf der Wiesn isst ma am besten a Entn. Denn die bekommt man daheim nicht so gut hin“, sagt Ehegartner. Wo sie recht hat, hat sie recht, die Angie.

Freilich ist sie aber auch für andere Wünsche offen. Für ihre Gäste würde Ehegartner eh alles tun. Nur einen Wunsch musste sie abschlagen: Eine Zeit lang kam ein Gast vor etwa 30 Jahren fast alle Tage auf die Wiesn. „Der wollte mich heiraten“, erzählt die 76-Jährige. Eine gute Partie sei er gewesen. Aber: keine Chance. „I hob scho an Mo g’habt.“ Über eine Bekannte ist Angie zu ihrem Bedienungsjob beim Poschner gekommen. Anfangs standen noch keine Bänke im Zelt, sondern Tische mit Stühlen drumherum. „Das war immer eine Arbeit, die am Abend alle auf den Tisch zu hieven“, erinnert sich die Bedienung. Pro Oktoberfest-Tag trägt die Münchnerin um die 600 Enten und 800 Hendl raus, schätzt sie. 50 Jahre lang macht Angie Ehegartner den Job schon. Gerechnet auf die häufige Anzahl von 16 Wiesn-Tagen ergibt das fast eine halbe Million servierte Enten und nochmal mehr Hendl.

Angis Ehrenurkunde.

Geboren wurde die Angie im Bayerischen Wald, seit 55 Jahren aber lebt sie in München. Im Leben außerhalb der Wiesn war Ehegartner Sekretärin. Heute arbeitet sie noch zwei Tage bei einer Malerfirma im Büro. Auch diese Kollegen wollen die Angie nicht gehen lassen. Die ist mit ihren 76 Jahren topfit. Hobby: Mountainbiken mit ihrem Mann. 3500 Kilometer im Jahr kommen schon zusammen. Voriges Jahr ist die Angie zum Beispiel von Laim nach Tölz geradelt. Neuerdings thront sie auf einem E-Bike. „Das kann ich mir jetzt schon erlauben.“

Zeit, die Wiesn auch mal privat zu genießen, hatte Angie Ehegartner nur selten. Nur einmal in ihrer 50-jährigen Karriere ist sie etwas gefahren. Und auch das hat – natürlich – etwas mit dem Poschner zu tun. Das war nämlich mit der verstorbenen Annaliese Luff. „Da haben wir uns ins Riesenrad gesetzt, das war ein Erlebnis!“

Eine willkommene Abwechslung. Die meiste Zeit während eines Wiesn-Tags denkt die Angie nämlich an andere. „Sigrid – vergiss deine Reservierung nicht“, ruft sie einer Stammkundin hinterher. Dann liegt sie schon in den Armen der nächsten Besucherin, die von dem Jubiläum gehört hat. „Alles Gute, bleib gesund“, sagt die Kundin. Das hoffen auch Angies Kollegen. Denn die Angie, die lieben alle hier, sagen sie.

Hier geht‘s zu unserem Wiesn-Ticker.

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