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Der alte Hof.

Am Pflanzeltplatz

Angst vor Tiefgarage in Perlachs Herz

München - Am Pflanzeltplatz soll ein alter Hof revitalisiert werden – doch die Erschließung würde die Ruhe im Ortskern stören, fürchten Politiker.

Kirche, Schule, Maibaum und Kriegerdenkmal prägen den alten Ortskern des ehemals selbständigen Dorfs Perlach am Pfanzeltplatz. Seit seiner Umgestaltung im Jahr 1990 ist die rechte Seite den Fußgängern vorbehalten, der Verkehr fließt auf der linken Bachseite. Auf dem Platz finden alljährlich Faschingstreiben und Kirchweihfest statt. Doch nun droht der Idylle im Herzen von Perlach mehr Verkehr. Denn das alte Gehöft mit Hausnummer 4 saniert und zum Großteil neu errichtet werden – mit deutlichen Folgen. In den Neubauten sollen Gewerbe und Wohnungen unterkommen. Die Stadtteilpolitiker stoßen sich vor allem an den Plänen für eine Tiefgarage, deren Ein- und Ausfahrt direkt auf den verkehrsberuhigten Platz mündet.

Das alte Bauernhaus am Pfanzeltplatz 4 stammt noch aus dem Jahr 1890 und steht unter Denkmalschutz. Der ganze Platz selbst liebt im geschützten Ensemblebereich. Nun gibt es Pläne zur Revitalisierung des Hofs. Kartoffel-, Heu- und Maschinenlager, die derzeit ungepflegt und ohne Funktion sind, sollen abgerissen und durch Neubauten ersetzt werden. In den Neubauten sollen Wohnungen und Gewerbeeinheiten entstehen, unter anderem für eine Arztpraxis, für ein Reisebüro und einen Hörgeräte-Akustiker, sowie Büros für Architekten, Rechtsanwälte und andere Freiberufler. Insgesamt soll das Ensemble so gestaltet werden, dass man am Ende wieder die alte Hofsituation erkennen kann.

Und das soll daraus werden.  Am Pflanzeltplatz soll eine Tiefgarage entstehen.

Für den Kundenverkehr sind gerade mal vier Parkplätze im Hof eingeplant, darunter eine Tiefgarage mit 30 Stellplätzen, mit der Zufahrt direkt auf den Pfanzeltplatz. Doch der ist der Vorplatz einer Schule und ein Verteilungsknoten mit viel Rad- und Fußgängerverkehr. „Wir haben hier ein riesiges Erschließungsproblem“, sagt Wolfgang Thalmeir (CSU), der Planungssprecher des Bezirksausschusses (BA) Ramersdorf-Perlach. Und Grünen-Sprecher Christian Smolka zeigte sich „sprachlos“ wegen der Pläne: „Das ist ein Plus von 30 bis 40 Autos täglich auf dem sowieso schon zu viel befahrenen Platz.“ Mit Liefer-, Partei- und Kundenverkehr werde das massive Auswirkungen auf den alten Dorfplatz haben.

Und es gibt einen weiteren Kritikpunkt an den Plänen: Der Eigentümer möchte gerne einen Kiosk, den es in den 1930 Jahren schon mal auf seinem Grundstück gegeben hat, wieder aufleben lassen. Über Angebot und Öffnungszeiten könnte man den Sorgen der Anwohner bezüglich Lärm und Alkoholkonsum vielleicht noch Herr werden, aber Ver- und Entsorgung des Kiosk brächten weiteren Verkehr auf den Platz. Im BA sieht man alle Gewerbeeinheiten des Projekts äußerst kritisch. Auf jeden Fall müsse über die Tiefgarage noch einmal intensiv diskutiert werden. 

Carmen Ick-Dietl

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