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Die Baustelle des Konzertsaals im Werksviertel: Braunfels’ Teilerfolg könnte den Bau weiter hinauszögern.

Bauamt muss Bewerbung neu prüfen

Konzertsaal: Watschn für den Freistaat

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Jetzt dachten wir schon: Endlich steht dem Bau des neuen Konzertsaals nichts mehr im Wege. Nach jahrelangem Desinteresse, Gepfusche, Gezerre und einer hanebüchenen Doppelbespielung der Philharmonie soll 2018 mit dem Bau des Musiktempels im Werksviertel am Ostbahnhof begonnen werden. Doch das könnte sich wieder ändern – aus befremdlichem Grund …

München - Der Münchner Stararchitekt Stephan Braunfels (66), der die Stadt mit seinem Bau der Pinakothek der Moderne beglückte, hat nämlich vor der Vergabekammer einen Teilerfolg erstritten – und dem Freistaat eine Watschn erteilt. Die Kammer der Regierung von Oberbayern stellte fest, dass Braunfels’ Bewerbung für den Konzertsaal-Neubau nochmals überprüft werden muss. Er war frühzeitig wegen zu niedriger Punktzahl aus der Riege der Architekten ausgeschieden, die sich um den Bau bewerben. Und nun muss das Bauamt nochmals ran.

Dieses Prozedere kann allein schon den geplanten Spatenstich im kommenden Jahr um mehrere Monate verzögern. Denn bevor Braunfels’ Entwurf nicht nochmals überprüft worden ist, darf kein Sieger des Architekturwettbewerbs verkündet werden. Das soll eigentlich Mitte Mai 2017 geschehen, im Sommer soll die Auftragsvergabe beginnen.

Der Münchner Stararchitekt Stephan Braunfels liegt seit Jahren mit dem Freistaat im Clinch wegen Millionen-Nachzahlungen.

Braunfels hatte es nicht in die letzte Runde geschafft. Der Stararchitekt hatte in dem schwammigen und nicht näher ausgeführten Kriterium „planerisch-gestalterische Qualität“ nur 120 statt möglicher 150 Punkte erhalten. Braunfels, der mit Bayern seit der Pinakothek der Moderne vor Gericht um Honorare in Millionenhöhe im Clinch liegt, vermutet in der SZ, dass er von Anfang an nicht als Architekt für den Konzertsaal erwünscht gewesen sei. Sein Verdacht: ein Racheakt des Freistaats.
Insgesamt hatten sich 208 Architekten aus 18 Ländern beworben, 29 von ihnen wurden vom Staatlichen Bauamt eingeladen – Braunfels nicht. Der fühlt sich nun als Sieger, auch wenn er seine Forderung nicht komplett durchsetzen konnte: Er wollte den gesamten bisherigen Wettbewerb aufheben.
Das bayerische Kultusministerium hält den Ball flach. Braunfels und der Freistaat können die Entscheidung beim Oberlandesgericht anfechten. Würde die Sache auch nicht verkürzen … 

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