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Damit Aggressionen gar nicht erst entstehen: Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn mit einer „Bodycam“, die heuer erstmals eingesetzt werden darf.

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Oktoberfest 2017: Heuer Bodycams gegen aggressive Gäste

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    Johannes Heininger
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Erstmals dürfen private Sicherheitsdienste auf dem Oktoberfest 2017 sogenannte Bodycams einsetzen. Diese deeskalierend wirken und Beweismittel liefern.

Der Besucherrückgang rief im vergangenen Jahr die Konkurrenz aus Stuttgart auf den Plan. Läuft der Canstatter Wasen dem Münchner Oktoberfest den Rang ab?, wurde da mehr als einmal spekuliert. Am Ende siegte die Wiesn: mit 5,6 Millionen Besuchern – im Vergleich zu knapp vier Millionen in Stuttgart.

Nur einmal in den vergangenen 30 Jahren, und zwar im Jahr 2001 – nach dem Anschlag auf das World Trade Center in New York –, waren mit etwa 5,5 Millionen Gästen weniger Besucher auf das Oktoberfest gekommen. Bezieht man den Verlängerungstag (3. Oktober) mit ein, waren es 2016 nur 329.000 Personen pro Tag und damit so wenig wie nie seit 1985.

Dennoch ist das Oktoberfest 2016 vielen Münchnern auch positiv im Gedächtnis geblieben – denn es war: anders. Viele empfanden die Wiesn als ruhiger und entspannter als in den Vorjahren. Die Zelte mussten nicht schon mittags wegen Überfüllung schließen, die Tische waren nicht alle immer restlos belegt. Das Gefühl eines Volksfestes für die Münchner schimmerte seit langer Zeit zum ersten Mal wieder durch. Erfreulicherweise sank auch die Anzahl der Straftaten und der Einsätze des Sanitätsdienstes und der Berufsfeuerwehr. Auf dem Oktoberfest 2016 gab es weder Tötungsdelikte noch versuchten Totschlag. Mit nur einem Raub konnte auch in diesem Bereich ein historischer Tiefstand verzeichnet werden. Allerdings erhöhte sich die Zahl der Sexualdelikte: von 21 auf 34. Es kam zu einer Vergewaltigung.

Oktoberfest 2017: Stadt und Polizei wollen das Sicherheitskonzept beibehalten

Stadt und Polizei wollen das Sicherheitskonzept aus dem vergangenen Jahr beibehalten, weil es sich bewährt habe, betonen sie. Das heißt, es gibt wieder einen Zaun um das gesamte Festgelände und Kontrollen an den Eingängen. Rucksäcke und große Taschen bleiben verboten.

Neu ist heuer, dass neben den Polizisten erstmals auch private Sicherheitsdienste sogenannte Bodycams (Körperkameras) einsetzen. Diese sollen vor allem deeskalierend wirken, aber auch als spätere Beweismittel für Ermittlungen oder Gerichtsverhandlungen dienen. Insgesamt 20 Geräte kommen im Löwenbräuzelt, im Winzerer Fähndl, in der Fischer Vroni und im Hacker-Festzelt zum Einsatz. Bereits im vergangenen Jahr wollten einige Wirte, darunter auch Wiggerl Hagn (77) vom Löwenbräu-Zelt, die Kameras zur Abschreckung einsetzen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen war dies jedoch vorerst nur der Polizei möglich. Das neue, sogenannte Videoüberwachungsverbesserungsgesetz schafft jetzt Abhilfe.

Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes tragen die Kameras sichtbar auf Brusthöhe. Zusätzlich sind sie mit Schildern mit der roten Aufschrift „Bodycam Video“ gekennzeichnet. Die Kameras filmen nicht ohne Grund, sie werden nur im Ernstfall nach mehrmaligen Hinweisen eingeschaltet. Dann können sich die Unruhestifter auf einem Bildschirm selbst beobachten. Erhoffter Effekt: Aggressionen lassen nach, Gewaltdelikte passieren erst gar nicht.

„Aggressiven Besuchern wird damit gewissermaßen der Spiegel vorgehalten“, sagt Rolf Wilmink, der Geschäftsführer des Kameraherstellers. Löwenbräu-Wirt Wiggerl Hagn hält den Einsatz der Bodycams für „längst überfällig“. Wichtig sei, dass sich die Leute besser benehmen. Hagn meint: „Wenn jemand zu viel trinkt, setzt oftmals der Verstand aus. Diese Kameras schützen nicht nur die Sicherheitskräfte, sondern manchmal auch den Gast vor sich selbst.“

Die Route der Umzüge, die am Wochenende traditionell das Oktoberfest einläuten.

Oktoberfest 2017 im Live-Stream

Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Oktoberfest 2017 live im TV und Livestream sehen können. Außerdem bieten wir wieder den Live-Stream von münchen.tv zum Oktoberfest 2017.

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