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Sie liebt ­Yoga, er Trompetespielen: Schönheitskönigin-Wirte Gerda und Peter ­Reichert.

Teil sechs der großen Wiesn-Serie

Darum sind Hobbys der „Schönheitskönigin“-Wirte hilfreich für Vorbereitung

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Das Zelt „Zur Schönheitskönigin“ leitet das Wirte-Ehepaar Gerda und Peter Reichert. Die beiden haben ganz unterschiedliche Interessen, doch das passt sehr gut.

Heuer sehen wir uns in unserer Serie an, wie sich die Wirte auf den Oktoberfest-Marathon vorbereiten. Die Profi-Gastgeber erzählen uns, welche Hobbys sie als Freizeit-Ausgleich haben. 

Heuer neu auf der Oidn Wiesn anstelle des Velodroms: das Zelt „Zur Schönheitskönigin“ des Wirte-Ehepaars Gerda und Peter Reichert. Er spielt Trompete und ist begeisterter Volkstänzer – sie liebt Yoga. Energiebündel trifft auf Ruhepol: Das gibt eine harmonische Einheit. Also Yin und Yang für die Oide Wiesn. 

Der Wirt hat eine Leidenschaft: seine Trompete

Peter Reichert (50) hat seine Liebste tätowiert - mit seinem Namen. „Dä Gloane vom Bäda“ („Peters Kleine“) prangt auf ihr. Golden strahlt die Schönheit, drei Knöpfe trägt sie. Die Trompete gehört zum Wirt des neuen Zelts „Zur Schönheitskönigin“ auf der Oidn Wiesn. So wie der geschüttelte Martini zu James Bond und die Kanzlerinnen-Raute zu Angela Merkel.

Musikanten im alten Zelt der Reicherts (2011).

Reichert, 50, Vater zweier erwachsener Töchter, darf sich nicht umsonst mit dem Beinamen „Der Musikantenwirt“ schmücken. Seit dem zarten Alter von neun Jahren spielt er Trompete, ist heute in mehreren Volksmusikgruppen aktiv, außerdem noch Volkstänzer. „Das wurde mir in die Wiege gelegt“, sagt der Wirt. „Wir sind ein musikalisches Haus, meine Oma hat Zither gespielt, meine Schwester Gesang studiert.“

Reichert stammt aus einer Ebersberger, seine Frau Gerda (50) aus der Münchner Wirtsfamilie Sperger, die das Hofbräuhaus am Platzl führt. Seit dem Jahr 1996 betreibt das Ehepaar gemeinsam den Seehof in Herrsching. 2011 hatten die zwei schon einmal ein Gastspiel auf der Oidn Wiesn. Heuer schafften sie es mit dem gleichen Namen „Zur Schönheitskönigin“, aber neuem Konzept und Zelt erneut.

Viel Musik soll es in der Schönheitskönigin geben

Das Zelt ist nach dem Lied der „Schönheitskönigin aus Schneizlreuth“ von Bally Prell benannt.

Die Schönheitskönigin soll ein Volkssängerzelt werden, ums Programm kümmert sich Jürgen Kirner, bekannt als Moderator der BR-Sendung Brettl-Spitzen. Und deswegen will Reichert auch im eigenen Zelt selbst nicht groß auftreten. Auch wenn’s ihn schon jucken würde.
„Wenn: nur zum Frühschoppen“, sagt er und verzieht das Gesicht zu seinem Lausbuben-Grinsen. Und wenn, auch nur Trompete – und nicht Harfe. Die spielt er nämlich auch noch, aber vorzugsweise in seinem Wirtshaus am Ammersee. Er habe in der Schönheitskönigin die besten Volksmusikanten auf der Bühne, da brauche er selbst doch nicht singen und spielen, sagt Reichert. „Hier bin i vor allem eins: Wirt.“

