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Zwei Australier haben beim Hendl-Hut zugeschlagen.

Ist dieser Wiesn-Trend kultig oder ein Albtraum?

Der Hendl-Hut: So gut verkauft er sich wirklich

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München - Das Hendl begegnet den Wiesn-Besuchern heuer nicht nur auf dem Teller, sondern auch auf den Köpfen vieler Gäste. Doch diesen neuen Trend mag nicht jeder mitgehen. Aus berechtigten Gründen. 

Flauschig ist er, von sattem Braun und auf Knopfdruck schlägt er die Schenkel zusammen: Der Hendl-Hut ist die Kopfbedeckung auf der Wiesn 2016. Und das trotz des stolzen Preises von mindestens 24,50 Euro. Bis zu 34 Euro bezahlen die Fans für das Giggerl. Die Hüte scheinen wie ihre essbaren Kollegen Erfolgsgeschichte zu schreiben.

Der Hendl-Hut etablierte sich heuer als Newcomer auf dem Oktoberfest 2016 und wird unter anderem von BavaRoi Kultur+Produkt verkauft. Mit der Idee haben die Websitebetreiber bei vielen Wiesn-Besuchern voll ins Schwarze getroffen. "Wir dachten, der ergänzt sich doch hervorragend mit dem Bierhut", erzählt Vertriebsleiter Müller. Bingo. Die Nachfrage ist riesig: Rund 1000 Hüte sind bereits verkauft, der wackelnde Hut sei patentiert, so BavaRoi. Besucher können ihn in fast allen Festzelten kaufen.

Faschingsverkleidung oder ziemlich kultig?

Allerdings ist nicht jeder so begeistert von den Giggerln. Der Betreiber des Souvenirverkaufs in der Fischer Vroni hat keine Nachbestellung aufgegeben, obwohl sich die Hüte gut verkauft haben. "Ich hab's a mal ausprobiert und auf einer Messe ein paar bestellt. Die wurden dann völlig überraschend zum Hit." Aber die Wirtsleute seien nicht so begeistert gewesen, berichtet er. "Ich kann's verstehen. Die Fischer Vroni ist eher ein traditionelles Zelt, zwei Drittel der Gäste sind Einheimische. Der Hendl-Hut ist eher eine Faschingsverkleidung, der passt da nicht so recht rein." Daher setzt man in der Fischer Vroni lieber auf den Verkauf von traditionellen Trachtenhüten.

Ob's gefällt oder nicht: Der Hendl-Hut hat sich in kürzester Zeit zum Wiesn-Hit gemausert und verkauft sich gut. Die wackelnden Schenkel finden Anklang bei den gut gelaunten Wiesn-Besuchern und sind vielleicht nicht das schönste, aber ein lustiges Souvenir und werden wohl auch nächstes Jahr wieder auf dem Oktoberfest gastieren.

Der Hut-Nachschub steckt fest

Wer noch einen Hendl-Hut ergattern will, sollte sich beeilen. Bei BavaRoi hat man zwar auf den Erfolg gehofft und bereits 2000 Hendl nachbestellt. Die Nachlieferung stecke allerdings beim Suez-Kanal fest. Grund sei die Insolvenz der Reederei, die den mit Hendl-Hüten beladenen Container verschifft. Ob die Hüte noch rechtzeitig kommen, ist ungewiss. Bis dahin versucht Vertriebsleiter Müller, die wackelnde Kopfbedeckung auf die verbleibenden Festtage zu verteilen. "Ob sie bis zum letzten Tag reichen, kann ich allerdings nicht versprechen", sagt er lachend.

ja

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Beim Oktoberfest 2016 gibt es erstmals Eingangskontrollen und ein Rucksackverbot. Was Sie mit aufs Festgelände nehmen dürfen, erfahren Sie hier. Was kostet heuer die Mass Bier und welche Öffnungszeiten hat die Wiesn? Hier beantworten wir Ihnen alles, was Sie zum Oktoberfest wissen müssen. Sie schaffen es selbst nicht aufs größte Volksfest der Welt? Kein Problem: Hier läuft die Wiesn im TV und im Stream. Natürlich gibt es auf der Theresienwiese einige Regeln - hier erklären wir Ihnen, was Sie niemals auf dem Oktoberfest tun sollten. Alle News zur Wiesn finden Sie auf unserer Übersichtsseite.

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