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Ein privates Oktoberfestportal warnt schwule und lesbische Besucher, zu offen mit ihrer „Lebensweise“ auf der Wiesn umzugehen.

„Ein bisschen zurückhaltend sein“

Wirbel um Wiesn-Warnung für Homosexuelle - Grüne schreiben Brief an OB

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Wirbel um eine Warnung für das Oktoberfest 2017: Ein Oktoberfestportal rät Homosexuellen auf der Wiesn „ein bisschen zurückhaltend“ zu sein.

München - Zwei Grünen-Politiker haben einen offenen Brief an OB Dieter Reiter geschrieben. Der Grund: Ein nichtoffizielles Oktoberfestportal rät schwulen und lesbischen Wiesnbesucher, „ein bisschen zurückhaltend“ zu sein. Nicht alle Besucher hätten Verständnis für eine offen homosexuelle Lebensweise. Dieser Eintrag auf der Internetseite oktoberfestportal.de sorgt für Aufregung in den sozialen Netzwerken. 

In einem offenen Brief an OB Dieter Reiter äußern nun Münchens Grünen-Chefin Gudrun Lux und Bundestagsabgeordneter Volker Beck ihre Besorgnis, dass ein „erfahrenes“ Wiesn-Portal, das zusätzlich auch die Website www.rosawiesn.de betreibe und dort über queere Veranstaltungen rund um das Oktoberfest informiere, eine solche Warnung für notwendig halte. Lux zur tz: „Die Wiesn ist ein großes ausgelassenes Fest. Da sollen alle Menschen mitfeiern können, ohne sich verleugnen zu müssen. Die Landeshauptstadt muss sich da ganz aktiv einklinken und alles tun, dass es eine sichere und freie Wiesn für alle gibt.“ 

Doch: Auch wenn es sich so anhört, oktoberfestportal.de ist keine offizielle Seite der Stadt. Im Impressum steht ein gewisser Michael Caravitis. Auf Nachfrage unserer Zeitung zu dem Eintrag gibt er an, keinen Überblick über die Inhalte auf seinen Seiten zu haben. Deswegen könne er auch nichts zu der diskutierten Warnung sagen. „Wir freuen uns aber grundsätzlich, wenn über die Schwulen auf der Wiesn diskutiert wird.“ 

Bei der Stadt ist Caravitis kein Unbekannter. Immer wieder gebe es Probleme, weil auf seinen Oktoberfest-Seiten etwa auch falsche Terminangaben stünden, heißt es von einer Sprecherin. Die einzige offizielle Wiesn-Seite laute oktoberfest.eu.

Gibt es Grund zu einer Warnung an homosexuelle Besucher? Wir haben uns in den Festzelten umgehört:

Kein Problem

„Ich gehe seit zehn Jahren auf die Wiesn, auch mit meinem Freund. Wir hatten noch nie ein Problem. Die Situation ist nicht anders, als wenn wir in der Innenstadt zu zweit unterwegs sind.“

Tobias (37), Personalsachbearbeiter, München

Fest der Toleranz

„Die Wiesn ist ein tolerantes Fest. Statt Benimmregeln für bestimmte Gruppen aufzustellen, sollte betont werden, dass alle miteinander einen friedlichen Tag haben sollen.“

Birgit (37), Familientherapeutin, München 

Rückständig

„Das Publikum in machen Zelten ist toleranter als in anderen. Trotzdem sind die Warnhinweise rückständig. Wenn jemand einen blöden Spruch bringt, kriegt er einen genauso blöden zurück. 

Patrick (21), Arzthelfer, und Franz (22), tätig in der Modebranche, aus München

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