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Heuer bleibt Peter Pongratz (li.) Fähndl-Wirt. Hier mit Brauerei-Boss Andreas Steinfatt, einem möglichen Nachfolger.

Ehepaar Pongratz hat sich getrennt

Neuer Wiesn-Wirt gesucht: Das sind die Kandidaten fürs Winzerer Fähndl

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Für heuer ist klar: Das getrennte Ehepaar Arabella und Peter Pongratz wird das Winzerer Fähndl gemeinsam führen. Doch für die Zukunft gibt es auch andere aussichtsreiche Kandidaten. Unter ihnen: ein Brauerei-Chef.

München - Sie sind zwar getrennt - doch heuer auf der Wiesn dürften Arabella und Peter Pongratz das Festzelt „Winzerer Fähndl“ noch einmal gemeinsam führen. So lautet zumindest der Vorschlag der Paulaner/Hacker-Pschorr-Brauerei, den der Stadtrat am Dienstag, wie von der Verwaltung vorgeschlagen, absegnen dürfte.

Der Vertrag der Brauerei mit dem Noch-Ehepaar Pongratz läuft Insidern zufolge noch vier Jahre. Doch ob die bei einer möglichen Scheidung des Paares ausgeschöpft werden, ist fraglich. Für eine Nachfolge gibt es verschiedene Möglichkeiten: Arabella Pongratz hätte dem Vernehmen nach statt Noch-Gatte Peter gerne Tochter Ramona mit im Boot. Arabella Pongratz stammt aus der Schörghuber-Familie, der Paulaner mehrheitlich gehört. Ihr Einfluss auf den Wirte-Vorschlag für das Brauereizelt dürfte also nicht zu unterschätzen sein. Arabella Pongratz ist seit Bekanntwerden der Trennung nicht mehr für Anfragen zu erreichen.

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Stiftl liegt auf Nachrücker-Platz

Weiterer aussichtsreicher Kandidat ist Lorenz Stiftl. Er betreibt das kleine Wiesn-Zelt „Zum Siftl“ und auch die Paulaner-Wirtschaft „Zum Spöckmeier“ in der Rosenstraße. Schon lange wird der Sprecher der kleinen Wiesn-Wirte als Kandidat für ein großes Zelt gehandelt. Auch heuer wieder liegt er bei der Bewertung der Stadt für die fünf brauereifreien Zelte nach Informationen unserer Zeitung auf Platz sechs. Also dem ersten Nachrücker-Platz. Danach folgen Zelt-Vorschläge von Starkoch Alfons Schuhbeck, Wasen-Wirt Peter Brandl und den Germeringer Gastronomen Christian Wilken und Norbert Keßler. Stiftls Kommentar bezüglich seiner Chancen auf das Winzerer Fähndl: „Warten wir mal nächstes Jahr ab.“

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Ein Überraschungskandidat wäre Stiftl nicht. Ganz anders als der mächtige Paulaner-Boss Andreas Steinfatt. Laut Gastro-Experten könnte er durchaus selbst Interesse haben, Wiesn-Wirt zu werden. Komplett abwegig ist das nicht: Steinfatt kellnerte einst auf dem Oktoberfest. Gleichwohl stellt sich die Frage, ob die Aufgabe als Wiesn-Wirt überhaupt mit der als Brauerei-Chef zu vereinbaren wäre. Steinfatt selbst gab keine Stellungnahme auf eine Anfrage unserer Zeitung ab - er ist im Urlaub.

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Geringere Chancen dürfte dagegen Karlheinz Reindl haben. Er ist zwar Wirt einer Hacker-Pschorr-Wirtschaft - des traditionsreichen Donisl am Marienplatz. Doch das Lokal hatte zuletzt eine Durststrecke durchgemacht, auf die mit einer Konzeptänderung mit Live-Musik reagiert wurde. Reindl hat sein Interesse am Fähndl bei der Brauerei angemeldet, wie er sagt. Auch für eins der fünf brauereifreien Zelte hat er sich heuer wieder beworben. Allerdings wohl nur pro forma, denn bei der Stadt ging eine unvollständige Bewerbung ein: Reindl landete auf dem elften Platz der Liste.

Ramona Weise, Tina Layes

Pretzl wird neuer Wiesn-Stadtrat

Wird im Juli neuer Wiesn-Stadtrat.

Bei der Position des Wiesn-Stadtrats gibt es heuer einen Wechsel. Manuel Pretzl, Fraktionschef der CSU im Stadtrat, beerbt im Juli seinen Parteikollegen Otto Seidl. Der Übergang dürfte geräuschloser vonstatten gehen als 2016. Damals war Richard Quaas parteiintern gegen Seidl durchgefallen, was viel Ärger verursachte. Seidl füllte diesen Posten eher unscheinbar aus. Das Amt bietet als Vermittlungsfunktion zwischen Oktoberfest-Beschickern, Schaustellern und Rathaus zwar relativ wenig Macht, ist im Stadtrat aber prestigeträchtig.

Pretzl könnte diese Rochade also sehr gelegen kommen, um sich in der Öffentlichkeit stärker in Stellung zu bringen. Immerhin braucht die CSU einen Nachfolger für Josef Schmid, der derzeit in Personalunion als Bürgermeister und Wirtschaftsreferent amtiert. Durchaus vorstellbar, dass Pretzl Bürgermeister wird. Als eher unwahrscheinlich gilt eine OB-Kandidatur des 42-Jährigen. Zuletzt hatte der von Ministerpräsident Markus Söder im Kabinett nicht mehr berücksichtigte CSU-Bezirkschef Ludwig Spaenle gesagt, er schließe eine Kandidatur nicht aus.

Klaus Vick

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