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„Da fehlt jegliches Feingefühl“ findet Robert Birk. Von einem Protest der Schausteller hält er nichts.

"Die Ordner sind unfreundlich und ungeschult"

Wiesn-Ärger: Darum wurde der Schausteller-Protest abgesagt

München - Viele Schausteller klagen über das schlechte Wetter auf dem Oktoberfest. Auch das Verhalten des Sicherheitspersonals wird kritisiert: "Schlecht geschult und unfreundlich." Warum der geplante Protest der Schausteller dennoch abgesagt wurde, vorerst.

Den schlechten Wiesn-Start merken alle. Insbesondere aber die Schausteller, wie Edmund Radlinger, Vorsitzender des Verbands der Münchner Schausteller, betont. Schuld sei dabei nicht nur das Wetter, sondern auch das neue Sicherheitskonzept. Als Zeichen des Protests sollten die Lichter an einigen Fahrgeschäften am Donnerstagabend ausgeschaltet werden. Die Aktion wurde jedoch abgesagt – unter Vorbehalt. Radlinger: „Wenn es nicht besser wird, dann kann der Protest noch kommen.“

Verfolgen Sie die Wiesn in unserem Live-Ticker vom Oktoberfest.

Bleiben entspannt: Hans Kalb betreibt das historische Kettenkarussell mit seinem Sohn Josef (im Bild). fotos: oliver bodmer

„Diese Idee ist der größte Schmarrn“, sagt Robert Birk (53). Er betreibt direkt am Eingang Theresienwiese ein Kinderkarussell und einen Flohzirkus. „Die Lichter ausmachen – das geht nur gegen die eigenen Kunden“, betont er weiter. Für Birk ist das Wetter Schuld an den wenigen Besuchern. „Aber es gab immer regnerische Wiesn-Tage“, sagt er.

Einziger Kritikpunkt seinerseits an den Sicherheitsmaßnahmen ist das Verhalten der Kontrolleure am Eingang. Denn darüber haben sich vor allem Familien mit Kindern bei ihm beschwert. „Die Ordner sind viel zu grob“, kritisiert Birk. „Da fehlt jegliches Feingefühl.“ Eine Gruppe Kindergartenkinder habe etwa wegen ihrer kleinen Rucksäcke nicht aufs Festgelände gedurft. „ Das geht zu weit“, sagt er. Am grundsätzlichen Konzept hat Birk wenig auszusetzen. Für ihn wird viel getan, um eine sichere Wiesn zu ermöglichen. Dass sich bei einem neuen Konzept auch Fehler einschleichen, ist für ihn verständlich. „Nächstes Jahr sieht das sicherlich auch wieder anders aus.“

"Ordner sind schlecht geschult und unfreundlich"

Kritik am Sicherheitspersonal äußert auch Kettenkarussell-Betreiber Hans Kalb (73). „Die Ordner sind schlecht geschult und unfreundlich“, sagt er. Doch damit die niedrigen Besucherzahlen zu begründen, hält er für falsch. „Es waren wenige Kinder da“, erzählt er. „Aber bei dem Wetter würde ich mit meinen Kindern auch zu Hause bleiben.“ Vom Protest wusste er nichts – und hält ihn auch für übertrieben.

Sascha Kaiser (34) vom Rio Rapidos kann die schlechte Stimmung nicht nachvollziehen. „Trotz des Wetters – die Besucher sind gut drauf“, sagt er. Dass die große Anzahl an Sicherheitsleuten vor einem Oktoberfest-Besuch abhalten könnte, glaubt er nicht. „Es gab schon immer Ordner“, sagt Kaiser. „Und außerdem muss man am Flughafen ja auch durch Sicherheitskontrollen – und fliegt trotzdem.“

Verändertes Zugangskonzept

Eine Wende soll nun das bessere Wetter bringen. Wie die Schausteller hofft auch die Stadt auf einen deutlichen Besucheranstieg zum mittleren Wiesn-Wochenende. Hierfür hat die Stadt ein verändertes Zugangskonzept erstellt. Am Hauptzugang teilt das Brausebad mit der Gepäckaufbewahrung die Besucher in zwei Ströme – zur Wiesn hin und von der Wiesn weg. So sollen auch bei großem Ansturm die Kontrollen gewährleistet werden. Und auch auf den Unmut der Schausteller hat die Stadt reagiert. Der Besucherstrom wird nun von der U-Bahnstation Theresienwiese direkt auf die Schaustellerstraße umgeleitet. So soll die Wirtsbudenstraße entlastet und der Schaustellerteil belebt werden.

Lisa-Marie Birnbeck

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