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Sandra N. (links) stach auf der Wiesn zu. Auch gegen ihren Verlobten wird ermittelt.

Gatte soll Zeugen gekauft haben

Ermittlungen gegen Verlobten und Staranwälte der Wiesn-Messerstecherin

München - Der Verlobte der verurteilten Wiesn-Messerstecherin Sandra N. (Name geändert) ist wieder frei. Die Ermittlungen gegen den Hamburger Millionär gehen aber weiter. Auch die Staranwälte der Angeklagten stehen nun im Visier der Ermittler.

Der Prozess um eine Messerstecherei auf dem Oktoberfest zieht weitere Ermittlungen nach sich. Nicht nur gegen den Lebensgefährten der Frau, sondern auch gegen deren drei Starverteidiger wird ermittelt. 

Der Verlobte soll Zeugen für den Prozess gekauft haben

Der Freund, ein Hamburger Multimillionär, soll versucht haben, Zeugen zu kaufen. So sollte vermutlich mit falschen Aussagen seine Partnerin entlastet werden.

„Der Haftbefehl wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft aufgehoben“, sagte ein Sprecher der Münchner Staatsanwaltschaft am Freitag. Bei dem Hamburger Millionär bestehe keine Flucht- oder Verdunkelungsgefahr mehr. Gegen ihn wird seitdem ermittelt, Ende Oktober wurde er verhaftet.

Ermittlungsverfahren gegen mehrere Anwälte der Wiesn-Messerstecherin

Gegenstand des Ermittlungsverfahrens gegen die renommierten Anwälte Steffen Ufer, Annette Voges und Gerhard Strate sei die Prüfung, ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten in Zusammenhang mit der erfolgten Falschaussage gegeben ist, teilte der Sprecher der Staatsanwaltschaft München, Florian Weinzierl, am Freitag mit. Zuerst hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet.

Derzeit wartet die Staatsanwaltschaft auf Stellungnahmen der Anwälte. Ob ein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt und nachweisbar ist, sei noch nicht zu beurteilen, teilte Weinzierl weiter mit. „Hierbei sind insbesondere die Stellungnahmen der Rechtsanwälte abzuwarten, und die Angaben anderweitig Verfolgter, die sich insoweit teilweise auch entlastend geäußert haben, zu würdigen.“

Richter Riedmann: Verteidiger haben Distanz zu Mandanten verloren

Die Anwälte veröffentlichten unterdessen das Protokoll aus der Hauptverhandlung, in der Richter Norbert Riedmann sie angegriffen hatte mit den Worten: „Ich habe vielleicht nicht so viel Erfahrung wie manche der Verteidiger, aber ich habe es in 27 Jahren noch nicht erlebt, dass Verteidiger jegliche, aber jegliche professionelle Distanz zu ihrem Mandanten/ihrer Mandantin dermaßen verloren haben wie in diesem Fall.“

In einem aufsehenerregenden Prozess wurde die Verlobte des Hamburgers im August zu mehreren Jahren Haft verurteilt. Sie hatte nach einem Streit auf dem Oktoberfest 2015 auf einen Mann eingestochen und ihn lebensgefährlich verletzt. Die Millionärsgattin gestand die Tat vor dem Käferzelt.

dpa

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