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Wiesn-Rundgang - Oktoberfest 2014

Gespräch mit Wiesn-Wirten

Bierpreis-Zoff: Schmid hü, Reiter hott! Wer hat Zügel in der Hand? 

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Wiesn-Chef und Wiesn-Wirte haben sich am Mittwoch  in München zu einem klärenden Gespräch getroffen. Seit Wochen streiten sie über die geplante Bierpreisbremse.

München - Josef Schmid (CSU) hat den Wiesn-Wirten am Mittwoch seine Pläne für die Reform des Oktoberfestes erläutert. Unterdessen deutet sich ein neuer Streit zwischen OB Dieter Reiter (SPD) und Schmid an. Reiter sagte: „Ich glaube nicht, dass es eine Wiesn-Reform braucht.“ 

Bürgermeister Schmid plant, wie berichtet, eine Umsatzpacht für die Wirte, einen Bierpreisdeckel und einen zusätzlichen Oktoberfesttag. In den vergangenen Tagen und Wochen hatte es eine heftige öffentliche Kontroverse um die Pläne gegeben. Vor allem Wirtesprecher Toni Roiderer und Schmid lieferten sich einen medial geführten Schlagabtausch. Der Streit eskalierte am Dienstag. Roiderer warf Schmid „despotisches Handeln“ vor – und distanzierte sich dann in einem persönlichen Brief an Schmid von dieser Aussage, die so nicht gefallen sei. 

Bei dem Treffen am Mittwoch im Referat für Arbeit und Wirtschaft warb Schmid um Verständnis, dass die Wirte aufgrund der enorm gestiegenen Kosten für die Sicherheitsmaßnahmen auf dem Oktoberfest stärker zur Kasse gebeten werden. „Mir war wichtig, deutlich zu machen, dass die Stadt als Veranstalter in der Verantwortung steht, ein sicheres Fest zu organisieren, das gleichzeitig seinen Volksfestcharakter bewahrt“, teilt Schmidt mit. „Ich gehe davon aus, dass nun wieder Sachlichkeit die öffentliche Debatte leitet.“

Wiesn-Chef Josef Schmid (r.) hat mit seiner Idee einer Bierpreisbremse für Aufregung gesorgt.

Wirte-Sprecher Roiderer: „Es war ein informatives Gespräch“

Schon am Dienstag hatte der Bürgermeister zu unserer Zeitung gesagt: „Ich kenne auch vernünftigere Wirte, die in der Lage sind, das neue Konzept nachzuvollziehen.“ Roiderer erklärte am Mittwoch: „Es war ein informatives Gespräch. Wir wissen nun die Gründe, weshalb die Stadt so handelt. Uns ist an einem guten Verhältnis gelegen.“ Inhaltlich wolle er sich zu den Vorschlägen nicht äußern: „Das entscheidet der Stadtrat.“ Die Wirte hätten bei dem Treffen ihre Standpunkte vorgetragen. Dass einige Vorschläge nicht mit Begeisterung aufgenommen würden, sei klar. „Aber eine neue Situation erfordert eben Veränderungen.“ 

Nun zeichnet sich der nächste Krach zwischen OB Reiter und Schmid ab. Letzterer ließ am Vormittag den Stadtratsfraktionen die Beschlussvorlagen für die Sitzung des Wirtschaftsausschusses am kommenden Dienstag verteilen – noch ehe das informelle Gespräch mit den Wirten begonnen hatte. 

Nach Meinung Reiters ein Schnellschuss. Er will das Thema erst auf der Stadtratssitzung im Mai behandeln, damit sich die Fraktionen sorgfältig eine Meinung bilden können. „Was in Sachen Bierpreis, Umsatzpacht und zusätzlicher Wiesntag passiert, entscheidet weder der Wirtschaftsreferent noch der Wirtesprecher, sondern der Stadtrat“, sagte der OB am Abend beim Festakt zum 40-jährigen Bestehen der Münchner Schaustellerstiftung. Ein Sprecher Schmids sagte dazu, Reiter selbst und auch die Fraktionen hätten sich erbeten, dass die Vorlage so schnell wie möglich vorbereitet werde. Schmid sei diesem Wunsch nur nachgekommen.

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