Eine gewisse Ähnlichkeit: Wie die Wiesn kann auch das Cannstatter Volksfest, der „Wasen“ in der Nähe von Stuttgart, mit Riesenrad, Bierzelten und Besuchern in Tracht dienen.

Weniger Besucher auf der Wiesn

Größtes Volksfest – ist der Titel in Gefahr?

  • schließen

München - Besucherflaute auf der Wiesn: Allein am ersten Wochenende kamen eine halbe Million Menschen weniger als im Vorjahr. Die Sechs-Millionen-Marke wackelt. Gefährdet das den Titel „größtes Volksfest der Welt“? Ein entspannter Blick auf die Konkurrenz.

Einmal das „beer festival“ besuchen, davon träumen viele Amerikaner. Da soll es das beste Bier geben. Und starke Frauen in den Zelten. Die können ein Dutzend Krüge stemmen! Deutschland und Bier – das ist das „Octobrfäst“. Sechs Millionen Besucher in zwei Wochen, das größte Volksfest der Welt.

Doch die Konkurrenz erwacht wieder: Heute startet nur 220 Kilometer von München entfernt das Cannstatter Volksfest, der „Wasen“ – und auch die Stuttgarter können mit Riesenrad, Bierzelten und Besuchern in Tracht dienen. Vier Millionen Menschen werden wieder erwartet. Die Wettervorhersage: sonnig. In München sah das anders aus: Am verregneten Eröffnungswochenende kamen eine halbe Million Besucher weniger als im Vorjahr. Müssen die Münchner um ihren schönen Titel bangen? Größtes Volksfest der Welt: Wasen statt Wiesn?

Wirtesprecher Toni Roiderer zeigt sich entspannt: „Es ist überhaupt ned schlimm, wenn mal ein paar Besucher weniger kommen“, sagt er. „Was die in Stuttgart machen, ist mir völlig wurscht. Die Wiesn ist Champions League, alle anderen sind Regionalliga.“

In der Regionalliga spielt neben Stuttgart demnach auch Bremen. Der Bremer Freimarkt, eine Riesen-Kirmes, bei der es eine „Bayern-Festhalle“ gibt mit sieben Meter hoher „Alois“-Figur davor, lockt jedes Jahr rund vier Millionen Besucher an. Wie die Münchner bei der Wiesn und die Kölner beim Karneval reden die Bremer beim Freimarkt von ihrer „fünften Jahreszeit“. Das „O’zapft is“-Pendant der Bremer: „Ischa Freimaak!“ – „Es ist ja Freimarkt!“ Unter den internationalen Wiesn-Kopien haben das Bierfest im chinesischen Quingdao (vier Millionen Besucher) und die State Fair in Texas (drei Millionen) konkurrenzfähige Größe erreicht.

Bei der Stadt München glaubt man nicht, den Titel „größtes Volksfest der Welt“ abgeben zu müssen. Und selbst wenn es so käme, wäre das nicht weiter schlimm. „Wir machen ohnehin keine Werbung für das Oktoberfest und werben auch nicht mit diesem Superlativ“, sagt Wiesn-Sprecherin Claudia Bauer. „Die Besucherzahlen werden auch dieses Jahr sicherlich die von Cannstatter Wasen oder Bremer Freimarkt erreichen.“ Erreichen – das klingt nicht nach übertrumpfen. Laut Zweitem Bürgermeister und Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) ist das aber auch nicht weiter wichtig. Er sagt: „Nur unser Oktoberfest ist das Original!“

Unser Wiesn-Ticker vom Freitag

Oktoberfest 2016: Öffnungszeiten, Wiesn im TV und Übersichtsseite

Beim Oktoberfest 2016 gibt es erstmals Eingangskontrollen und ein Rucksackverbot. Was Sie mit aufs Festgelände nehmen dürfen, erfahren Sie hier. Was kostet heuer die Mass Bier und welche Öffnungszeiten hat die Wiesn? Hier beantworten wir Ihnen alles, was Sie zum Oktoberfest wissen müssen. Sie schaffen es selbst nicht aufs größte Volksfest der Welt? Kein Problem: Hier läuft die Wiesn im TV und im Stream. Natürlich gibt es auf der Theresienwiese einige Regeln - hier erklären wir Ihnen, was Sie niemals auf dem Oktoberfest tun sollten. Alle News zur Wiesn finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Jetzt wird‘s teuer! Wiesn-Gäste sollen für Sicherheit zahlen
München - Das wäre ein Paukenschlag: Um das neue Sicherheitskonzept für die Wiesn zu finanzieren, sollen sich die großen Rathaus-Fraktionen darauf geeinigt haben, …
Jetzt wird‘s teuer! Wiesn-Gäste sollen für Sicherheit zahlen
Wegen Sicherheit: Die Wiesn wird teurer
München - Um das Oktoberfest sicherer zu machen, hat die Stadt ein Sicherheitskonzept erarbeitet. Das umzusetzen, kostete aber Millionen. Das bekommen heuer auch die …
Wegen Sicherheit: Die Wiesn wird teurer
Obama wird von Münchens OB aufs Oktoberfest eingeladen
München - Barack Obama mit einer Mass Bier im Festzelt? Alles möglich. Der scheidende US-Präsident hat eine Einladung für das Volksfest erhalten.
Obama wird von Münchens OB aufs Oktoberfest eingeladen
Able darf nun doch in den Klub der Wiesnwirte
München - Drei Jahre lang verweigerten die Kollegen dem Marstall-Wirt die Mitgliedschaft - jetzt doch die Annäherung. Die Wiesnwirte haben Sigi Able in den erlesenen …
Able darf nun doch in den Klub der Wiesnwirte

Kommentare