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Luise Kinseher.

Keine Chance der Terrorangst

Kabarettgrößen: Wir lassen uns die Wiesn nicht ­vermiesen

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München - Terrorangst, Zaun, Rucksackverbot – viele Münchner meiden heuer die Wiesn. Doch einige wollen sich von den jüngsten Ereignissen nicht einschränken lassen und schicken deshalb einen Appell an alle.

Vier Worte, die das Motto dieser Aktion liefern – und alles auf den Punkt bringen: „I geh! – Du aa?“ Das fragen Sie ab sofort Kabarettgrößen wie Christian Springer (51), Luise Kinseher (47), Ottfried Fischer (62), Veronika von Quast (69) oder der Karikaturist Dieter Hanitzsch (83). Sie alle sind leidenschaftliche Wiesn-­Gänger und mindestens ebenso leidenschaftliche Demokraten. Die nicht zulassen wollen und werden, dass die Angst vor Terrorgefahr sie in ihrem Leben und ihrer Lebensfreude beeinträchtigt. Und deshalb setzen sie jetzt ein Zeichen. Sie gehen – Sie auch?

Neuer Zaun, das Rucksackverbot – alles Vorboten der Gefahr, oder? Christian Springer sieht’s in der tz so: „Ängste beziehen sich allgemein allermeistens nicht auf ganz konkrete Vorstellungen, sondern auf diffuse Gefühlswallungen, die etwa durch die Medien verstärkt werden. Ich verstehe jeden, der nicht aufs Oktoberfest geht, ja. Aber genau deshalb, um diese Ängste nicht überhandnehmen zu lassen, gibt es uns. Wir wollen zu mehr Courage und Solidarität aufrufen.“

Der 51-Jährige stellt klar: „Wir beweisen keinen Heldenmut, sondern nur unsere Liebe zur Münchner Kultur. Wir bejahen die Gaudi und die Lebensfreude. Wir machen keine blinde Werbung, die hat die Wiesn auch wirklich nicht nötig. Aber sie gehört zu München wie sonst nur die Bayern und die 60er. Sie ist ein Signum unserer Tradition und Lebensqualität, und das seit über 200 Jahren. Das lassen wir uns nicht kaputt machen.“

Ob die Wiesn denn durch die Terrorangst, die ja noch Jahre dauern kann, nicht Schaden nehmen könnte? Da kann Springer nur müde lächeln: „Mei, die Wiesn hat zwei Weltkriege überstanden und total soziale Armut zwischen den Kriegen, und sie gibt’s immer noch. Wir haben einfach eine Aktion ins Leben gerufen von Menschen, die gern auf die Wiesn gehen und das genießen. Als Menschen, die man vielleicht von der Bühne und/oder dem Fernsehen kennt, sagen wir: Wir sind alle eine Gemeinschaft, und nur so kann’s weitergehen.“

Luise Kinseher, Mama Bavaria, formuliert’s so: „Die Bavaria thront hoch über der Wiesn und erinnert uns, dass wir uns auf unsere Stärken besinnen sollen – auf gegenseitige Rücksicht und Vertrauen. Denn die Angst ist der größte Terror!“ Sie erinnert an die „Aktion Offene Türen“ – Privatleute, die wildfremden Menschen nach dem Amoklauf am OEZ in München ihr Heim geöffnet haben, damit die dort eine Bleibe hatten. „So muss das sein!“

Alle sind sich einig: Der Terror bestimmt unser Leben nicht, und deshalb gehen wir aufs Oktoberfest. Wie etwa auch Karikaturist Dieter Hanitzsch. „Ja, wo samma denn?!“, fragt er. „Lassen wir uns von Terroristen die Freude nehmen? Das wollen die doch!“ Aber sie schaffen’s nicht. 

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