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Johannes Löhr.

Kommentar

Oktoberfest-Bilanz: Ein Sieg der Gemütlichkeit

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München - Die Wiesn ist vorbei. Am Ende kann man sagen: Sie war in Sachen Gemütlichkeit ein voller Erfolg und gut fürs Image. Ein Kommentar von Johannes Löhr.

Am Ende steht ein überraschend positives Fazit. Laut offizieller Bilanz haben immerhin 5,6 Millionen Menschen die Wiesn besucht - eine Zahl, die man kaum glauben mag, so wenig war mitunter los auf der Theresienwiese. Eine wirtschaftliche Sensation war dieses Oktoberfest in keinem Fall. Schaut man allerdings auf längst verloren geglaubte Attribute wie Gemütlichkeit und Familienfreundlichkeit, kann man nur sagen: Es war ein voller Erfolg.

Der Grund dafür ist kein angenehmer. Selbst die berufsoptimistischen Wirte räumten unter der Hand ein, dass es wohl die Angst vor Terror sei, die die Leute fernhält. Der Stadt kann man da keinen Vorwurf machen. Nicht zuletzt nach dem Amoklauf von München musste die Sicherheit erhöht werden. Dass ein Zaun, Einlasskontrollen und Gepäckvorschriften eine geringe Werbewirksamkeit haben, versteht sich. Letztlich hat sich das Konzept aber bewährt. Und offenbar haben sich weit weniger Menschen ins Bockshorn jagen lassen, als befürchtet. Allein das ist eine gute Nachricht.

Für das Image des größten Volksfests der Welt ist die Verschnaufpause vom „Größer, Voller, Lauter“ jedenfalls ein echter Segen. Bereits 2015 hatte die Wiesn die Sechs-Millionen-Marke verfehlt – das Ende des Erträglichen war erreicht. Das gemütliche Oktoberfest heuer hat nun in aller Deutlichkeit gezeigt: Die Wiesn ist am Schönsten, wenn sie ein Fest für alle ist. Und nicht der Ballermann.

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