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Riese aus Beton und Aluminium: Das Hypo-Hochhaus im Arabellapark soll die Zentrale der HVB werden.

Hypo-Hochhaus wird komplett saniert

Das Hypo-Hochhaus ist ein Klassiker der Architektur – doch einer, der in die Jahre gekommen ist. Nun soll der Turm saniert werden. Danach ziehen auch die Bosse der Hypovereinsbank ein. Denn die HVB-Zentrale in der Altstadt wird verkauft.

Mit 114 Metern ist das Hypo-Haus im Arabellapark nach dem „Uptown“ in Moosach und dem „Highlight Tower“ in Schwabing das dritthöchste Hochhaus der Stadt. Und es ist ähnlich wie der BMW-Vierzylinder eines der markantesten. Sogar so markant, dass das heutige Verwaltungszentrum der Hypovereinsbank (HVB) im Jahr 2006 unter Denkmalschutz gestellt wurde. Umso spannender dürfte deshalb der Großumbau des von den Architekten Walther und Bea Betz entworfenen und 1978 in Betrieb genommenen Gebäudes sein. Es gilt, den 27-stöckigen Turm energetisch zu sanieren und in zwei Bauabschnitten bis 2018 zum umweltfreundlichen „Green Building“ umzugestalten, wie die Bank versichert. Dazu müssen der Energieverbrauch im Haus und der Ausstoß von CO2 erheblich reduziert werden.

Die Aufgabe ist deshalb heikel, weil die Bank nicht nur das Innere des denkmalgeschützten Gebäudes, sondern auch dessen Fassade überarbeiten will. Bisher lassen sich in dem Hochhaus keine Fenster öffnen, die Belüftung erfolgt ausschließlich über eine Klimaanlage. Es sei eine „große Herausforderung“, den optischen Charakter trotz der Neugestaltung der Fassadenelemente beizubehalten, teilte die HVB mit. Die Erneuerung erfolge aber „in enger Abstimmung mit allen relevanten Behörden“.

Rund 175 Millionen Euro soll der Umbau kosten. Bis zur Jahresmitte 2013 möchte die Bank damit beginnen und bis 2015 zunächst die silbrige Fassade des Hochhauses sanieren. Die Mitarbeiter sollen ab Ende 2012 derweil an anderen Standorten der Bank untergebracht werden.

Bisher arbeiten rund 1200 Menschen im Hypo-Hochhaus. Nach dem Umbau sollen es rund 300 mehr sein. Denn auch im Inneren des Riesen aus Aluminium und Beton wird sich einiges ändern. Die Büros würden umgebaut und die Flächen ökonomischer genutzt, heißt es bei der HVB, verbunden mit dem Zusatz: „Bei gleichzeitiger Verbesserung des Arbeitsumfeldes durch innovative Bürokonzepte.“ Die HVB führe dafür noch in diesem Jahr ein Pilotprojekt für eine zukunftsweisende Bürolandschaft in einem Bankgebäude am Tucherpark durch. Bei Erfolg werde das Konzept dann im Hochhaus der UniCredit-Gruppe übernommen, zu der die HVB seit einigen Jahren gehört.

„Mit diesem großen ,Arabella-Projekt‘ investieren wir in die Zukunft des Standorts München“, frohlockt HVB-Vorstand Heinz Laber. Doch hinter dem Vorgehen steckt noch ein weiteres Ziel. „Wir nutzen alle Möglichkeiten, unseren Gebäudebestand zu optimieren“, sagt Peter Weidenhöfer, Vorstand der HVB Immobilien AG. Denn wenn im sanierten Hochhaus bald mehr Menschen arbeiten können, wird ein anderer Standort überflüssig: die bisherige Konzernzentrale an der Kardinal-Faulhaber-, Pranner- und Salvatorstraße. Erst in den Jahren 2000 bis 2005 war der Komplex mit dem Veranstaltungszentrum HVB-Forum aufwendig umgebaut worden. Jetzt soll er verkauft werden – samt dem angrenzenden Palais Neuhaus-Preysing an der Prannerstraße. Was die Gebäude einbringen könnten, ließ die Bank offen. Man hoffe aber, dass bis zum Jahresende ein Käufer gefunden werde, hieß es. Es gebe bereits Interessenten.

Bisher residierte die Chefetage der HVB an der vornehmen Adresse. Nach dem Umbau des Hochhauses sollen aber auch die Bankbosse in den Arabellapark umziehen. Die rund 400 Mitarbeiter, die ebenfalls in der Altstadt-Zentrale tätig waren, sollen künftig an anderen Standorten ihrer Tätigkeit nachgehen: zum Beispiel in der Niederlassung am Promenadeplatz, am Tucherpark oder in Unterföhring. Auch in Hamburg trennt sich die Bank von einem repräsentativen Gebäude.

Matthias Kristlbauer

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