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Unbedenkliches Repertoire: die Musikkapelle Münsing beim Trachten- und Schützenumzug 2017.

Ein Verbot des Münchner Stadtrats

Keine Nazi-Musik auf der Wiesn: Das sagt Münsings Musikkapellen-Chef dazu

Bestimmte Lieder sind auf dem Oktoberfest künftig tabu: Der Münchner Stadtrat verbietet „Nazi-Musik“ auf der Wiesn. Wir haben mit dem Chef der Musikkapelle Münsing darüber gesprochen.

Münsing – Eine Zillertaler Musikkapelle spielte vergangenes Jahr beim Oktoberfesteinzug den Standschützenmarsch. Ein Aufschrei ging durch die Presse, denn der Marsch stammt aus der Feder von Sepp Tanzer, einem NSDAP-Mitglied. Er hatte das Stück zu Ehren des ehemaligen Gauleiters von Tirol und Voralberg, Franz Hofer, geschrieben. Jetzt gibt es einen Beschluss des Münchner Stadtrats, „Nazi-Musik“ auf der Wiesn zu verbieten. Unsere Mitarbeiterin Tanja Lühr sprach darüber mit Michael Huber. Er ist Vorsitzender der Musikkapelle Münsing (MKM), die heuer wie fast jedes Jahr beim Trachten- und Schützenumzug dabei ist.

-Herr Huber, gehört der Standschützenmarsch zum Repertoire der MKM?

Unser Repertoire umfasst etwa 30 Märsche zum Marschieren und noch viele mehr zur Unterhaltung. Rund 20 spielen wir beim Wiesn-Einzug. Der Standschützenmarsch gehört nicht dazu.

-Befindet sich unter den 20 Märschen einer mit NS-Bezug?

Michael Huber ist Vorsitzender der Musikkapelle Münsing.

Nicht, dass ich wüsste. Wir haben zum Beispiel den Kaiserjägermarsch und den Bozener Bergsteigermarsch im Programm. Die sind meines Wissens nach unbedenklich.

-Müssen Sie jetzt alle Titel und Komponisten überprüfen?

Das wäre ziemlich aufwendig. Man kann sich bei der Recherche im Internet ja auch nicht hundertprozentig sicher sein, ob ein Komponist ein Nazi war oder nicht. Das hat man bei der Diskussion um den Wenzberg in Icking gesehen, wo sich ein eigener Arbeitskreis ein halbes Jahr lang mit der Vergangenheit der Familie Wenz befasst hat.

-Gibt es keine Hilfestellung vom Musikbund von Ober- und Niederbayern oder eine Liste der Stadt München mit verbotenen Märschen?

Bis jetzt haben wir nichts bekommen. Aber wenn die Stadt eine solche Liste erstellt, werden wir uns natürlich daran halten. Das ist gar keine Frage. Es ist schließlich eine große Ehre, beim Festzug mitmarschieren zu dürfen.

-Wie finden Sie persönlich die Diskussion um die Nazi-Märsche?

Ganz ehrlich? Ein bisserl überzogen ist das schon.

Lesen Sie auch: In zehn Schritten fit für die Wiesn

Quelle: tz

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