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Wiesn-Ballon verursacht Oberleitungsschaden: Stammstrecke stundenlang lahmgelegt

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Von: Miriam Haberhauer

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Ein Oberleitungsschaden am Münchner Ostbahnhof legte die Stammstrecke stundenlang lahm. Die Bundespolizei leitete Wiesn-Heimfahrer über den Hauptbahnhof um.

Update vom 27. September, 14:30 Uhr: Wie die Polizei München mitteilte, konnte die Ursache für den Abriss der Oberleitung inzwischen ermittelt werden. Laut der Deutschen Bahn war ein „herrenloser“ Aluballon Auslöser des Schadens, Reste des Ballons wurden an der Schadensstelle gefunden.

Weiter heißt es vonseiten der Polizei: Alubeschichtete Luftballons können, vor allem in den Tunnelstationen der Stammstrecken, bei Berührungen mit der Oberleitung den gesamten S-Bahnbetrieb zum Erliegen bringen. Die Mitnahme ist deswegen verboten. Im Schadensfall droht sogar eine Strafanzeige und – je nach Verhalten – gegebenenfalls auch Schadensersatz.

Ursprungsmeldung vom 27. September, 12:39 Uhr: München – Nach dem Wiesn-Besuch wollen die meisten Besucher wohl nur eines: möglichst schnell nach Hause. Insbesondere das kaltfeuchte Wetter beflügelt die Schritte der meist erschöpften Heimfahrer.

Geduldig mussten am Montag, dem 26. September nun einige Wiesn-Heimkehrer am Ostbahnhof und an der Hackerbrücke sein. Gegen 23 Uhr riss ein Tragseil der Oberleitung des Münchner Ostbahnhofs ab und fiel auf eine darunter fahrende S-Bahn. Die Bahn der Linie S6 war in Richtung Grafing unterwegs, als sie kurz vor dem Bahnhof zum Stehen kommen musste.

Wie die Polizei München mitteilte, entstanden durch den Abriss der Oberleitung an der S-Bahn Brand- und Schmorschäden. Verletzt wurde von den 400 Passagieren niemand. Eine erste Schadensbegutachtung erfolgte noch vor Ort, anschließend konnte der Zug von einer anderen S-Bahn bis zum Bahnsteig gezogen werden. Dort konnten die Reisenden die Bahn unversehrt verlassen.

Aufgrund des Vorfalls musste die Stammstrecke zeitweise komplett für den S-Bahn-Verkehr gesperrt werden. Eine Fremdeinwirkung konnte nicht festgestellt werden.

Hackerbrücke Umleitung Wiesn-Besucher
Die abreisenden Oktoberfestbesucher leiteten Einsatzkräfte der Bundespolizei fußläufig von der Hackerbrücke zum Hauptbahnhof. © Bundespolizeidirektion München

Wiesn-Besucher harren an Hackerbrücke aus: Bundespolizei leitet Reisende um

Auch zahlreiche Wiesn-Heimkehrer an der Hackerbrücke waren vom Bahn-Ausfall betroffen. Einsatzkräfte der Bundespolizei leiteten die Oktoberfest-Besucher schließlich zu Fuß zum Hauptbahnhof, wo sie die Heimreise mit U-Bahn oder Regionalverkehr fortsetzen konnten.

Die Schadensbehebung dauerte bis in den nächsten Morgen hinein. Erst gegen sieben Uhr war die Strecke wieder komplett befahrbar. Im Allgemeinen lässt die Disziplin zum Masketragen im Münchner ÖPNV während der Wiesn-Zeit deutlich nach. Das zeigt auch der Schnappschuss von einem sichtlich ramponierten Wiesn-Heimfahrer.(ots/mlh)

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