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Magisch: Das Münchner Oktoberfest.

Wie die Stadt die Wirte bewertet

Die geheime Wiesn-Liste: Wer es geschafft hat - und wer nicht

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Wer wird Wirt auf der Wiesn? Am Dienstag wird Bürgermeister Josef Schmid (CSU) dem Wirtschaftsausschuss seine Vorschläge präsentieren. Wir wissen jetzt schon, wer Betreiber des neuen Volkssängerzeltes auf der Oidn Wiesn werden soll.

Außerdem soll es Änderungen bei den Fahrgeschäften und den kleinen Betrieben geben (siehe Text unten). Bei den großen Zelten kommen wohl die bewährten Kräfte zum Zug. Die tz enthüllt die geheime Wiesn-Liste – auch die Wirte, die sich zwar beworben haben, aber nicht dran kommen!

14 große Bierzelte gibt es. Davon ist die Hälfte aber bereits an die Brauereien vergeben. Augustiner (Vollmer), Bräurosl (Heide), Hacker (Roiderer), Löwenbräu (Hagn), Winzerer Fähndl (Paulaner/Pongratz), Ochsenbraterei (Spaten/Haberl) und Hofbräu (Steinberg). Hinzu kommen zwei Schützenzelte mit den Pächtern Inselkammer und Reinbold.

Über die Vergabe der fünf freien Zelte entscheidet der Stadtrat, zuvor nimmt die Verwaltung eine Bewertung vor. Anhand von 13 Kriterien wird eine Reihenfolge erstellt. Entscheidend sind dabei etwa Volksfest- und Wiesn-Erfahrung, Zelt-Tradition, Ortsansässigkeit, Zuverlässigkeit des Wirtes, aber auch ökologische Gesichtspunkte. Die ersten fünf Bewerber bekommen den Zuschlag. Dabei gelten diese Plätze mitunter als ähnlich zementiert wie die in so mancher Fußballtabelle.

Als Sepp Krätz mit dem Hippodrom 2014 die Wiesn räumen musste, war dem ein Skandal vorausgegangen. Zuvor hatte über 20 Jahre kein Wechsel bei den Betreibern stattgefunden. Auch heuer bahnt sich keiner an, einzig die Reihenfolge ändert sich. Die Verwaltung setzt demnach 2017 die Fischer Vroni (Karl Winter OHG) bestbewertet auf Platz eins. Es folgen die Festhalle Schottenhamel, Käfer Wies’n-Schänke, das Weinzelt (Kuffler) und auf dem fünften Platz Ables Marstall.

Insgesamt gab es zwölf Bewerber, 2014 waren es noch 20. Pikant: Auf dem sechsten Platz des Verwaltungs-Rankings folgt Lorenz Stiftl mit dem Zelt „Zur Schützenliesl“. Stiftl galt 2014 neben Able als Favorit für die Nachfolge von Sepp Krätz.

Auf den übrigen Plätzen folgen: Schuhbecks Festzelt von Alfons Schuhbeck, Peter Brandl, das Zamperl Festzelt von Hotel Exquisit München, das Münchner Zelt von Christian Wilken und Norbert Keßler, ein nicht näher benanntes Zelt von Paul Ferdinand und Jutta Pongratz und die Festhalle Reindl von Karl-Heinz Reindl.

Mehr Security: Wiesn-Sicherheit wird noch teurer

Oide Wiesn: Dieses Paar ist dabei

Wer wird Betreiber des neuen Volkssängerzeltes, das statt des Velodroms auf der Oidn Wiesn aufgestellt werden soll? Nach tz-Informationen soll das Zelt an Gerda und Peter Reichert (Foto unten) und die Reichert Wiesn & Catering GmbH vergeben werden. Das Wirtepaar aus Herrsching am Ammersee (Seehof) hatte zuletzt 2011 das Theaterzelt auf der Oidn Wiesn bespielt. Nicht berücksichtigt wurden die Bewerbungen von Wirtin Anna-Maria Fahrenschon und Unternehmerin Nadine Löwenthal. Ändern wird sich auch etwas bei den kleinen Betrieben. Wie zu erfahren war, soll die Entenbraterei Heimer heuer wieder zugelassen werden, weil sich die Familie Wildmoser nicht wieder um einen Standplatz beworben hatte (wir berichteten). Und bei den Fahrgeschäften ersetzt vermutlich das „Rund um den Tegernsee“ die Zugspitzbahn. 

Gerda und Peter Reichert.

Sie haben es NICHT geschafft

Starkoch Alfons Schuhbeck: Bewirbt sich nahezu regelmäßig, doch sein großer Name hat ihm wohl auch heuer wieder nicht geholfen: Starkoch Alfons Schuhbeck (Orlando, Südtiroler Stuben, Gewürzläden).

Paul Ferdinand und Jutta Pongratz: Mit einem nicht näher benannten Zelt hat sich auch Familie Pongratz (auf dem Foto: Paul Ferdinand Pongratz, Hackerhaus) beworben – leider ohne Erfolg. 

Spöckmeier-Wirt Lorenz Stiftl: Knapp gescheitert ist wohl auch der Wirt der Traditionsgaststätte Spöckmeier am Marienplatz: Lorenz Stiftl. Er landet auf dem sechsten Platz.

Wasen-Wirt Peter Brandl: Er träumt von der Wiesn. Doch Peter Brandls Bewerbung wurde ebenfalls nicht berücksichtigt. Der Wirt schenkt dafür seit Langem auf der Wasen aus.

Donisl-Chef Karl-Heinz Reindl: Das Donisl ist ihm sicher: Karl-Heinz Reindl hat die Gaststätte am Marienplatz jüngst neu eröffnet. Bei der Wiesn bleibt er aber außen vor.

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