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Arbeiten schon im Hotel- und Gaststättenverband zusammen und sind heiße Favoriten auf die Position des Wirtesprechers: Peter Inselkammer (l.) und Christian Schottenhamel.

Nachfolge von Wirtesprecher Roiderer

Wer schnappt sich den Wiesn-Thron? 

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Zuletzt lief es besonders mit der Stadt holprig: Wirtesprecher Toni Roiderer hört nach 15 Jahren auf. Zusammen mit seinen Kollegen wählt er Ende November einen Nachfolger. Wir haben mit den Kandidaten gesprochen, die am heißesten gehandelt werden.

München - Er ist der dienstälteste Wiesn-Wirt, und er ist sich sicher: „Es wird auf Herrn Inselkammer oder Herrn Schottenhamel hinauslaufen“, sagt Löwenbräu-Urgestein Wiggerl Hagn (77). Er selbst sei „viel zu alt“, auf die Stelle müsse ein Junger. „Die Stelle“ ist die des Sprechers der Wiesnwirte. 15 Jahre lang hatte Toni Roiderer (73) das Amt inne. Jetzt hört er auf. Einen Nachfolger wählen seine Kollegen Ende November.

Wer wird Roiderers Nachfolger?

Doch schon jetzt fallen drei Namen immer wieder: Peter Inselkammer (47, Armbrustschützenzelt), Christian Schottenhamel (55, Schottenhamelzelt) und Ricky Steinberg (47, Hofbräuzelt). Letzterer winkt ab: „Ich wusste gar nicht, dass mein Name gehandelt wird“, sagt Steinberg und lacht. „Wirtesprecher könnte ich mir auch nicht vorstellen. Wenn, dann Stellvertreter.“ Er habe derzeit viele aktuelle Projekte, etwa die gerade erst eröffnete Autobahn-Raststätte Fürholzen West. Und auch die Familie sei ihm sehr wichtig.

Ricky Steinberg vom Hofbräuzelt.

Peter Inselkammer, von vielen Wirten wegen seiner diplomatischen Art und der guten Kontakte geschätzt, hält sich bedeckt. Er fühle sich natürlich geehrt, wenn einige Kollegen seinen Namen nennen, sagt er. „Doch wir müssen uns erst einmal alle im Kollegenkreis zusammensetzen und diskutieren, was uns wichtig ist. Eins ist sicher: Das Amt ist keine einfache Aufgabe. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir uns für die Zukunft aufstellen. Auch, um mit der Politik gut ins Gespräch zu kommen.“

Wer wird der neue Wirtesprecher? Lesen Sie hier die Wirte im Check.

Der Sprecher vertritt die Wirte in der Öffentlichkeit

Gerade hier lief es für Vorgänger Toni Roiderer zuletzt holprig. Mit Wiesn-Chef Josef Schmid (CSU) fetzte sich Roiderer wegen der Bierpreisbremse. „Meine Entscheidung, das Amt abzugeben, war zu hundert Prozent richtig“, sagt Roiderer heute. „Man muss erkennen, dass zwischen den jungen Wirten und mir eine ganze Generation liegt. Die jungen Leute sind clever, die müssen wissen, wen sie sich als ihren Stellvertreter holen wollen.“ Mit ihm gehe auch sein Stellvertreter Georg Heide (Bräurosl), so Roiderer.

Das Amt des Wirtesprechers ist zwar kein offizielles, aber doch ein viel beachtetes. Der Sprecher vertritt die Wirte in der Öffentlichkeit und ist Wortführer in den oft schwierigen Gesprächen mit der Stadtverwaltung, wenn es etwa um Reservierungsbeschränkungen und ähnliche Auflagen geht.

Toni Roiderer (Hackerzelt).

Legendär bis heute ist Ex-Wirtesprecher Richard Süßmeier vom Armbrustschützenzelt. Vieles deutet daraufhin, dass die jetzige Wahl wieder auf einen Armbrustschützen-Wirt fallen könnte. Auf Peter Inselkammer als Sprecher – und Christian Schottenhamel als Stellvertreter. Beide arbeiten schon jetzt im Vorstand des Hotel- und Gaststättenverbands zusammen. Schottenhamel will sich derzeit nicht zu der Frage äußern. Schließlich steckt er im Umbau des Nockherbergs. Die Übernahme des Traditionslokals gilt im Kollegen-Kreis als Grund, warum er (zumindest derzeit) für den Hauptsprecher-Posten wohl schwer Zeit finden wird.

Von Ramona Weise

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