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Während der Wiesn-Zeit droht dem öffentlichen Nahverkehr in München der Kollaps - das tut die Münchener Verkehrsgesellschaft dagegen.

U-Bahn-Chaos

ÖPNV während der Wiesn überlastet - das rät die MVG

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Wer mit der U-Bahn zum Oktoberfest 2017 will, sollte sich auf Körperkontakt gefasst machen: Die Stationen Theresienwiese und Hauptbahnhof werden erfahrungsgemäß wieder überfüllt sein. So umgehen Sie das Chaos.

München - Jährlich besuchen über fünf Millionen Besucher das Oktoberfest auf der Münchener Theresienwiese. Das bedeutet nicht nur für Stand- und Festzeltbetreiber ein Riesenstück Arbeit. Auch für die Münchener Verkehrsgesellschaft (MVG), die dafür sorgen soll, dass alle Besucher heil zur Wiesn und wieder nach Hause kommen, sind die zwei Wiesn-Wochen jedes Jahr ein Kraftakt. Was die MVG geplant hat, um die Besucherströme heuer zu stemmen, stellen wir Ihnen hier vor.

Mehr Personal für mehr Fahrgäste

Für Aufsicht und Service setzt die MVG allein im U-Bahnhof Theresienwiese jeden Tag rund 80 Mitarbeiter ein. Zusätzliches Personal ist auch an der benachbarten U-Bahnstation Schwanthalerhöhe, am Hauptbahnhof sowie im Bahnhof Goetheplatz (U3/U6) vor Ort. Die Mitarbeiter sind unter anderem für die Abfertigung der Züge, die Aufsicht am Bahnsteig und die Fahrgastinformation verantwortlich. Das Wiesn-Team im U-Bahnhof Theresienwiese wird dort ankommende Besucher heuer infolge des städtischen Sicherheitskonzepts wieder verstärkt auf den Ausgang St.-Pauls-Kirche verweisen. Eine große Anzeigetafel am Bavariaring signalisiert den Besuchern, wenn der U-Bahnhof wegen Überlastung temporär gesperrt werden muss.

So werden akute Verschmutzungen schnell beseitigt

Auch für Wartungsarbeiten und Sauberkeit werden mehr Mitarbeiter für die MVG im Einsatz sein: Zeitweise bis zu 30 Mitarbeiter zusätzlich. Die Rolltreppen an der Theresienwiese leisten Extraarbeit: Sie laufen 0,68 Meter pro Sekunde, statt der normalen Geschwindigkeit von 0,5 Metern pro Sekunde. Auf diese Weise werden in Spitzenzeiten bis zu 12.500 Personen pro Stunde befördert. Baustellen im Streckennetz werden soweit wie möglich rechtzeitig zum Oktoberfest beendet oder planmäßig unterbrochen, damit der Betrieb trotz des großen Andrangs möglichst rund laufen kann.

U-Bahn nun komplett außerhalb des Festgeländes 

Neu in diesem Jahr ist, dass der Ausgang „Theresienwiese“ erstmals komplett außerhalb des Festgeländes liegt. Das heißt: Wer vom Festgelände hinunter zur U4/U5 will, muss zuerst das Oktoberfest verlassen und ein paar Schritte mehr gehen als bisher. Im vergangenen Jahr mussten Besucher, die das Gelände bereits verlassen hatten, einen Umweg über das Oktoberfest in Kauf nehmen, um zum U-Bahn-Aufgang Theresienwiese zu gelangen. Insbesondere für diejenigen, die bereits ihre Taschen an der Gepäckabgabe abgeholt hatten, war das ein Problem, denn mit großen Taschen durften sie das Festgelände nicht mehr betreten. Die neue Regelung vereinfacht auch den Zugang zum U-Bahnhof für alle Nicht-Wiesngänger, die so zur U4/U5 gelangen, ohne die Wiesn zu betreten. Angesichts des Rucksack- und Taschenverbots sollte auf das Mitbringen von größeren Taschen oder Rucksäcken generell verzichtet werden. Wie Sie Stress von vornherein vermeiden können? Ganz einfach: Indem Sie auf weniger belastete U-Bahn- und Buslinien ausweichen.

Von Wien bis Amsterdam: Internationale Unterstützung

Externe Unterstützung für das Wiesn-erprobte MVG-Team kommt heuer wieder von sieben anderen Verkehrsunternehmen. Die Verkehrsmeister aus Amsterdam, Bochum (Bogestra), Hamburg (Hochbahn), Düsseldorf (Rheinbahn), Nürnberg (VAG), Stuttgart (SSB) und Wien (Wiener Linien) helfen unter anderem bei der Fahrgastlenkung und Zugabfertigung am Bahnsteig. Gleiches gilt für acht Auszubildende zur Fachkraft im Fahrbetrieb der MVG. Zudem sind – neben Polizei und U-Bahnwache – 16 Mitarbeiter der Hochbahn-Wache aus Hamburg bei der MVG zu Gast, um Sicherheitsaufgaben zu übernehmen. Ferner wird im U-Bahnhof Theresienwiese ein Sanitätsdienst eingerichtet.

MVG rät: Ausgeschilderte Fußwege nutzen

Im Fahrdienst werden an den 18 Wiesn-Tagen rund 500 Extraschichten geleistet. Auf dem Abschnitt Hauptbahnhof/Theresienwiese sind in Spitzenzeiten rund vier Mal so viele Fahrgäste unterwegs wie in den Hauptverkehrszeiten an normalen Betriebstagen. Bahnen und Busse der MVG legen während der Wiesn rund 6.000 zusätzliche Fahrten zurück. Dennoch übersteigt die Nachfrage bisweilen das Angebot: Die MVG rät daher dazu, auch den ausgeschilderten Fußweg zu nutzen.

Bilder: Diese Pfeile weisen den Weg zur Wiesn

Tipps für Camper und Nachtschwärmer

Naturverbundene und sparsame Wiesn-Gäste nehmen gerne die Möglichkeit wahr, statt im Hotel auf einem der Münchener Campingplätze zu übernachten. Um den Oktoberfest-Besuch komfortabler zu gestalten, setzt die MVG mehr Busse auf den StadtBus-Linien 135 und 159 ein. Beide Linien fahren zur Wiesn-Zeit außerdem länger und verbinden so zuverlässig die Campingplätze mit U- und S-Bahnen zur Theresienwiese. Auch im Nachtverkehr stockt die MVG ihre Kapazitäten auf: Nachttram- und Nachtbuslinien bedienen ab Karlsplatz die ganze Nacht über das gesamte Stadtgebiet. Auch die U-Bahnen fahren an den Wochenenden (Freitag- und Samstagnacht) jeweils bis 2 Uhr - eine Stunde länger als sonst.

Alles Aktuelle zum Oktoberfest finden Sie schon jetzt in unserem Wiesn-Ticker. Die besten Geschichten gibt es außerdem auf unserer Facebookseite „Oktoberfest“

lg

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