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„Das wäre nach einem Wiesn-Besuch anders gewesen“: Arzt berichtet von Impfung - und erntet Zuspruch

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Menschenmassen beim Oktoberfest in der „Blauen Stunde“, Blick vom Riesenrad auf die Wiesn am 19. September 2022. © IMAGO/Wolfgang Maria Weber I

Booster statt Bier, dachte sich ein Arzt und ließ den diesjährigen Oktoberfest-Besuch zugunsten einer BA.5-Auffrischungsimpfung sausen.

München - Die Wiesn-Welle schwappt langsam aber sicher in die Münchner Kliniken und auch die Inzidenzen in der Landeshauptstadt schießen nach oben. Ein Arzt ließ daher den diesjährigen Oktoberfest-Besuch ausfallen und ging stattdessen boostern. Doch auch er war nicht vor ein bisschen „Wiesn-Wehmut“ gefeit.

Booster statt Bier: Arzt geht lieber zur Impfung als zum Oktoberfest

Zur „Halbzeit“ zählte das diesjährige Oktoberfest drei Millionen Besucher und damit bislang etwas weniger als bei der letzten Wiesn im Jahr 2019. So mancher Oktoberfest-Fan blieb dem größten Volksfest der Welt vermutlich wegen des nasskalten Wetters fern, doch der ein oder andere wohl auch wegen der Corona-Ansteckungsgefahr. Einer der diesjährigen Wiesn-Muffel ist der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Christian Lübbers, der sich für Booster statt Bier entschied. „Habe mich gestern mit dem neuen BA4/5-Impfstoff geboostert. Bis auf die Einstichstelle merke ich nichts“, meinte Christian Lübbers am Donnerstag auf Twitter und ergänzte: „Das wäre nach einem Wiesn-Besuch anders gewesen.“ Dafür erntete er kritische Kommentare, aber auch viel Zuspruch.

Wiesn-Melancholie: Mediziner äußert sich wehmütig zum verpassten Oktoberfest

Die an Omikron angepassten Impfstoffe sind den „alten“ in ihrer Wirkung laut einer aktuellen Studie überlegen. Eine schmerzende Einstichstelle war in der Vergangenheit eine häufige Impfreaktion, auch hier könnten die neuen Vakzine womöglich besser abschneiden. Warum es bei der BA.5-Auffrischungsimpfung in der Regel nicht mehr so wehtut, kann Christian Lübbers wissenschaftlich erklären. „Bei dem neuen bivalenten Impfstoff sind nur 15 mg mRNA von dem alten und nur 15 mg mRNA von dem neuen BA4/5 Impfstoff drin. Ich denke, man wird insgesamt also (noch) weniger merken“, schrieb er auf Twitter. Der Spezialist leistete während der Corona-Pandemie Aufklärungsarbeit für die Impfung und wurde damit zum Feindbild vieler Impfgegner.

Zwar entschied sich Lübbers dieses Jahr bewusst gegen die Wiesn. Doch ganz ohne Oktoberfest-Melancholie geht es offenbar auch bei dem Mediziner nicht. Als ihn eine Twitter-Nutzerin mit einem bayerischen „Besser is“ in seiner Entscheidung bestärkte, den diesjährigen Wiesn-Besuch abzusagen, klang die Antwort des Arztes dann doch etwa wehmütig: „Ich hätte super Lust auf die Wiesn gehabt. Aber dieses Jahr habe ich dann doch ausgelassen“, so Lübbers.

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