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Millionen Besucher lockt die Wiesn jedes Jahr an. Viele gehen gern ins Augustiner-Zelt, so wie Ronald P. am 22. September 2015. 

Prozess am Landgericht

Knöchel gebrochen: Wiesn-Besucher verklagt Augustiner-Wirt

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Ein Geschäftsmann stürzt im Augustiner-Zelt und bricht sich das Bein. Er behauptet: Das lag an der verklebten Treppe. Und fordert Schmerzensgeld. Der Zelt-Chef wehrt sich. Jetzt verhandelt das Landgericht den Fall.

Seinen Wiesn-Besuch am 22. September 2015 wird Ronald P. (Name geändert) wohl nie vergessen. Geschäftspartner hatten ihn an jenem Abend ins Augustiner-Zeit eingeladen. Es sollte ein netter Abend in gemütlicher Runde werden. Aber es wurde: ein persönliches Drama für den Münchner Unternehmer, das im Krankenhaus endete. Gegen 18.45 Uhr war er mit seinen Geschäftspartnern auf der Wiesn angekommen. Nur Stunden später musste er im Krankenhaus operiert werden: Mit elf Schrauben wurde sein gebrochener Knöchel fixiert. Denn er war auf dem Abgang der Empore schwer gestürzt. Weil er mit dem linken Fuß hängen blieb, drehte sich der gesamte Unterschenkel, während der Körper nach vorne fiel. Die Folge: ein Spiral-Bruch. Bis heute ist die Verletzung nicht ganz ausgeheilt und bereitet im Alltag Probleme.

Weil er im Zelt stürzte und sich den Knöchel brach, musste Ronald P. operiert werden. Bis heute ist der Unternehmer eingeschränkt.  

Deshalb hat sich Ronald P. zu einer Klage entschieden. Von Manfred Vollmer, dem Chef des Augustiner-Zelts, fordert er Schmerzensgeld – insgesamt 15 000 Euro. „Die Treppe war verklebt und vermüllt“, behauptet der Unternehmer. „Aus unserer Sicht hat das Augustiner-Zelt seine Verkehrssicherungspflicht verletzt“, sagt Rechtsanwalt Martin Klimesch, der den Unternehmer gemeinsam mit seinem Kollegen Alexander Walther vor dem Landgericht vertritt.

Wirt Manfred Vollmer weist die Vorwürfe von sich. Das Augustiner-Zelt werde während der Wiesn täglich gereinigt. Ähnliche Unfälle habe es nicht gegeben, in vielen Fällen stürzten Besucher auch, weil sie zu viel getrunken haben. Das wiederum kann Ronald P. für sich nicht bestätigen. Er habe die Treppe – trotz großen Andrangs – klar im Blick gehabt. Allein der Schmutz am Boden sei das Problem gewesen. Das allerdings muss er dem Chef des Augustiner-Zelts beweisen, so sind die Regeln im Zivilprozess. Deshalb sollen nun die Arbeitskollegen von Ronald P. aussagen und die „Klebefalle“, wie Anwalt Klimesch sie nennt, sowie auch den Unfallhergang bestätigen. Ihre Zeugenaussagen hat das Landgericht für Anfang August terminiert. Für den Prozess sind sie entscheidend.

Bei der Zivilklage vor dem Landgericht vertreten die Anwälte Alexander Walther (li.) und Martin Klimesch Ronald P. 

Ronald P. geht es nicht nur um das Schmerzensgeld, sondern auch um die Versorgung eventueller Folgeschäden. Denn der verheerende Sturz beeinträchtigt ihn bis heute. „Er kann wieder arbeiten, aber nur eingeschränkt“, sagt Klimesch. „Sein Fuß schwillt oft noch an, Außentermine kann er deshalb nicht wie vorher wahrnehmen und musste auch einen weiteren Mitarbeiter einstellen.“ Privat ist Sport kaum möglich. Es dauert, bis die schwere Verletzung heilt. Ob für diese das Augustiner-Zelt verantwortlich ist, muss sich noch zeigen.

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