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„Um die Pandemie in den Griff zu bekommen“: München-Klinik-Chef präsentiert neuen Ansatz

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Von: Andreas Beez

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Chef der städtischen Krankenhäuser: Dr. Axel Fischer von der München Klinik.
Chef der städtischen Krankenhäuser: Dr. Axel Fischer von der München Klinik. © Markus Götzfried

Noch gibt es nur vereinzelt Omikron-Patienten auf den Intensivstationen, aber die Lage in den Kliniken wird trotzdem immer ernster. München-Klinik-Chef Dr. Axel Fischer und weitere führende Krisenmanager erklären die Hintergründe.

München - Omikron ist zwar bislang erst sehr vereinzelt auf den Intensivstationen angekommen, trotzdem lässt die Virusvariante bei den Krisenmanagern der Krankenhäuser alle Alarmglocken schrillen. Zu Jahresbeginn gab es eine dramatische Ansteckungswelle unter den Mitarbeitern. So meldete das LMU Klinikum am Mittwoch (19. Januar) den höchsten Krankenstand seit Pandemiebeginn. 208 Klinik-Angestellte konnten nicht arbeiten, weil sie entweder positiv getestet oder in Quarantäne sind. Dasselbe Szenario erleben die städtischen Krankenhäuser: „Wir müssen mit einer unglaublich hohen Ausfallquote klarkommen. Letzte Woche waren rund 200 Mitarbeitende infiziert oder in Quarantäne. Die Entwicklung bereitet mir momentan die größten Sorgen“, berichtet München-Klinik-Chef Dr. Axel Fischer.

Omikron-Variante in München: Betten wegen verschärften Personalmangels stillgelegt

Die Schneisen, die Omikron in die ohnehin lichten Mitarbeiter-Reihen schlägt, zeigen sich in nahezu allen Kliniken, wie die Münchner Krankenhaus-Koordinatoren bestätigen: „Es gibt Kliniken, die bereits Betten wegen zusätzlicher Omikron-Ausfälle in der Belegschaft stilllegen mussten“, sagten Prof. Viktoria Bogner-Flatz und Dr. Dominik Hinzmann der tz. „Bei so rasant steigenden Inzidenzen werden voraussichtlich leider auch weiterhin verstärkt Mitarbeiter ausfallen, das ist reine Mathematik.“

Viktoria Bogner-Flatz (40), neue Chefärztin der Zentralen Notaufnahme an der Kreisklinik Ebersberg.
Viktoria Prof. Bogner-Flatz (40), neue Chefärztin der Zentralen Notaufnahme an der Kreisklinik Ebersberg. © Privat

Trotzdem setzen Münchens Mediziner darauf, dass im Frühjahr nach Abklingen der Omikron-Welle hoffentlich das Schlimmste überstanden sein dürfte. Ein Faktor dabei: eine möglichst hohe Impfquote. Zwar gibt es relativ viele Impfdurchbrüche, aber nur wenige schwere Verläufe unter Geboosterten.

Corona-News aus München: Fischer für Impfpflicht auf Zeit

Vor diesem Hintergrund schlägt München-Klinik-Chef Fischer jetzt eine Impfpflicht für alle auf Zeit vor – quasi als eine Art Vermittlungsansatz in der aufgeheizten Impfpflicht-Debatte. „Um die Pandemie in den Griff zu bekommen, brauchen wir beim Impfen den allergrößten Teil der Bevölkerung – allerdings aus meiner Sicht zeitlich befristet“, sagte Fischer unserer Redaktion.

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