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Jetzt äußert sich der Brauerei-Besitzer Prinz Luitpold über die „kleine“ Bierpreis-Bremse.

Brauereibesitzer von Schloss Kaltenberg

Prinz Luitpold von Bayern: „Acht Euro für die Mass wären genug“

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Der Streit um die Bierpreisbremse ging monatelang. Jetzt äußert sich Brauerei-Besitzer Prinz Luitpold von Bayern und hat eine klare Meinung zur Wiesn-Mass.

München - Monatelang geht er nun schon – der Streit um den Masspreis auf der Wiesn. Erst forderte Bürgermeister Josef Schmid (CSU) eine Bierpreis-Bremse bei 10,70 Euro – und wurde dafür saftig abgewatscht. Am vergangenen Donnerstag gab’s nun die Nachricht aus Wiesn-Kreisen, dass die Wirte heuer „höchstens“ 10,95 Euro für den Liter Bier verlangen wollen. Eine Diskussion, über die Prinz Luitpold von Bayern (66) nur den Kopf schütteln kann: „Das ist viel zu teuer! Ich sehe keinen Grund, warum die Mass auf der Wiesn mehr als rund acht Euro kosten sollte“, stellt der adlige Bierbrauer gegenüber der tz fest. „So wie auf vielen Volksfesten in Bayern auch.“

Acht Euro? Das war der Masspreis vor knapp zehn Jahren auf dem Oktoberfest. Und genau den könnte man laut Prinz Luitpold noch immer verlangen. „Und dann macht man noch immer satten Gewinn“, erklärt der Unternehmer. Man müsse doch nur mal überlegen: Ein Zelt auf dem Plärrer in Augsburg oder auf dem Volksfest in Rosenheim aufzustellen, koste genauso viel wie auf der Wiesn. „Die Bedienungen sind auch nicht teurer. Die Waren im Einkauf auch nicht.“

Rosenheim und Dachau verlangen weniger

Dort verlangt man trotzdem für die Mass mindestens gut zwei Euro weniger. Zum Vergleich: Auf dem Dachauer Volksfest kostete die Mass letztes Jahr gar nur 5,70 Euro! Das ist knapp die Hälfte vom Wiesnpreis.

Der einzige Unterschied zu München seien die Ausgaben für Standmiete oder auch Sicherheit – aber diese Ausgaben holen die Wiesnwirte auch schnell wieder rein. „Das gleicht sich doch mit dem immensen Umsatz aus,“ so Prinz Luitpold, der Inhaber der König Ludwig Schlossbrauerei Kaltenberg ist. Ein großes Bierzelt wie von Hacker oder Löwenbräu schenke rund 6000 Hektoliter in den 16 Wiesntagen aus. „Das sind Mengen, von denen andere Zeltbetreiber auf anderen Volksfesten nur träumen können.“ Prinz Luitpold würde als Wiesnwirt jedenfalls acht Euro verlangen.

Oktoberfest nur noch Geldmacherei

Beim Oktoberfest gehe es halt längst nur noch ums reine Geldmachen – und nicht mehr um Tradition: „Der Münchner kann sich doch einen Besuch dort schon lange nicht mehr leisten – und das wissen die Verantwortlichen auch“, stellt der Adelige fest, der 2011 übrigens die Porzellanmanufaktur Nymphenburg übernommen hat. „Den Wirten ist aber klar, dass die Touristen und die Firmen, die ihre Gäste auf die Wiesn einladen, auch 15 Euro für die Mass zahlen würden.“

Auch das Verhalten von OB Dieter Reiter verwundert den Prinzen: „Ich dachte, er ist gewählt, um die Interessen der Münchner zu vertreten.“ Ob er das allerdings beim ganzen Preis-Streit getan habe – das sei für ihn eher fraglich.

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