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Jonas Kaufmann mit Freundin ­Christiane.

Der Wiesnkavalier

So feierte Opernsänger Jonas Kaufmann in Kufflers Weinzelt

Kostbare Zeit für den Klassikstar, denn sein Terminplan ist sehr, sehr voll. Trotzdem schaffte es Opernstar Jonas Kaufmann (48) mit seiner Christiane auf die Wiesn.

Opernarien und Bierzeltgegröle – passt das zusammen? „Als Musiker hört man da nicht wirklich hin. Ich kann extrem gut abschalten und wegen der Musik komme ich hier eh nicht her“, gibt Opernstar Jonas ­Kaufmann (48) zu. Trotzdem: „Ich bewundere die Wiesn-Bands, die so lange durchhalten müssen.“

Er selbst ist Wiesn-Fan und ein wahrer Wiesnkavalier (kein Rosenkavalier, denn dafür hat er die falsche Stimmlage!). „Wobei ich vor etwa 15 Jahren gar nicht mehr herkommen wollte.“ Zu laut, zu voll, zu ungemütlich. Mittlerweile sieht’s wieder anders aus. In einer Box in Kufflers Weinzelt hat er seinen Platz gefunden, kann sich in Ruhe mit Freunden und Familie unterhalten. „Ich bin Münchner und war schon als Kind immer hier am Kindertag“, sagt er.

Sein Besuch in diesem Jahr? „Ich bin leider nur einmal da, denn ich probe gerade für die Verdi-Oper Don Carlos in Paris. Morgen geht’s schon wieder zurück“, erzählt Kaufmann am Samstagabend, während er mit seiner Freundin, der Opernregisseurin Christiane Lutz, seinen Kindern und Freunden den schönen Abend im Festzelt genießt.

Kostbare Zeit für den Klassikstar, denn sein Terminplan ist sehr, sehr voll. „Bis Ende Oktober bin ich in Paris, dann erhalte ich in Hamburg den Klassik-Echo und danach geht’s gleich weiter auf China-Tour.“ Ein Konzert in der Münchner Staatsoper ist ebenfalls geplant. Und dann hat der charmante Star-Tenor am vergangenen Freitag auch noch sein neues Album L’Opéra herausgebracht. „Mit französischen Arien aus verschiedenen Epochen“, wie er sagt. Wie er das alles schafft? „Einfach nicht aus der Ruhe bringen lassen“, sagt er und lacht.

Aber: Nach seiner krankheitsbedingten Pause zum Jahresbeginn sei er auch vorsichtiger geworden. „Natürlich muss ich auf meine Stimme aufpassen und spüren, wie viel möglich ist und wie viel schädlich.“ Und so ein Oktoberfestbesuch sei auch nicht gerade förderlich für die Stimme. „Da muss ich wirklich aufpassen. Aber meine Stimme ist klarer und stärker denn je. Und Flüssigkeit ist immer gut“, scherzt Kaufmann und nimmt einen großen Schluck aus seinem Weißbierglas.

Im Hintergrund läuft ­Marianne Rosenbergs Hit Er gehört zu mir. „Ich kann mir nicht vorstellen, auch mal so was zu singen“, sagt Kaufmann. „Aber sag niemals nie. Man muss immer das machen, was einem Spaß macht. Und ich bin offen für alles.“ Wichtig sei nur: „Man darf nie vergessen, wo man herkommt.“ Außerdem: „Egal ob Klassik, Popmusik oder Schlager – alle Musikrichtungen haben die gleichen Wurzeln“, weiß der Startenor.

Teresa Winter

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