110 Millionen Euro für die Olympiahalle

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München - Die Sanierung der Olympiahalle ist in vollem Gange. Derzeit wird das Kühlsystem unter dem Hallenboden herausgerissen, weil sich eine Erneuerung der alten Anlage nicht lohnt. Bis 2019 soll alles fertig sein. Geschätzte Kosten: 110 Millionen Euro.

Der Boden aufgerissen, die Stuhlreihen eingehüllt, überall Schutt und Staub: Im Moment sieht die Olympiahalle nicht gerade so aus, als könnten dort in naher Zukunft Sportler und Artisten ihrer Berufung nachgehen. Dabei bleiben nur noch wenige Wochen, bis die Akrobaten des „Cirque du Soleil“ wieder durch die Halle wirbeln wollen.

Grund für den aktuellen Zustand: Die Fußbodenkühlung der Halle wird ausgebaut. Unter dem Betonboden verlaufende Kühlschlangen sorgten bisher dafür, dass der Boden stark abgekühlt werden konnte. So zauberten Arbeiter eine Eislauffläche in die Halle, indem sie einfach Wasser auf den Beton spritzten und selbiges gefrieren ließen.

Doch die Anlage ist schon seit 1973 im Einsatz - und eine Sanierung lohnt sich offenbar nicht. „Die meisten Veranstalter bringen sowieso ihre eigenen Eisflächen mit“, erklärt Olympiapark-Sprecher Arno Hartung. Die Anlage sei zudem veraltet, die Kühlrohre seien an einer Stelle sogar gebrochen. Eine neue Kühlanlage bräuchte man laut Hartung erst, wenn die Olympischen Winterspiele 2022 nach München kommen sollten.

Der Ausbau der Fußbodenkühlung ist nur ein Teil der Mammut-Sanierung, der sich die Olympiahalle seit 2007 unterzieht und die noch mindestens bis 2019 dauern soll. Bisher wurden bereits die Halle selbst umgebaut und die abgehängte Decke saniert. Sechs große Videotafeln wurden angebracht. Ein neues Monitoring-System überwacht die an die Decke gehängten Lasten.

Schwierig und zeitraubend an dem ganzen Projekt ist, dass jedes Jahr nur ein kleines Zeitfenster für die Arbeiten bleibt - hauptsächlich die drei Monate von Anfang Juli bis Anfang Oktober, in denen keine Veranstaltungen in der Halle stattfinden. „Wir könnten die Halle auch für zwei Jahre zusperren und alles auf einmal erledigen“, sagt Hartung. „Dann fliegen wir aber aus sämtlichen Tourneen raus.“

Immerhin gestalten sich die Arbeiten recht komfortabel: Weil die Halle über eine große Zufahrt verfügt, können Bagger und Baufahrzeuge relativ bequem einfahren. Trotzdem tauchen auch Probleme auf: So löste sich im vergangenen Jahr ein Stahlseil des Traggerüsts an der Decke, weshalb der Zeitplan für die Sommerpause durcheinander gewirbelt wurde (wir berichteten). Vor zwei Wochen stellten Prüfer fest, dass einige Schweißverbindungen am Beleuchtersteg mangelhaft sind. Doch von diesen Schwierigkeiten abgesehen sind die Arbeiten im Zeitplan.

Auch wenn schon viel geschafft ist, weist die Sanierungs-Agenda noch einen großen Punkt auf: Von 2014 bis 2019 soll die Betriebstechnik erneuert werden, also Brandschutz, Lüftungstechnik, Wasserleitungen, Stromnetz. Noch in diesem Jahr wird der Boden der Treppenräume erneuert, Wände und Beleuchtung folgen ebenfalls bis 2019.

Bis 2019 werden nach aktueller Schätzung etwa 110 Millionen Euro in die Halle geflossen sein. Die Summe für die Betriebstechnik wurde dabei mehrmals nach oben korrigiert. Doch nach Abschluss der laut Betreiber längst überfälligen Arbeiten soll die Halle fit für die kommenden Jahrzehnte sein - und für viele weitere Veranstaltungen.

Moritz Homann

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