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Wollen nicht weichen: Kinder und Erzieher  wehren sich.

Eltern kämpfen für Standort

Streit um altes Schulgebäude: Verdrängt Feuerwehr diesen Kindergarten?

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Der Kindergarten im alten Schulhaus von Oberföhring ist ein Idyll - und als Elterninitiative eine Institution. Doch jetzt macht eine gemeinnützige Einrichtung der anderen den Platz streitig.

München - Die Lage ist ein Traum: Mitten im Oberföhringer Dorfkern, in direkter Nachbarschaft zur Isar und dem Englischen Garten, steht das alte Schulhaus Oberföhring. 1824 wurde es errichtet, seit 1972 ist in dem Gebäude eine der ältesten Elterninitiativen Münchens untergebracht. Die Zukunft dieses Kinderparadieses ist allerdings unklar. Denn das alte Schulhaus könnte schon bald zum Dienstgebäude der Freiwilligen Feuerwehr werden - der Kindergarten müsste dann umziehen. „Wir wollen bleiben“, sagt Nina Stamminger. Die engagierte Mutter kämpft mit anderen Eltern für den Verbleib ihrer Kita. Einer wird aber weichen müssen - Feuerwehr oder Kindergarten.

Dass sich an der Muspillistraße zwei gemeinnützige Einrichtungen den Platz streitig machen, liegt zunächst einmal daran, dass sich tatsächlich etwas ändern musste. Das alte Schulhaus ist seit Jahren dringend sanierungsbedürftig. „Unsere Heizung fällt immer mal wieder aus“, erzählt Julia Hölderle, deren Kinder ebenfalls die Kita besuchen. „Außerdem muss schon eine Decke abgestützt werden.“ Gleichzeitig sitzt nur ein Haus weiter die Feuerwehr - und der reicht der Platz nicht mehr aus.

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Feuerwehr sollte außerhalb des Ortskerns angesiedelt werden

Zunächst hatte der Kindergarten eine Sanierung der Räume geplant, für die Feuerwehr sollte ein Grundstück außerhalb des Oberföhringer Ortskerns gefunden werden. Doch in buchstäblich letzter Minute wurden alle Planungen über den Haufen geworfen. Der Stadtrat gab Ende 2016 eine Machbarkeitsstudie beim Baureferat in Auftrag. Die kommt jetzt zu dem Schluss, dass der Standort im Bürgerpark Oberföhring für die Feuerwehr ungeeignet, für den Kindergarten jedoch ideal wäre. Das sehen die Eltern anders.

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Sie ärgern sich, dass die intensiven Vorplanungen für die Sanierung des Hauses nicht gewürdigt werden. „Das war über Jahre bis ins kleinste Detail geplant und stand kurz vor der Umsetzung“, erinnert sich Stamminger. „Für uns ist es unvorstellbar, dass die Kinder aus diesem Haus vertrieben werden sollen und es stattdessen zu einem Büro- und Gerätehaus umfunktioniert werden soll“, ärgert sich die engagierte Mutter.

In der Zwickmühle: Bisher existieren Kindergarten (Foto) und Feuerwehr an der Muspillistraße in guter Nachbarschaft.

„Kinder gehen wöchentlich in Englischen Garten“

Neben dem Charme hat die Lage auch weitere Vorteile. „Die Kinder gehen eigentlich jede Woche einmal in den Englischen Garten. Dafür müssen sie derzeit keine Straße überqueren“, sagt Stamminger. Vom neuen Standort im Bürgerpark müssten diese Ausflüge ausfallen - und auch der Weg zum Kinderturnen in die Oberföhringer Grundschule wäre für die Kleinen zu weit.

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CSU-Politiker Robert Brannekämper kann den Ärger nicht nachvollziehen. „Hier ging es um eine Gemeinwohlabwägung. Und da gibt es nur diese eine vernünftige Variante.“ Noch vor der Sommerpause werde der Stadtrat entscheiden, bis aber die Umbauten fertig seien und der Kindergarten umziehen müsse, würden mindestens vier Jahre vergehen. „Es gibt schlimmere Schicksale, als einen Neubau im Oberföhringer Bürgerpark zu bekommen“, findet Brannekämper. „Nachher werden alle begeistert sein.“

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Das kann sich Nina Stamminger nicht vorstellen. „Wir sind mit viel Eigeninitiative dabei und hängen an dem Haus.“ Auch im Ort sei die Unterstützung groß: „Viele Ehemalige haben sich bei uns gemeldet und wünschen sich, dass unser Haus so schön bleibt, wie es bisher war.“

Marc Kniepkamp

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