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Infektionen der Atemwege treten häufiger zur Wiesnzeit auf.

Ursachen und was Sie dagegen tun können

Mehr Erkältungen und Herpes zur Wiesn - stimmt das wirklich?

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München - Durch die viele Feierei, den Alkohol und die kühleren Temperaturen haben die Viren und Bakterien zur Wiesn leichtes Spiel. Lesen Sie hier, warum das so ist, und was Sie vorbeugend tun können. 

Ab der zweiten Wiesenwoche soll eine "kleine Welle an Atemwegsinfektionen" anrollen, kündigt Infektiologe und Allgemeinmediziner Ulrich Kastenbauer aus München an. Husten, Schnupfen, Heiserkeit - die Klassiker. Okay, das heißt also, nicht mit schniefenden, hustenden Oktoberfest-Besuchern zu schunkeln. 

Manche Oktoberfest-Besucher fürchten sich nicht nur davor, sich beim erkälteten Sitznachbarn anzustecken. Sie haben auch Angst, sich Herpes zu holen. Kastenbauer beruhigt: Zumindest in seiner Praxis habe er in der Vergangenheit während der Wiesn keinen Anstieg von Herpesinfektionen festgestellt. Für Herpes sind vor allem Hautreizungen, Sonnenbrand und Stress die häufigsten Ursachen, die Wiesn aber nicht. 

Auch die HNO-Praxis Leopoldstraße in Schwabing von Jochen Huverstuhl ist während und nach der Wiesn voll mit erkälteten Menschen.

Ein Schluck aus der falschen Mass - und dann passiert es

Aber was genau ist der Auslöser für eine Wiesn-Erkältung? Auf dem Oktoberfest kommen verschiedene Faktoren zusammen. Aber besonders ausschlaggebend sei laut Infektiologe Kastenbauer der enge Raum, den sich die Menschenmassen teilen. "Da können durch Tröpfchenübertragung die Viren und Bakterien weit gestreut werden." Das bedeutet, dass auch beim Niesen mit vorgehaltener Hand die Tröpfchen weit fliegen. In dem Getümmel könne es auch vorkommen, dass ein Gast aus dem falschen Masskrug einen Schluck nimmt, und schon muss sich der Körper mit Viren und Bakterien auseinandersetzen. 

Wer zusätzlich zum Wiesn-Marathon neige, so Kastenbauer, der biete den Viren eine noch größere Angriffsfläche. Auch der Schlafentzug wirke sich negativ aus.

Münchner Arzt: Es gibt drei Hauptverursacher für eine Wiesn-Erkältung

Mediziner Huverstuhl benennt vor allem drei Verursacher für die Beschwerden. Zum einen seien die sich senkenden Temperaturen Ende September mitverantwortlich für die Wiesn-Erkältungen. "Tagsüber ist es schön warm, aber wenn Sie abends aus dem Zelt gehen, schlägt Ihnen die Kälte entgegen." Zum anderen sei die "Bullenhitze" in den Zelten sehr schädlich: Drinnen schwitzen die Besucher - und dann gehen sie nach Stunden raus in die Kälte. Der Oktoberfest-Besuch stresse das Immunsystem. 

Als dritte Einflussgröße benennt der HNO-Arzt den enormen Alkoholspiegel. "Der Alkohol sorgt dafür, dass Sie die Kälte nicht spüren." In Kombination führe dies alles schließlich dazu, dass das Wartezimmer seiner Praxis zur Oktoberfest-Zeit und danach besonders voll sei. Huverstuhl sieht den Platzmangel weniger als Problem, vielmehr sei es am Ende das angeschlagene Immunsystem, das den Viren und Bakterien im Zelt nichts mehr entgegenzusetzen habe.

Das ist entscheidend, wenn Sie vorbeugen wollen

Wirksame, vorbeugende Maßnahmen gibt es kaum. Es sei denn, man verzichtet auf den Besuch des größten Volksfestes der Welt. Die Experten raten davon ab, sich vorab mit Vitamincocktails zu stärken. Viel wichtiger sei es, ausreichend Ruhephasen einzulegen. Wer bis zum Schluss auf der Wiesn bleibt oder zur After-Wiesn weiterzieht, solle am nächsten Tag versuchen auszuschlafen. 

Auch tue es dem Körper gut, zwischendurch Wasser zu trinken. Wer gar nicht auf den Geschmack von Bier verzichten möchte, der solle auf alkoholfreies Bier umsteigen. Ansonsten helfe es, aufmerksam zu sein und seinen Bierkrug nicht dem eines anderen Gastes zu verwechseln. Auch aufs Händeschütteln sollte verzichtet werden. "Aber die ganze Zeit mit einem Desinfektionsmittel herumzurennen, nimmt einem ja auch den Spaß an der Wiesn", räumt Kastenbauer ein. 

Huverstuhl empfiehlt den Besuchern, sich eine warme Jacke oder einen Pullover einzupacken und möglichst nicht zu verschwitzt aus dem Zelt zu gehen. "Das wäre der einfachste Faktor, der zu beeinflussen wäre." Und wenn es einen dann erwischt hat, empfiehlt der Mediziner den Gang zum Arzt, damit dieser feststellen kann, ob es sich um eine Virus- oder Bakterieninfektion handelt - damit er die richtige Behandlung in die Wege leiten kann.

af

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