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Willkommen daheim! Gabriele Weishäupl empfängt uns in ihrer Wohnung.

Die Ex-Wiesn-Chefin wird 70

Wer Weishäupl ein Lied singt, bekommt Brezn und Weißwürste

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30 Jahre lang engagierte sich Gabriele Weishäupl für die Wiesn. Heute feiert sie ihren 70. Geburtstag. Und wer ihr ein Lied singt, bekommt leckeres Essen.

München - Gabriele Weishäupl empfängt ihren Besuch im schwarzen Kleid, darüber trägt sie einen weißen Blazer, die Haare wie immer akkurat frisiert. Die Kleiderwahl zeigt: Nein, Weishäupl ist nicht mehr „President of the Oktoberfest“, wie sie im Ausland oft genannt wurde. Ihr Markenzeichen, das Dirndl, fehlt. Die Frau mit der Hochsteckfrisur im Trachtengewand – so kannte man Weishäupl, so repräsentierte sie fast drei Jahrzehnte lang als Tourismuschefin die Stadt München, das Oktoberfest. Heute wird sie 70 Jahre alt.

Die gebürtige Passauerin, die in Solln lebt, wird heute unter dem selbstironischen Motto „Ab ins Museum“ rund 70 Geburtstagsgäste im Münchner Bier- und Oktoberfestmuseum empfangen. Es wird Weißwürste und Brezn geben. Aber nur für diejenigen, die mit der Jubilarin ein Lied anstimmen. „Meine Gäste müssen singen“, sagt Weishäupl, als sie uns vor ihrem 70. Geburtstag bei Schwarztee und Zitronenkuchen in ihrem Penthouse empfängt.

Bei Präsentationen im Ausland, bei Messeeröffnungen, beim Dirigieren des Standkonzerts vor der Bavaria: Weishäupl zog immer gern die Aufmerksamkeit auf sich – bis die Stadt sie vor fünf Jahren in den Ruhestand schickte. Sie hätte ihr Amt gerne noch länger bekleidet, gibt sie zu.

Obwohl sie gerne weitergemacht hätte: Weishäupl hat neue Aufgaben für sich gefunden.

Nichtsdestotrotz ist das Oktoberfest bei Weishäupl noch immer präsent. Die Devotionalien daheim zeugen davon. Da ist das goldgerahmte Gemälde im Schlafzimmer, das Weishäupl als Bavaria zeigt. Der bronzene Ehrenpreis der Wiesnwirte, der auf dem Marmorkamin im Wohnzimmer thront. Das Glubberl mit der Aufschrift „Wiesn-Chefin“ auf der Gästetoilette. Weishäupl war es gewohnt, aktiv zu sein, gebraucht zu werden. Als Karrierefrau und Alleinerziehende (Weishäupl wurde erst mit 43 Mutter eines Sohnes, Emanuel – wer der Vater ist, gibt sie bis heute nicht preis) war sie eine Meisterin im Organisieren, stets auf Achse. Der Ruhestand ist nicht ihr Ding.

Als FDP-Landtagskandidatin und Autorin (I bin der Max) stürzte sie sich nach der Tourismus-Zeit in neue ­Aufgaben. Und bald steht ein Termin an, auf den sich Weishäupl besonders freut. Zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats im kommenden Jahr soll in Regensburg das Museum der ­Bayerischen Geschichte eröffnen. ­Weishäupl darf ein Exponat beisteuern. Und logisch: Das wird ein Dirndl sein! In Schwarz-Gelb – den Farben der Stadt München.

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