Nachwuchs-Wettbewerb im Zelt

Damit es soweit kommt, ist Reichert gerade dabei, sein neues Zelt auf der Theresienwiese aufzustellen. Für die Premiere gibt’s noch viel zu tun. Die Ruhe im Stress behält seine Frau Gerda. Auch wenn sie ihrem Mann gerne beim Musizieren zuhört – sie selbst spielt kein Instrument. Ihre Leidenschaft: Yoga. „Da habe ich eine halbe Stunde nur für mich Zeit.“

Eine Zeit lang besuchte sie regelmäßig einen Kurs und traute sich auch an sehr schwierige Übungen. Doch dann verschlug es Reicherts Yoga-Lehrerin auf die Kanareninsel Fuerteventura. Jetzt übt die Wirtin oft für sich. Der Ammersee vor der Haustüre: eine tolle Kulisse!

Vor Kurzem erst hat sie dann doch mal wieder eine Yoga-Stunde auf einem Stand-Up-Paddling-Board mitgemacht. Wacklig? Ah geh, keine Spur, sagt die Wirtin.

Jetzt stehen die Hobbys erst einmal hinten an. Gerda Reichert und ihr Mann brauchen alle Kraft für die 18 Tage Oktoberfest: „Wir sind stolz, dass wir es drauf geschafft haben. Wir haben aber auch viel Respekt“, sagen sie.

Besonders den Volkssänger-Nachwuchs will Peter Reichert stärken. Deswegen wird er zusammen mit dem BR Talente in einem Wettbewerb suchen. Als Zuckerl winkt ein Auftritt in den Brettl-Spitzen. Mal schauen, wer dem Musikantenwirt ein breites Grinsen ins Gesicht zaubern kann. 

Das Zelt in Kürze

Bierpreis: 10,70 Euro

Die Brauerei: Hofbräu München

Halbes Hendl: 10,90 Euro

Schmankerl: Hechtenkraut, Ganzes Giggerl und Ochsenbackerl (je 23 Euro)

Günstig essen: Mittagsgerichte von Mo. bis Fr. zwischen 8,90 Euro und 11,90 Euro. Kinderkarte: Für Kinder bis 14 Jahren gibt es eine eigene Karte. Familientag: Am Dienstag, 19.9., und Dienstag, 26.9., gibt es als Familiengericht das „Familien-Reindl“ für 19,90 Euro.

Sitzplätze: 690 im Festzelt, 200 im Biergarten

Raucher: Im Biergarten und dem dafür ausgewiesenen Raucherbereich

Musik: Zünftige Wirtshausmusik mit Gesang mit wechselnden Musikgruppen (10 bis 16 Uhr und ab 16 Uhr), mehrmals täglich gibt es Auftritte von Musikkabarettisten und Volkssängern. Vorgesehen ist mehrfach täglich auch gemeinsames Singen (dafür gibt’s ein Liederheft)

Neu: Das Volkssängerzelt „Zur Schönheitskönigin“ ist heuer neu auf der Oidn Wiesn, es ersetzt das Velodrom. Die Reicherts waren 2011 schon mal mit einem gleichnamigen Zelt auf der Oidn Wiesn. Heuer treten sie mit einem Neubau mit viel Holz und neuem Konzept an.

Die Wirtefamilie

Für Gerda und Peter Reichert (beide 50) ist es nach einem Gastspiel 2011 der zweite Auftritt auf der Oidn Wiesn. Peter Reichert stammt aus einer Ebersberger Wirtsfamilie, Gerdas Brüder führen das Hofbräuhaus. Wenn mal nicht Wiesn ist, betreiben die Reicherts seit 1996 den Seehof in Herrsching – außerdem einen Cateringservice. 

Die Schönheitskönigin ist nach dem selbstironischen Lied „Schönheitskönigin aus Schneizlreuth“ der im Jahr 1982 verstorbenen Volkssängerin Bally Prell benannt. Wie 2011 auch, wollen die Reicherts täglich eine Schönheitskönigin im Zelt küren: in Disziplinen wie Wirsingstemmen oder Knödelrollen.

Die Wirte vom Wiesnzelt "Zur Schönheitskönigin" Gerda und Peter Reichert (beide 50).

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Ramona Weise

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