Spaß auf der Wiesn, aber sicher! Sollten die Besucherinnen doch mal Hilfe brauchen, finden sie diese am Security Point. foto: dpa

Oktoberfest 2016

Tipps für eine sichere Wiesn-Gaudi für Frauen

München - Nein heißt nein – auch auf der Wiesn. Seit der Silvesternacht in Köln ist die Angst vor sexuellen Übergriffen weit verbreitet. Eine Aktion will Frauen auch auf dem Oktoberfest schützen.

Die Sicherheit von Frauen vor sexuellen Übergriffen ist in den letzten Wochen und Monaten ein viel diskutiertes Thema. Kürzlich beschloss der Bundestag eine Gesetzesänderung, die das Sexualstrafrecht verschärft. Eine Entwicklung, welche das Organisationsteam von „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen“ begrüßt: „Es ist eine tolle Entwicklung, dass dieses Thema inzwischen so eine große Aufmerksamkeit bekommt“, sagt Anja Bawidamann von der Präventionsstelle Amyna.

Auch auf dem Oktoberfest gab es 2015 mehr Sexualdelikte als im Vorjahr. Zwei angezeigte Vergewaltigungen und insgesamt 20 Anzeigen wegen anderer Sexualdelikte – das war die Bilanz der vergangenen Wiesn. „Die Dunkelziffer ist auch auf der Wiesn sicherlich viel höher“, sagt Kristina Gottlöber von der Initiative für Münchner Mädchen „Imma“. Nicht zuletzt deswegen wird der Security Point, die Anlaufstelle für Mädchen und Frauen direkt auf der Festwiese, in diesem Jahr auch unter der Woche mit zwei Fachberaterinnen und acht bis zehn ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen besetzt sein.

Im Vorjahr war zu wenig Personal vor Ort

Im Vorjahr waren nur an den Wochenenden zwei Fachberaterinnen gleichzeitig vor Ort. Der personelle Ausbau ist vor allem eine Konsequenz aus der steigenden Zahl der Krisenfälle in den vergangenen Jahren. Denn auch wenn die Zahl der Beratungen leicht zurückgeht, so nehmen die schwerwiegenden Fälle, die meist eine längere persönliche Betreuung benötigen, zu. Außerdem ist es den Organisatoren wichtig, dass sich jede Frau und jedes Mädchen mit sämtlichen Problemen an sie wenden können – und wenn es nur der leere Handy-Akku ist.

„Inzwischen nehmen viele Frauen unser Angebot an“, sagt Gottlöber von Imma. Das liegt in ihren Augen aber nicht unbedingt an den steigenden Sexualdelikten, sondern auch an der Tatsache, dass die Aktion immer bekannter wird. Denn was viele nicht wissen: „Sichere Wiesn“ gibt es bereits seit 2003. Inzwischen arbeiten sie eng mit Polizei, Rotem Kreuz und Jugendamt zusammen.

Spaß haben und sicher fühlen

Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen Flyer, sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch. Unter dem Motto „I mog a Gaudi, koa Gfrett!“ finden sich darauf hilfreiche Tipps für einen sicheren Wiesnbesuch und -heimweg. „Die Tipps sollen das Sicherheitsgefühl erhöhen – ohne dabei den Spaß einzuschränken“, sagt Bawidamann von Amyna. Ein weiteres Präventionshilfsmittel ist die „WiesnProtect“-App. Neben den Tipps gibt es hier auch unter anderem einen integrierten Notrufknopf sowie alle wichtigen Telefonnummern auf einen Blick.

Aber auch die Gaudi darf nicht zu kurz kommen. Denn auch die bereits konsumierten Massen kann man mit Hilfe der App zählen – und ein „WiesnTranslator“ hilft bei der Verständigung. So kann die Wiesn kommen.

Weitere Informationen über die Aktion: unter www.sicherewiesn.de und auf Facebook. Mädchen und Frauen finden den Security Point im Servicezentrum auf der Theresienwiese (Eingang „Rotes Kreuz“). Öffnungszeiten: an allen Wiesntagen von 18 bis 1 Uhr (samstags ab 15 Uhr).

Die schönsten Bilder vom Oktoberfest

Von Lisa-Marie Birnbeck

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